Das Königreich Sardinien.
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lich sind, erhalten ihren Wasservorrath grvßentheilS durch eine unter-irdische Verbindung mit dem Meere, trvcküen aber in heißen Sommernfast ganz aus. Die bedeutendsten sind die 3 bei Oristano, die vonSanta Giusta, Cabras und Sassu, der Scafa, der bei Palmas und derPlatamona.
Das Klima gleicht in den südlichen Küstenstrichen von Nizza bisGenua, Spezzia und Sarzana dem zu Neapel. Im gebirgigen Theiledes Festlandes dagegen ist das Klima wenig milder als das der Schweiz,und im ebenen Theile dem Klima der Lombardei gleich. Die Insel Sar-dinien weicht hinsichtlich des Klima's wenig von Genua ab, besondersin den fruchtbaren Ebenen von Cagliari und Oristano. Die mittlereTemperatur zu Nizza ist -j- 15° 5, zu Genua sogar -j- 16° 4, mithinnur v,» niedriger als zu Neapel, und die mittlere Temperatur zu Turin-f- ll° 7. Am kältesten sind die Thäler von Chamouny, Maurienneund Tarantaise. Regen ist auf der Insel Sardinien eine Seltenheitund vom gesammten Quantum des jährlich niedergefallenen Regens lie-fert der Sommer nur 9 Procent. In Turin beträgt dagegen die jähr-liche Regenmenge 24,, Zoll, davon 14,» Procent im Winter, 29,, Pro-cent im Sommer, 35,, Procent im Frühjahr und 25„ Procent imHerbste.
Physische Kultnr.
Der Ackerbau befriedigt den Bedarf an Getreide, von welchem denbedeütendsten Ertrag die Provinz Turin, den geringsten die ProvinzenSavoyen und Aosta liefern. Außer dem Getreide werden auch vieleGemüse, Knollengewächse, Wein, Öl, Hanf und Reis gewonnen. Letz-terer gedeiht in der Provinz Novara und in einigen derselben benach-barten Strichen der Provinzen Turin und Alessandria. Genua und Nizzaliefern Öl und Südfrüchte, und Savoyen und Aosta Gemüse und Kar-toffeln. Auf der Insel Sardinien ist der Ackerbau vernachlässigter alsauf dem Festlande, und es liegen daselbst noch große Landstrecken, diein Ackerland verwandelt werden könnten. Hansbau wird besonders inPiemont und Tabacksbau in derselben Provinz und auf der Insel Sar-dinien betrieben. Jener gewährte außer der Bestreitung des eigenenBedarfs noch eine jährliche Ausfuhr von 399,00» Lire (81,999 Thlr.).Der Weinbau hat sowohl auf dem Festlande, als auf der Insel großefortschritte gemacht, die Weinausfuhr hat in neüerer Zeit bedeutendZugenommen, und der gesammte jährliche Weinertrag auf dem Festlandebetrug in mehrjährigem Durchschnitt 6,829,77t Brente (296,793,538 ber-liner Quart). Einen noch bedeütenderen Ertrag gewährt der Ölbau, derU' Genua, Nizza und einigen Gegenden der Insel Sardinien betriebenwird. Bebrütende Kastanien- und Eichenwälder findet man auf derInsel Sardinien, wo man auch die immergrüne Eiche mit eßbaren EichelnAntrifft. An Bauholz wird von der Insel jährlich, für 185,999 bis2v»,999 Lire (54,999 Thlr.) ausgeführt.
Die Viehzucht anlangend, so ist in den Alpengegenden die Rind-?>eb- und Ziegenzucht sehr ausgebreitet und gewährt den größten Ertrag^ der Käsebereitung, die besonders in Savoyen, Piemont und auf der^»sel Sardinien betrieben wird. Von den übrigen Hausthieren hältwa„ fhx den innern Bedarf noch Schafe, Schweine, Pferde und Maul-.uere, doch wird für die Pflege derselben zu wenig gesorgt. Von wil-
Thieren findet man wilde Schweine, Damhirsche, Hasen, Kaninchen,