Die Niederlande.
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Und die oranische Partei nach und nach völlig besiegt. Darauf traten1795 die Stände der vereinigten Provinzen zusammen und ernanntenihren Staat zu einer batavischen Republik, die sogleich ein Bündniß mitFrankreich schloß, demselben aber das linke Ufer der Scheide, Maestricht,Venlo, Staats-Flandern und Staats-Limburg abtreten und loo Millio-nen Gulden zahlen mußte. Die Engländer, welche Holland als einfeindliches Land ansahen, nahmen von dessen Kolonien am Kap und inOstindien Besitz, sowie auch von der Insel Ceylon. Die batavische Re-publik ward immermehr von Frankreich abhängig; ihre Staatsausgabenüberstiegen die Einnahmen bei Weitem; 23,voo Franzosen besetzten unterdem Borwaude der Beschützung die Niederlande, die dieselben gänzlichunterhalten mußte, und es fiel die große Handelsflotte der Holländer,so wie die noch übrigen Besitzungen in Ost- und Westindien in die Händeder Engländer. Nach und nach rückten auch L1,vvv Mann verbündeterDritten und Russen in Nord-Holland ein und nahmen die Texel-Flotteweg; aber durch den Sieg des französischen Generals Brüne bei Bergenwurden Britten und Russen aus Holland wieder vertrieben.
Durch das von Napoleon angeordnete Kontinental-System sank derHandel Hollands vollends darnieder; dagegen stieg die Nationalschuldbis auf 1200 Millionen Gulden. Napoleon, seit 1804 französischer Kai-ser, gab im Jahre 1805 der batavischen Republik eine neue Verfassung,»ach welcher ein Raths-Pensionär an die Spitze der Regierung gestelltwurde; dieser war Schimmelpeniiing, ein durchaus rechtlicher Mann.Wider Willen der holländischen Nation gab Napoleon der Republik sei-nen Bruder Louis Bonaparte zum König, der jedoch, da der Kaiser eineVereinigung Hollands mit Frankreich im Plane hatte, den 2. Juli 1810ku Gunsten seines Sohnes die Krone wieder niederlegte. Er hatte eswit dem Wohle des ihm anvertrauten Landes stets redlich und gut ge-eint, war aber zu schwach, um sich von der Obergewalt seines Bruderswszumachen, und das kostete der Niederlande große Opfer und vieleKriegsgefahren. Den 9. Juli 1810 erklärte denn auch Napoleon HollandWl Frankreich für vereinigt, vrganisirte jenes ganz übereinstimmend mit°!esem, die Land- und Seemacht traten gleich in französische Dienste,vw Cvuscription wurde eingeführt, jeder Handelsverkehr mir England^Uf s strengste beseitigt, der in Holland vorgefundene englische Waaren-°rralh verbrannt und die ganze Verwaltung auf französischen Fuß ge-' ^t. Dies Alles ertrugen die Holländer mit verhaltenem Ingrimm;b? aber nach der Schlacht bei Leipzig (1813) Preußen und Russen auf/ Uandischem Gebiet erschienen, erhoben sich mit diesen alle NiederländerWen die Franzosen, ihre Unterdrücker. Am SO. November 1813 landeteauk ^ Sohn Wilhems V., der mit Jubel empfangen wurde, und
len, ^ Kongreß zu Wien ward Belgien mit Holland vereinigt, welchesihn ^ fast alle seine verlorenen Besitzungen, so wie auch das Fürsten-De.üv und das Großherzogthum Luxemburg, letzteres für die an
"r,chlai,d abgetretenen nassauischen Länder erhielt. Wilhelm ward Kö-^ ^ Niederlande und das Land bekam eine neue Verfassung.
uun Wilhelm darauf bedacht war, des Landes gesunkenemso viel als möglich aufzuhelfen und allen seinen UnterthanenSie u Arfchtigkeit zu gewähren, so waren doch die Belgier unzufrieden,'ände^ -r nämlich die holländische Regierung, daß sie die Hol-
gea-n x- ^"5 begünstige, die französische Sprache verdränge und da-' die holländische zur Nativnalsprache machen wolle. Als nun 1830