Die Königreiche Schweden und Norwegen.
65L
Geister gezogen zu haben. Oxenstjerna war sein Freünd, Horn, Tvrsten-son, Wränget und Bernhard von Weimar waren seine Zöglinge. NachGustavs Tode verwaltete Oxenstjerna die Hauptangelegenhetten, undfüns Neichsräthe führten die Vormundschaft über die sechsjährige Thron-erbin Christine. Die genannten Feldherren behaupteten den Ruhm desschwedischen Heeres, und nur in der Schlacht bei Nördlingen ,634, wosie vom Erzherzog Ferdinand geschlagen wurden, waren sie unglücklich.Dagegen besiegte Torstensvn die Kaiserlichen 1642 bei Schweidnitz undLeipzig, eroberte 1643 Holstein, Schlesvig und Jütland und vernichtetegänzlich ein kaiserliches Heer unter Gallas. Seine Krieger drangenbis an die Ufer der Donau und seine Generale, Lilienstern und Königs-mark, siegten ebenfalls über die Kaiserlichen. Von Leiden überwältigt,kehrte er nach Schweden zurück und starb hier 1651. Sein Nachfolgerwar Wrangel. Der Krieg nahte seinem Ende und während der Friedens-unterhandlungen zu Osnabrück und Münster rückte noch Königsmarkvor Prag, woselbst- er reichliche Brüte machte. Der Friede kam zuStande und Schweden erhielt Vorpommern, Rügen, Wismar, die Bis-thümer Bremen und Verven nebst 5 Mill. Thaler Entschädigung. Unter-dessen war Christine sehr sorgfältig erzogen worden, und sie übernahm1644 die Regierung. Durch das Studium der alten und neüern Spra-chen tief gebildet, gründete, sie die Akademie der Wissenschaften zu Stock-holm, die Universität zu Abo und legte Sammlungen von Büchern undKunstwerken an. Da sie sich jedoch zu viel mit den Wissenschaften be-schäftigte, so vernachlässigte sie die Regierung, und die Liebe zum freienLeben und Neigung zum Katholicismus, veranlaßten sie 1654 die Kroneniederzulegen. Nun wurde ihr Vetter, der Pfalzgraf von Zweibrücken,Ka,l Gustav, zum Thronfolger gewählt und sie trat zu Brüssel heimlich,dann in Innsbruck öffentlich zur kathol. Konfession über, worauf sie sichnach Rom und Frankreich begab. Allein sie kam später oft in Geldver-legenheit und starb zu Rom 1689. Karl X. Gustav war ein unterneh-mender und kriegerischer Mann, kämpfte nicht allein mit Dänemark,sondern auch mit Polen und Rußland, eroberte Holstein, Schleswig undJütland, nahm Seeland, belagerte Kopenhagen und wurde, währendwehere Feinde sich gegen ihn rüsteten, 166V von einem Fieber dahinge-rafft. Ihm folgte sein fünfjähriger Sohn Karl XI, der schon mitk? Jahren die Regierung selbst vertrat; bis dahin führten seine Mutterund die fünf höchsten Kronbeamten für ihn die Vormundschaft. Erielbst erhielt eine schlechte Erziehung, die Staatsschuld stieg und Schwe-ren wurde eine Adelsaristokratie. Durch den Sieg der französischenPartei ließ man sich zu Gunsten Ludwig XIV. in einen Krieg mit demgroßen Churfürsten won Brandenburg em, allein die Schweden erlittenbei Fehrbellin , eine schimpfliche Niederlage, und es traten auch^anemark, Holland und Braunschweig als Feinde auf. Durch Hülfe^unkreichs ward aber das Verlorene beim Friedensschlüsse wieder ersetzt;-"u.obgleich das Land eine Schuldenlast von 5V Mill. Thlr. hatte, sonute doch Karl, bei seiner Sparsamkeit, 9 Mill. abzahlen und viel aufcanufakturen und Handel wenden. Er hinterließ ein trefflich gerüstetes15 " starb 1697. Sein Sohn und Nachfolger, Karl XII., war erst>»,.^uhr alr, wurde aber von den Reichsständen sogleich als volljährig"^erender König erkannt. Seine Jugend glaubten SchwedensV-ak benutzen zu können, um die früher an Schweden abgetretenen''düngen wieder zu gewinnen. Allein Karl rüstet- sich and Mtt Hülfe