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Europäisches Staatensystem.
Coimbra, Braganya nebst Miranda, Aveiro und Pinhel hat. Die süd-liche, erzbischöflicbe Diöcese für die Provinzen Alem-Tejo und Algarvesteht unter dem Erzbischof von Evora, dessen drei Suffragan-Bischöfe dievon Elvas, Beja und Aigarve sind. Die Erzbischöfe haben Marquis-und die Bischöfe Grafen-Rang. Mit letzteren stehen in gleichem Rangedie 13 Principales (deren Titel Excellenz ist) und die 13 Nonsensioresinitraclos, Prälaten mit der Bischofsmütze, au der Patriarchalkirche zuLissabon. Die bischöflichen Sprengel und deren Comarcas sind aber vonden für die politische Verwaltung gebildeten Eintheilungen gänzlich ver-schieden, und nur die kirchlichen Verwaltungsverhältnisse sind gegenwär-tig dieselben.
Die Zahl der Klöster und geistlichen Stiftungen war früher ungemeingroß; doch hat dieselbe sehr abgenommen. Nach einer Zählung vornJahr 1821 gab es 36« Mönchsklöster mit 576« Mönchen; darunterwaren noch 167 Klöster der Bettelmönche mit 235« Mönchen. Die Zahlder Nonnenklöster betrug 126 mit 2725 Nonnen und 12 Commendadei-ros und Recolhimentos, worin 162 barmherzige Schwestern Arme undKranke verpflegten. Ein königliches Dekret vorn 28. Mai 1834 befahlsämmtliche Mönchsorden für Portugal aufzuheben.
S- Kultur des portugiesischen Volkes.
Von deü verschiedenen Zweigen der physischen Kultur ist bereits indem vorhergehenden Abschnitt gesprochen worden, daher wir jetzt zu dertechnischen Kultur übergehen. Diese steht noch auf einer sehr niedri-gen Stufe, und Portugal muß vieles vorn Auslande beziehen. Was zu-erst die Leinen-Manufakturen und die gröberen Gewebe in Flachs undHanf betrifft, so ist deren Hauptsttz in Lissabon, Porto und in der Pro-vinz Minho; außerdem findet mau einige Fabriken in Coimbra, Guima-rsies, Amarante, Braga u. s. w. Zu besseren Geweben bezieht man denFlachs aus den Nordsee-Häfen und die Einfuhr an fertiger Leinwan^Battist, Segeltuch, Tauwerk aus England, Holland und Deütschland «stsehr bedeutend.
Die Woll-Manufakturen liefern gewöhnlich leichte Zeüge oder wol-lene, halb mit Baumwolle gemischte Stoffe, so wie Tücher geringe'^Sorte, und sind am bedeütendsten zu Cascäes bei Lissabon, Braga, Porto,Fundao, Portalegre, Covilhäo. Die besseren Fabrikate werden aus Euö*land bezogen. ,
Die Fabrikate in Baumwolle werden fast nur ausschließlich in derUmgegend von Lissabon, Porto und Coimbra geliefert und sind sehr h'"^ter den Fortschritten der Zeit zurückgeblieben; doch gibt es noch mehrenBaumwollenspinnereien. Der größere Bedarf in diesem Zweige derdustrie wird ebenfalls aus England bezogen.
Die Seiden-Manufakturen beschäftigten um das Jahr 1804 gege27,v«0 Personen, und waren über alle Provinzen des Landes ausge^breitet; aber auch sie sind gesunken. Die bedeütendsten Seidenftühle sind zLissabon und in dessen Umgebungen, zu Braganxa, Porto, Beja u. l-' 'und rohe Seide, so wie seidene Stoffe werden vvm Auslande viel bezog '
Die Industrie in der Fabrikation der Metallwaaren befriedigt haupsächlich nur das rohere Bedürfniß. Waffen - und Messerfabriken be«/den sich zu Lissabon, Braga, Beja, GuimäraeS und Porto, eine kou«g'Gewehrfabrik zu Elvora. Feinere Arbeiten, so wie das noch fehlerohe Kupfer, Zinn und Blei bezieht man von England, grobe Ek>enn