844
Eüropäisches Staatensystem.
3) Insel Terceira, gegen 10 Q.M. groß; 4000 I. Sie ist sehrvulkanisch, fast überall von steilen Felsen umschlossen, hat herrliche Wei-den, baut Weizen, Mais und Wein und treibt Rindviehzucht. Angra,Hptft., guter Hafen, Fort, Leüchthurm, Sitz des Gouverneurs aller In-seln. — Praya, St. mit Hafen.
4) Insel St. Jörge, 6 M. lang, 1 M. breit; 2L,ooo I. Vieh-zucht und Weinbau. — Velas, St. 4000 I.
5) Insel Pico, 9 M. lang, 2'/- M. breit. 36,000 I. Hat im W-einen 6500 Fuß hohen Vulkan, zum Theil steinigen Boden. Weinbau.Städte sind: Lages, Magdalena und St. Nocco.
6) Insel Fayal, 2'/z M. lang und 2 M. breit, ist fast ganz rund,hak ein liebliches Klima, fruchtbaren Boden; Tannen, Palmen, Süd-früchte. Horta, Hauptort, Hafen und Seehandel.
7) Insel Graciosa, 2 M. lang, i'/- M. breit; 12,000 I. Reichan Wein und Getreide. S. Cruz, St.
8) Insel Flores, 2'/, M. lang, I'/, M. breit; 9000 I. Ist Hügel-reich, hat Cedern, Getreide, heiße Quellen. St. Cruz und Lages St-
9) Insel Corvo, '/- Q.M.; 1000 I. Starke Viehzucht.
b. Insel Madeira und Porto öanto.
1) Madeira wurde im I. 1419 durch Joav Gonyalo Zargo ent-
deckt, hat 16 Q.M., mildes Klima, und ist gebirgig. Haupterzeügrusstsind Wein und Südfrüchte. Im Innern Kaninchen. Handel mit Eng-land. Funchal, Haupthafen. >
2) Porto Santo, reich an Rebhühnern. Be,de Inseln solleneine Bevölkerung von 110,000 I. haben. Wein ist der vorzüglichste Aus-fuhrartikel, den man durchschnittlich jährlich zu 15,000 Pipen annimmt-In neuerer Zeit machen jedoch die verbesserten spanischen Weine dtNportugiesischen den Rang streitig.
o- Die caboverdilchen oder Inseln des grünen Vorgebirges.
Diese Inseln haben 149 Q.M. und bilden eine Gruppe von 9 In-seln, deren Namen folgende sind: Svl, Boavista, Mayo, St. ThiE-Togo, Brava, St. Nicolao, Baza, St. Luzia, St. Antonio, St. W'cente. Sie liegen zwischen 14° und 17 ° N., sind sehr gebirgig (Togo°Kegelberg soll über 8000 Fuß hoch sein) und fruchtbar, wenn nicU,^Regenzeit ausbleibt, was aber oft der Fall ist, und wo dann viele Men-schen den Hungertod sterben müssen. Die Luft ist beiß und ungesu"?'b-sonders auf Thiago, wo fast alle Eüropäer ihren Tod finden. D-evorzüglichste Ausfuhr dieser Inseln besteht in der Orseille, die Monopmdes Gouvernements ist, und woraus dasselbe jährlich 90 Contos bezrev»'m^von jedoch die Kosten des Einsammelns abgezogen werden müsse.'Die ^nseln werden durch einen einzigen Gouverneur regiert, der jetztnen S.tz, zu St Vicente hat. Auf St. Jago liegt die Hptst. P»rtoda Praia; Hafen.
st. Distrikt der Rüste von Guinea.
Er steht unter dem Gouvernement der Inseln des grünen Vorgebir-ges, hat 19,z Q.M., und erstreckt sich mehr denn 100 Leguas in dasInnere des Landes. Seine vorzüglichsten, aber von Negern bewohnte»Ortschaften sind: Geba, Zinguichor, Farim und Conconda am Rio Grande.An dieser Küste wird abscheulicher Sklavenhandel getrieben, eben!»