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Europäisches Staatensystem.
besitzen, sind: Reformirte etwa 1500, die überall freie NeligionSübunghaben, doch mit der Beschränkung, baß ihre Kirchen keine Glocken be-sitzen dürfen; die mährischen Brüder oder die Herrnhuter, besonders inChr stiansfeld, etwa 8VV Seelen, mit bedeutenden bürgerlichen Freihei-ten; Katholiken etwa 2000, die beschränkte Religionsausübung in Kopen-hagen, Fredericia, Frederiksstad und auf Nordftrand (und in Holstein)haben, wo auch die Jansenisten öffentlich Gottesdienst halten können;die Arminianer und Mennouiten in Frederiksstad, und die Wiedertäufer,welche letztere jedoch nur in der Stille Gottesdienst halten dürfen. Diemosaischen Glaubensbekenner, etwa 7000, haben frei und öffentlich Got-tesdienst in Kopenhagen, Fredericia, Friedrichstad und Holstein. Allediese fremden Glaubensbekenner sind verpflichtet, den Glaubenseid zuschwören, sich der Bespottung und Feindseligkeit zu enthalten und an-dere Religionsbekenntnisse anzugreifen, und ihre religiösen Grundsätzenicht auszubreiten.
In geistlicher oder kirchlicher Hinsicht zerfällt das eigentliche Däne-mark in 7 Stifte, an deren Spitze ein Bischof und Stifiöprobst steht.Schleswig steht unter einem Generalsuperintendenten und Als und Aeröeunter einem Bischof.
3. Kultur des dänischen Volkes.
Die verschiedenen Zweige der physischen Kultur sind bereits indem vorhergehenden Abschnitt besprochen worden; wir wenden uns daherjetzt zur technischen Kultur, bei welcher wir die Industrie und denHandelsverkehr unterscheiden. Was zuerst die Bearbeitung der Wolleanlangt, so ist diese hinsichtlich des feineren Theils der Fabrikation nochzurück. Im Jahre 1833 zählte man in den dänischen Provinzen über-haupt 25 Tuchfabriken, davon 15 in Kopenhagen. Außerdem wird dieWolle in 8 großen Straf- und Arbeits-Anstalten verarbeitet. Die be-deütendsten Tuchfabriken befinden sich in Usseröd bei Hirschholm, Bredeam Molle-Aae, Wiborg, Odense und bei Beile. Die Verarbeitung derBaumwolle ist unbedeutend, und man zählt nur 2 Spinnereien, von de-nen die größte sich zu Roeskilde befindet. Bedeütender ist die Fabrika-tion der baumwollenen Gewebe, namentlich die Fabrikation von Strümpfe"in mehreren Etablissements, die recht gute Waaren liefern. Kattun-druckereien sind nur in Kopenhagen. Die Fabrikation von Wachstuch,namentlich von Tapeten, lackirtem Leder, Hauten u. s. w. ist ein 3"*dustriezweig, der sich besonders in Kopenhagen verbreitet hat, und dem"Produkte in großer Menge nach Norwegen, Schweden und Westind'^"ausgeführt werden. Unbedeütender ist dagegen die Fabrikation in Leder,und von den Gerbereien verdienen nur die in Kopenhagen ErwähnungVon den Handschuhmacher-Arbeiten verdient die Verfertigung der sog^nannten Nanders-Handschuhe, als ein nicht unwesentlicher Zweig derIndustrie für viele Handschuhmacher, nicht blos in Randers,auch in Horseus, Odense und Schleswig, erwähnt zu werden,Handschuhe stehen im Auslande in großem Ansehen. Die Verfertigungder Hüte ist ebenfalls nicht unbedeütend, und in Kopenhagen wurden rmJahre 1835 von 25 Hulmachern im Ganzen 20,000 Lüte fabricirt.Verfertigung der Flachs- und Leingewebe ist zwar ein wichtiger und all-gemein ausgebreiteter Zweig der Hausfleiß-Jndustrie, hat aber -n Däne-mark noch keine bedeütende Fortschritte gemacht, daher viele Gewebe au°dem Auslande eingeführt werden. Hauptsitz der Weberei ist Kopenhagei,