Das Königreich Neapel und Sicilien.
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eingeführt. Der Korallenfang an der stcilischen und caiabrischen Küsteund die Aufternfischerei, früher in dem Busen von Tarento» »varen vonVedeütung, sind aber jetzt herabgekommen.
Die Gebirge enthalten viele Erze, allein der Bergbau ist sehrvernachlässigt, und die in Calabrien befindlichen Bergwerke auf Graphit,Silber, Blei und Kupfer, welche in früheren Jahrhunderten reiche Aus-brüte gegeben haben, sind größtentheils seit einem halben Jahrhundertverlassen. Auf Sicilien, wo sich auch Quecksilber befindet, ist ebenfallsder Bergbau vernachlässigt, und der Staat bedarf alljährlich einer be-brütenden Einfuhr an Eisen und Zinn. Einen schönen Brauneisensteinbricht man in Menge bei Pazzano, welches das einzige Bergwerk jetztim Königreich ist, und von dem Kriegsministerinm durch das Artillerie-Korps verwaltet wird. Die Schmelzwerke sind in Mongiana, wohinalles Erz auf Maulthieren von den Gruben von Pazzano 4 Stundenweit gebracht wird. Der jährliche Ertrag an Erz beträgt etwa 20,000Cantari oder 3,360,000 Pfund. DaS Eisen wird übrigens fast nur zuGnßwaaren, eisernen Kanonen, Kanonenkugeln u. s w. benutzt, fastnie zu Schmiedeeisen.
Die Ausbeute an Schwefel har in neüerer Zeit sehr zugenommen.Er findet sich hauptsächlich im südlichen Theile der Insel Sicilien inreicher Menge, und seine Ausfuhr betrug im Jahre 1833 500,000 Can-tari (863,650 berl. Ctr.) zum Werthe von 1,750,000 Ducati (2,002,000Thlr.). Außerdem gewinnt man viel Schwesel auf den liparischen In-seln, Alaun aus den Solfatara-Quellen, Salpeter, Vitriol und Zinnoberim südlichen Calabrien und Sicilien. Steinkohlen liefert die Grube vonAgnano bei Garace in Calabrien. Das Salz, welches an vielen Ortengewonnen wird, befriedigt den Bedarf und wird auch ausgeführt. Stein-salzlager befinden sich besonders in Calabrien bei Cotrvne und in derNähe von Castro Giovanni auf Sicilien. Die Regierung verkauft meistsicilianisches Seesalz und läßt nur das Steinsalzwerk von Lungro undAltomvnte (südwestlich von Castrovillari und 26 Miglien nördlich vonCosenza) verarbeiten. Seesalz wird hauptsächlich bei Barletta und Ave-trana, in Sicilien bei Agosta, Marsala und Trapani gewonnen. Nutz-bare Steine, wie Marmor, Alabaster, Porphyr, Lava (zusammen mitBimstein und Traß), Halbedelsteine, besonders Jaspis, kommen in allenProvinzen vor, und in der Gegend von Catania findet man auch mehrereArten Bernstein. Unter den Thonarten verdient die Puzzolanerde in derGegend von Neapel Erwähnung.
Bevolkerungsverhältnisfe.
Die Bevölkerung de« Königreichs Neapel und Sicilien mag sich aufetwa 7,975,85V Seelen belaufen. Nach den angestellten Zählungen be-trug in den hier folgenden Jahren im Königreich Neapel die Zahl der
1828
1829
1831
1832
1833
Volksmenge
5,733,43V
5,732,114
5,754,V1V
5,818,136
5,919,821
I.
Dagegen zählte man am«,111,642, im Jahre 1837 <
5 >aniran »820 ^ ^
Geburten211,08«
2V2,432
— 219.261
— 206,522
— 215 132I. Januar' 1835 5,946,320,
6,089,288, im Jahre 1838
neüe» Ehen36,89533,13438,19142,39643,865
im Jahre 1836
, 11 , Klivie ISSV IM ^zayre 6,021,284, am
Januar 1839 6,071,065, am 1. Januar 1840 6,113,259, und im Jahre
Todesfälle
173.482
185,372
192,235
165,261
153,447