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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

auf den Alpen Gemsen, Wölfe, Füchse, Bären, Luchse, wilde Katzenund Murmelthiere. Die Steinböcke sind fast ganz ausgerottet, da-gegen gibt es auf der Insel Sardinien Mufflons.

Seide wird in den Provinzen Turin, Alessandria und Novara vielund gut gewonnen und die piemontesische wird gleich der lombardischengeschätzt, ja die in manchen Hegenden Piemonts erzeügte nicht selten fürdie beste in Eürvpa gehalten. Die Ernte der Seide belauft sich imDurchschnitt jährlich auf 2v,üvv Centner, und die Ausfuhr derselben istsehr bedeütend. Auf der Insel Sardinien ist dagegen der Seidenbauvon geringer Wichtigkeit. Geringfügiger als der Seidenbau ist die Bie-nenzucht, die nur auf Sardinien den innern Bedarf an Honig undWachs befriedigt.

Die Fischerei ist ein ansehnlicher Gewerbszweig für die InselSardinien, so wie für die Provinzen Genua und Nizza. Man fängtThunnfische, Sardellen, Anschovies und außerdem Korallen. Der Werthder Ausfuhr von eingesalzenen und geräucherten Fischen beträgt im Durch-schnitt jährlich 7VV,VVV Lire.

Bon Mineralerzeügnissen gewinnt man etwas Silber in denMinen Savoyens zu Herminon, Peffey und Macvt, und zwar jährlichgegen I8üü Mark; Blei in der Provinz Coni zu Vinadio jährlich gegen26SS Centner, und auf der Insel Sardinien bei Jglesias, und Monte-fero jährlich gegen 3000 Centner, wovon gegen lüvo Centner ausgeführtwerden; Eisen in der Provinz Aosta zu Gressan jährlich gegen 2 S, 0 üüCentner, ferner in mehreren Bergwerken Savoyens und Piemonts, diezusammen einen Ertrag von.ovü Centner» gewähren, wegen Holz-mangels aber nicht weiter ausgedehnt werden können. Da dieser Ertragdie Bedürfnisse des Festlandes jedoch nicht befriedigt, so wird noch eineMasse Eisen (gegen 4V.0VV bis 5ü,oav Centner) über Genua eingeführt;dasselbe gilt von der Insel Sardinien, die zwar in mehreren Gegendenreichhaltigen Eisenstein bei Teulada, Oristano, Arsana, Bvsa und imThale Orida besitzt, allein den, größten Theil des Bedarfs an Stakstund Eisen aus Schweden und England bezieht. Kupfer wird iu unbe-deütender Menge in Savoyen gewonnen. Auf Sicilien gibt es auchSpuren von Gold und Silber, doch werden sie nicht recht verfolgt-Außer den genannten Mineralien werden angetroffen: Steinkohlen inder Provinz Savoyen, Genua (in der Nähe von Savona) (und auchauf Sardinien bei Perdigliana, nebst Braunkohlen, die aber einen umerträglichen Schwefelgeruch haben); Schwefel in Savoyen in der Land-schaft Tarantaise; Vitriol in der Provinz Aosta, Alaun, Salpeter un>-Antimvnium auf Sardinien, ferner gute Bausteine; Alabaster und Sstst^fer; Marmor in den Provinzen Savoyen, Aosta, Genua und TurM'schwarzer, weißer und gelber Marmor auf Sardinien bei Teulada, ABonaria bei Cagliari, zu Casteldoria bei Bvsa, zu Fium« Santv d«Sassari U. s. w. Ein guter Schieferfteinbruch befindet sich bei Altagiarrin der Näbe von Sassari; Steinsalz wird zu Moutiers, wo zugl"Aeine Saline lst, die jährlich über 2V.V0V Centner liefert, und SeeiaHin den Salzlachen auf der Seeküste der Insel Sardinien, besonders amder Rhede von Cagliari, in dem Busen von Palmas bei Oristano, TerrmNuova, Span und beiden Inseln G. Pietra und S. Antrioco gewon»^ -und der Gewinn ist sehr bedeütend, indem noch viel in's Ausland, ? .sonders nach Schweden ausgeführt wird. Der jährliche Ertrag st"»bis auf Svo.avo Centner.