Buch 
5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
822
JPEG-Download
 

822

Eüropäisches Staatensysiem.

W. zu einen sanften Abhang hat, nach S. und S.W. aber inschroffe Felsmassen anstaust, und sich zwischen den Kustenflüffen Mon-dego und Zezerre von N.O. nach S.W. zieht. Die höchste Hochebenewird von den steilen Felsengipfeln Cimadouiv dosCäes, Cantaro grandeund dem kaum ersteigbaren, steilen Cantaro delegado umschlossen, undwird Malhäo da Serra genannt. Dieses Gebirge hat in seiner nörd-lichen .und westlichen Abdachung sehr fruchtbare Thäler und besteht eben-falls aus Granit. Nördlich »um Flusse Mondego erblickt man in gleicherRichtung bis nach Coimbra den rauhen Felsenrücken Val de Besteiros(ehemals Monte de Alcoba), von welchem als Nebenzweig im W. diehohe Serra de Bussaco anstaust. In Unter-Beira zieht sich das niedrigeSandsteingebirge Serra da Guardunha hin, mit welchem sich um Jdanhanoch niedrigere Schieferberge verbinden.

Die fruchtbare Provinz Estremadura, welche das meiste Flachlandund die meisten Hochebenen Portugals hat, wird in gleicher Richtunghauptsächlich von einem Kalksteingebirge durchschnitten, dessen Mittel-punkt in Loukio ist. In dieser Provinz erhebt sich noch an der westlichenSpitze, zwischen Cintra und der Mündung des Tejv, die Serra daCintra, deren Gipfel eine Höhe von ISOV bis 180»' haben, und die indem Cabo de Roca in's Meer auslaüft- Der grobmassig abgesonderteGranit dieses Gebirges enthält nur wenig Glimmer mit etwas Horn-blende; an der Nordseite ist Kalk, an der Oftseite Schiefer, beide müstarkem Schichtenfalle daran angelagert. Lissabon selbst steht (nachSharpe) auf einer, durch eine tiefe Schlucht getheilten Hügelreibe, derenöstl. Abschnitt aus Tertiär-Schichten, der westliche aus Belemniten-Kal-besteht. Unter diesen erscheinen im N. und O. von Lissabon und Z"Villa franca Sand und Sandstein ohne organische Neste. Auch BasaÜkommt, in großer Ausdehnung, in Berührung mit den sekundären »ndtertiären Schichten vor, doch ohne an den Berührungsflächen irgend ei>tfEinwirkung z« zeigen. Südlich von der Mündung des Tejo erhebt sichdas auf Sandstein liegende Kalkgebirge Serra de Arabida bis zu 100 »Höhe, und laüft im Cabo de Espichel nach dem Meere zu aus.

In dem Hochlande der Provinz Alem-Tejo steigt die Serra de Olwbis zu 2030' Höhe an, dagegen die übrigen Spitzen des Gebirges uick1000 bis 2000' Höhe ansteigen. Sie bestehen zum Theil aus, mit schürrigem Kalkstein bedeckten, Granit, theils aus reinem Kalkstein oder a»sschiefrigem Sandstein, und weiden nach der Meeresküste zu schroffer.

Zwischen Alem-Tejo und Algaroe erhebt sich das hohe Gebirge Serrc>de Monchique, dessen höchste Kuppe, Serra de Fvya, 3830' erreich/'Es besteht im Hauptkamme aus Granit, der mit schiefrigem SandsteUbedeckt ist. Die niedrigeren Vorgebirge sind aus Kalkstein gebildet,ziehen sich bis zur Seeküfte hin und haben viele fruchtbare Thäler.

Flüsse.

Die Hauptflüsse Portugals, welche zugleich Spanien angehören,

1) Der Minhv (spr. Minjo), der nur 5 geogr. Meilen vor st*

Mündung für kleine Fahrzeuge schiffbar ist, berührt das Land nurNorden. . ^

2) Der Douro wird 16 geogr. M. vor seiner Mündung der ^Villa St. Joao de Pesqueira fahrbar, wo ein Strudel undSchifffnhrt fortzusetzen hindert; doch können ihn Barken noch d"ilen weiter bis Tone de Mvncoryo befahren. Zu seinen Nebenn»»