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Süropäisches Staatens-stem.
wird in Holland, Krapp in Seeland und Holland, Taback in Utrecht undGelderland gebaut. Der Flachsbau ist unbedeutend.
Baumfrüchte und Gartengewächse sind, besonders in den wasserrei-chen Gegenden, im Überfluß vorhanden, und Gartensämereien, namentlichHyacinthen- und Tulpenzwiebeln bilden einen bedeutenden Ausfuhrartikelnach Deutschland, Frankreich, England, Spanien u. s. w. Zu HaarleMist die Blumenzucht seit der Zeit, wo man die AuStrocknung der dorti-gen Gewässer eifrig betrieben hat, fortwährend im Steigen, und dieSummen, welche für Blumenzwiebeln alljährlich aus dem Auslandekommen, werden ebenfalls immer ansehnlicher. — Waldungen gibt esnur in Luxemburg.
8. Thierreich, — Viehzucht.
Der Saügethiere im wilden Zustande sind nicht viele vorhanden.Unter den Thiere», die zum Vergnügen der Jagd dienen, verdienen dievielen wilden, schmackhaften Kaninchen genannt zu werden, die sich inden Seedünen aufhalten. Anderes vierfüßiges Wildbret ist im Ganzensonst sehr sparsam, besonders in den nördlichen Provinzen; dagegen sindwildes und zahmes Geflügel, besonders Waffervögel, im Überfluß vor-handen. Viel Jagd wird auf die Falken gemacht. Kriechlhiere sind sel-ten, doch findet man in der Provinz Dreiithe Schlangen, die aber un-schädlich sind.
Die Küsten der Niederlande, so wie die Flüsse, zeichnen sich durcheinen großen Reichthum an Fischen aus und der Fang derselben, na-mentlich der der Häringe, wirft einen bebrütenden Gewinn ab. ImJahre 1842 bestand die HäringSflotte aus 123 Schiffen, darunter 79 ausVlaardingen. Übrigens haben die Niederländer dreierlei Arten von Fi-scherei, die Härings-, die Kabeljaufischerei (gewöhnlich Stockfisch genannt)und der Wallfischfang. Ehemals (heißt es in einem Berichte) war dieerste dieser Fischereien die bedeütendste, und das Denkmal, welches manin Biervliet zu Ehren Wilhelm Brakelsons errichtet hat, der in der Mittedes fünfzehnten Jahrhunderts die Kunst, den Häring einzusalzen, erfand,beweist, welches Gewicht man damals schon auf diesen Zweig der In-dustrie legte. Seil der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bis zurfranzösischen Herrschaft ist derselbe immer mehr gesunken. In dieserZeit war er gänzlich in Verfall gerathen und erst gegen die Periode rcrRestauration vermochte er sich ein wenig zu heben. Die meisten, zu>nHäringsfang bestimmten Schiffe kehren in den ersten Tagen des Ju»toder am Ende Mai von der Kabeljaufischerei zurück. Alsbald schreitetman zu ihren Ausrüstungen und die ganze Bevölkerung von Vlaardin-gen ist auf das eifrigste damit beschäftigt, sie zu betheeren, anzustrei-chen, mit Mannschaft, Segeln, Tauwerk u. s. w. zu versehen. Den lü-oder 12. Juni begeben sich die Kapitäne und Offiziere auf das Stadt-haus und schwören, alle Vorschriften der Fischerei zu beachten und beach-ten zu lassen. Sobald sie diese Pflicht erfüllt haben, ziehen die Schildihre Flaggen auf. Am 14. Juni, den mau den Flaggentag nennt, ver-sammelt man sich in der Kirche, um Gottes Segen für das Unterneh-men anzurufen. Dann begibt man sich zum Hafen, wo die Schiffe Gbesonderer Reihe aufgereiht liegen; alle haben das Vordertheil dem Keilzugewendet, dem sie so nahe gestellt sind, daß ihr Bugspriet fast an sLand stößt. Alle Flaggen weben in der Luft und man gewahrt eine,welche bebrütend größer ist, als die andern. In der Mitte eines weißen