Das Königreich Griechenland.
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Geogiiostische Verhältnisse und Mineral- Erzeugnisse.
Der Hauptbestandtheil der griechischen Gebirge ist fast überall Kalk-stein; aus Glimmerschiefer und krystallinisch-körnigem Kalk bestehen derOsten von Attika, die südöstlichen Spitzen des Peloponnis auf beidenSeiten des Ewrotas bis zu den Vorgebirgen Matapan und St. Angela,so wie der Norden des Killeni und der Olenos. Dieselbe Gebirgsartfindet sich auf Negroponte und auf der Mehrzahl der Kykladen und nurim Osten erscheint Granit mit Gneis. Die Insel Amorgo, so wie diehöchsten Spitzen Ewboeas bestehen aus Tbonschiefer, Santorin und dieGruppe von Milo dagegen sind vulkanische Produkte. Tertiär-Forma-tionen finden sich im Nordosten des Peloponnis und Allusionen an dernordwestlichen Küste von Elis, in den Ebenen von Tripolizza u. dgl. m.
Das Mineralreich liefert an brennbaren Fossilien: Braunkohlen,die besonders in Ewboea vorkommen; an metallischen Körpern: Eisenerze,in Attika, wie Brauneisenstein, Notheisenstein, Corvmeisensiein u. s. w.;etwas Gold wird in feinen Blättchen bei Skyro bemerkt; Silber findetsich im Bleiglanz des lawrischen Bergbaues; Bleiglanz in den lawrischenGebirgen; und Kupfer an mehreren Orten. An nützlichen Steinartenist kein Mangel, wir nennen z. B. den Marmor zu Paros, auf demPentelikon, Hymettos, zu Skiathoö, Andros und an vielen andernStellen; Ophiolit, Gyps, weiße Bausteine, Schieferplatten, lithogra-phische Steinplatten, Porphyr, Serpentin, Müblsteine, Bimsstein,Schleifsteine, Asbest, Talk; von nützlichen erdigen Körpern verdienen derMeerschaum (bei Theben), Porzellanerde (auf Milo), Thon; Puzzolan-erde (zu Santorin); die Farbenerden, der Kalkmergel u. s. w. Erwäh-nung. Schwefel ist reichlich auf Milo und bei Susaki; Kochsalz liefertdas Salzwasser von Milo, Eisenvitriol und Alaun Milo; und Salpeterwird in hinreichender Menge gefunden. — Warme salzig - schwefeligeHeilquellen finden sich zu Lipsoewdipsv (Negroponte), bei den Ther-mvpylen, Methana (Mvrea) und zu Patradsik; salzig-schwefelige undeisenhaltige zu Thermiae, lauwarme Salzquellen auf Milo; süßes war-mes Wasser bei Lutraki am Meerbusen von Korintb; außerdem sind mi-neralhattige Quellen zu Santorin und am Oeta bei den Thermopylen.
Flüsse.
Diese sind in Griechenland unbedeütend, denn die natürliche Gestaltdes Landes so wie seine geringe Ausdehnung in der Breite machen eSunmöglich, daß sich ein großer Fluß darin bilden kann; der größte istder Aspropotamvü (Achelons), welcher aus den Gebirgen von Mez-zowo in Epidawrvs kommt, unter 39° 9' Lat. die griechische Gränze be-tritt, Akarnauien von den übrigen griechischen Provinzen trennt, vieleNebenbäche aufnimmt, in der Nähe von Lepeny (Stratos) einen Fall,und bald darauf mehrere kleine Arme bildet und sich beim Dorfe Tri-gardon, der Insel Jthaka gegenüber, in's ionische Meer ergießt. Dieübrigen Flüge, wie der Mawro Nero oder Mawro Potamvs (der boev-tische Kephissos), Eilada (Sperchios), Kephiffos und Jlyssos in Attika,der Ewrotas, welcher aus dem südlichen Arkadien kommt, der Tanvs,Panizza (Jnachos), die Pirnazza, der Jglia (Peneus) und viele anderefind meistens wilde Bergftröme, die im Sommer trocken sind und vonkeiner Bedeutung.
Auch die Seen sind von keiner großen Bedeutung, doch bemerkens-werth: der Tvpolias oder Kopaissee in Boeotien, mit unterirdischen
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