Das Königreich Neapel und Sicilien. 951
führt. Sunrach ist ein einträgliches Produkt der Insel Sardinien, undim Jahre l833 wurden 86,vv» Cantari ausgeführt.
Der Weinbau ist zwar im ganzen Lande verbreitet, wird aber nichtmit gehöriger Sorgfalt betrieben. Die Konsumtion von Weintraubenals Nahrungsmittel ist in keinem Lande so groß als hier. Die feurig-sten und gesuchtesten Weine lind die apulischen und calabriscben; leichteund angenehme Weine sind die der Terra di Lavoro, doch halten sie sichnicht lange. In großem Rufe stehen die Weine, die am Fuße des Ve-suvs gewonnen werden, und unter dem Namen Imorxmsn Ldrmti undVinv Kreoo bekannt sind, ferner die Weine von Pozzuoli, Posilippo,Capri und Trani. In Sicilien wird der Weinbau sorgfältiger gepflegt,aber das Keltern läßt auch hier Vieles zu wünschen übrig; nur auf derenglischen Niederlassung bei Marsala wird ein dem Madeira-Wein ähn-licher gewonnen, der auch viel ausgeführt wird. Die Ausfuhr der sici-lischen Weine, die grvßentheils aber nach dem Reiche diesseits der Meer-enge bestimmt ist, betrug im Jahre I8L3 43,600 Botti im Werthe von466,666 Oncie — 1,266,660 Ducati (1,372,866 Thlr.).
Der Gartenbau auf Südfrüchte ist so allgemein wie der Weinbau,und Caladrien, Terra di Lavoro und der Osten Siciliens liefern dietrefflichsten Orangen, Citronen, Feigen, Pistacien und Mandeln undeinen bedeütenden Ertrag der Ausfuhr. Die Hafenplätze Messina undPalermo versenden allein über 366,666 Kisten Apfelsinen und Citronennach fast allen Ländern Eüropa's und den nordamerikanischen Freistaa-ten; Messina und Siragossa verschickt jährlich über >2,666 Fässer Citro-rvnensafl nach Triest, und aus Neapel gehen jährlich mehr als 25Schiffsladungen getrockneter Feigem Früchte vom JohanniSbrodbaumliefern hauptsächlich die Terra di Lavoro, Terra di Bari und Sicilien,und sie sind eine gewöhnliche Nahrung aller Volksklassen, auch der Pferdeund werden in Menge ausgeführt. Sehr einträglich ist ferner der Ge-winn an Manna, Lakritzensaft und getrocknetem Süßholz, von denenersteres besonders aus der Gegend von Palermo, Cinnisi, Capari unddem südlichen Calabrien kommt. Palermo verschickt allein jährlich 4666Kisten. Süßholz wird überall angebaut; den besten Saft bereitet manin Corigliano, Salazzi und Cassano, so wie im Val di Mazzara aufSicilien, und die Ausfuhr dieses Artikels ist sehr bedeutend. Eine ge-ringere Art von Saft bereitet man in den Abruzzen, der meistens inDeutschland und dem nördlichen Europa abgesetzt wird.
Einer der ergiebigsten Zweige des Acker- und Gartenbau'S ist derOlbau. Der Ölbaum wird überall im Staate angetroffen und gedeihtaußerordentlich gut. Das beste Öl liefern die Provinzen Terra die Bark,Calabria ulteriore I. und II.; das meiste Olivenöl wird von Gallipvliund Gioja ausgeführt. Brindisi, Bari, Monopoli und Otrantv versor-gen das östlich« Oder-Italien , so wie das südliche und mittlere Deutsch-land. Das neapolitanische Öl eignet sich besonders für den Gebrauchden Fabriken und wird besonders in England gesucht; das sicilianischeÖl dagegen ist zu dünn und findet weniger Ahsatz, doch wird das vonCefalst, Tusa und Termini im Handel gesucht. Der Anbau des Zucker-rohrs wird jetzt nur sparsam in Calabrien und auf Sicilien betrieben.Der Tabackübau ist zwar sehr verbreitet, liefert aber ein schlechtes Pro-dukt, welches nur in der Terra di Otrantv besser gedeiht.
Das Thierreich anlangend, so findet man von Saügethieren inwildern Zustande alle Arten des im südliche» Eüropa gewöhnlichen