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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

Die Finanz Verwaltung gebt von dem Ministerium der Finan-zen aus. Seine Haupleinnahmen besteht der Staat aus den Zöllen, dendirekten und indirekten Steuern, aus den Salinen und verschiedenenMonopolen. Sämmtliche Staatseinnahmen des Festlandes sollen voreinigen Jahren 60,000,00« Lire (18,630,00« Thlr.), die der Insel Sar-dinien 1835 2,800,000 Lire (756,000 Thlr.) betragen haben. Die ge-summte Staatsschuld betrug in genanntem Jahre 87,000,000 Lire(23,400,080 Thlr.).

Die Kriegsmacht des sardinischen Staats betragt etwa 80,000Mann, von denen gegen 36,000 Mann bei den Fahnen sich befinden,und die Seemacht zählte nach dem Etat von 1834 25 Schiffe mit 3630Mann. Feste Plätze gibt es auf dem Festlande 1«, nämlich EMes,Fenestrelles, Effeillon,,sstizza, Genua, Gavi, Savona, S. Remo, Ales-sandria und Turin; und auf der Insel Sardinien Cagliari, Algheround Castel Sardo.

Zur Belohnung der Verdienste um den Staat hat Sardinien Orden:den der Or-cHue suxremo clelst ^iwrmoiata, den geistlichen Orden desheil. Moritz und Lazarus, den für ausgezeichneten Kriegsdienst und denCivilverdienft-Orden von Savoyen. Außerdem bestehen noch goldene undsilberne Militär-Medaillen.

Diplomatischen Verkehr unterhält Sardinien fast mit allen MächtenEüropa's und mit Brasilien.

Topographie.

Das Festland.

1. Provinz Äotta.

Sie gränzt im N. an die Schweiz, im O. und S. an Turin undim W. an Savoyen.

Avsta, Hptst., die alte Stadt der Salassen, zwischen hohen Ber-gen, schmutzig und schlecht gebaut; 7000 I. Römische Ruinen. Cour-majeur, am südlichen Fuße der Kette des Montblanc, großes Drf.Warme Heilquellen und Sauerwasser.

2. Provinz Älettanbria.

Sie gränzt im N. an Novara, im O. an die Lombardei und anParma, im W. an Turin und im S. an Genua.

Alessandria, Hptstdt. mit dem Beinamen äella kuxlis (vonStroh), einst Cesaria, erste und bedeütendste Festung des Königreichs,am Tanaro, in sandiger Ebene; 38,000 I. Sitz eines Bischofs, Palastdes Gouverneurs, Zeüghaüs, bombenfeste Kasernen, viele Kirchen undKlöster, bedeutende Messen, Fabriken und viel Obstbau in der Umgegend.Ostwärts von der Stadt liegt, auf der rechten Seite des Bormida, dasSchlachtfeld von Marengo. Casale, St. am Po und mit Mauernund Gräben umgeben. Schloß, mehrere Kirchen und Klöster; 10,000 I-Moncalvo, kl. St.; 3000J. Vercelli, einst Vercellä, ummauerteund wohlgebaute St. an der Sesia; 17,000 I. Schöner Marktplatz,schöne Kathedrale, Sitz eines Erzbischofs, Reisbau. Die Umgegend hatungesunde Luft. Trino, gut gebaute St. i Meile links vom Po; 6000I., die Viehhandel treiben. Berühmt sind die hiesigen Schinken. Tor-ton a; einst Derthon und Dertone, arme und öde St. an Scrivia, überwelche eine Brücke führt. Mehrere Kirchen, Klöster, Sitz eines Bischofs,