778
EüropZisches Staatensystem.
andern sind Bindfaden angebunden, die man je mit einer Angel ver-senkt, an der eine Lamprete oder in Ermangelung deren ein Gorg befe-stigt ist. Da die Lamprete vorgezogen werden muß, so gibt man sichalle Muhe, sich solche zu verschaffen, und vor der Ausrüstung schickt mattein mit einem Reservoir versehenes Schiff nach England, um sie zu holen,wo man sie viel häufiger findet, als in den Flüssen von Dolland. Mitfrischen und gesalzenen Kabeljauen beladen kehren die Schiffe bald zurück,denn die Fahrten dauern höchstens 5 Wochen; in der Regel machen siedrei. Dieser Fischfang findet in der Nordsee statt u.nd hört im Märzauf. Im Monat April wechselt er mit Werkzeügen und mit dem Na-men und heißt dann Kolreis. Diese zweite Art der Fischerei wirdmit einer Leine vorgenommen; die Schiffe kehren am Ende des Mai zu-rück, um sich zum Häringsfang vorzubereiten. Man bringt hierbei keinenfrischen Kabeljau zurück, weil der Fisch zu dieser Zeit zu fett ist und seinFleisch zu ölig wird. Es gibt noch eine dritte Art von Kabeljaufischerei,die an den Küsten von Island getrieben und Island-Hevaart genanntwird. Man geht im Monat Mai ab und kehrt im August und Sep-tember zurück. Sie ist häufig sehr lucrativ, aber mühsam und gefährlichwegen der kalten, stürmischen Temperatur auf den isländischen Gewäs-sern, wo die Schiffe leicht zu Grunde gehen. Man wendet dabei dieSchaluppen an, die wie Briggs bemastet und ausgerüstet sind; sie gehö-ren gewöhnlich den Bewohnern des linken Ufers oer Maas und werdenvon diesen ausgerüstet. Der Kabeljau, den man an den Küsten von Is-land fängt, ist von ausgezeichneter Qualität.
In früheren Zeiten war auch der Wallfischfang von Wichtigkeit, dieNheder von Rotterdam breiteten diese Quelle der Industrie aus. Jb^Schiffe waren sehr große Dreimaster mit beträchtlicher Mannschaft. S«efuhren nach dem Südmeer oder in die Nähe der Küsten von Grönland,daher kommt es auch, daß man diese Fahrzeuge haüfig Grönlands-vameden nannte.
Unter den nutzbaren Weichthieren führen wir die Austern und Mu-scheln an, welche letztere zu Kalk benutzt werden.
Von den nutzbaren Insekten verdient die Biene Erwähnung, derenZucht auf den Haiden in Utrecht und Geldern nicht unbeträchtlich ist.
Nun noch einige Worte über die Hauethiere und Viehzucht. U>ss^den Hanöthieren stehen die Kühe, die eine treffliche Milch geben, sbean. Im Jahre 1841 hatte das Land 1,070,704 Stück Rindvieh. PfeA'die groß, stark und ausdauernd sind, liefert vorzüglich Friesland. -r7Schafzucht, die große Fortschritte gemacht hat, ist in den sandigen o 1genden, besonders auf der Insel Texel, bedeütend. Die Schweinezu«^anlangend, so wird diese sehr eifrig betrieben, und der Speck bildet vaHauptnahrungsmittel der niederen Dolksklassen. Blicken wir nun >Allgemeinen auf den Viehstand der Niederlande, so zählte dieselbe -Jahre 1842 i,121,131 Stück Rindvieh, 222,106 Pferde und 649,^Schafe.