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Eüropäisches Staatensystem.
Wässerung. Der Gartenbau ist noch zurück und der Grieche kultivirt nursolche Pflanzen, die er am nothwendigsten bedarf, wie Zwiebeln, Knob-lauch, Sellerie, Kohl, Rüben, Melonen, Gurken rc.
Thierreich und Viehzucht.
Saügethiere im wilden Zustands sind nicht viele vorhanden; dochtrifft man den Wolf, Fuchs, Schakal, Goldwolf, die wilde Katze, Wie-sel, Marder, Seehunde, Meervttern, Fischottern; Hirsche auf den be-waldeten Gebirgen Nord-Griechenlands; wilde Schweine in großer An-zahl in Sumpfgegenden und auf den bewaldeten Bergen; ferner Maüse,Ratten, Eichhörnchen (nur im Norden), Goldmaulwürfe, Feldigel undmehrere Arten Fledermaüse.
Von den Hausthieren gedeihen alle Arten in Griechenland vorzüg-lich, und das milde Klima, so wie die vielen nützlichen Pflanzen begün-stigen deren Kultur außerordentlich. Am zahlreichsten sind die Schafe,welche der besseren Nasse angehören und gegen 3V bis 36 Zoll lang,15 bis 18 Zoll hoch sind und 30 bis 50 Pfund wiegen. Das hiesigeSchaf gleicht dem Schafe der Berberei, ist am schönsten und größten inLivadien, bleibt immer im Freien und liefert eine sehr feine und seiden-artige Wolle. Am schlechtesten sind die Schafe in Attika, dagegen zeich-nen sich die Arkadiens durch ihre weiße Wolle aus. Mit Merinoschafehat man Versuche gemacht. Nächst den Schafen sind die Ziegen sehrzahlreich, besonders in den Gegenden von Attika, am Ewrotas und inArgolis. Die hiesigen Ziegen sind von schönem Körperbau, haben ge-rade aufstehende 1 bis l'/- Fuß lange Hörner und haben ein schmack-haftes Fleisch. Sie werden häufig wie die Schafe geschoren und ausden Haaren Stricke gefertigt, so wie Decken und Tuch gewebt. DasRindvieh ist nicht sehr groß, aber stark und schön, doch sind die Kühenur zur Zucht bestimmt, weil man die Milch hier ungesund findet. DieEsel sind sehr groß, wohlgebaut und munter, und die Pferde von selte-ner Schönheit und dauerhaft. Kameele gibt es nur wenige. Von denHausthieren erwähnen wir noch die Hunde, unter denen die Nachkom-men der berühmten lakonischen und molossischen Hunde oft den Reisen-den lästig sind. Der griechische Windhund ist sehr gut. Unter den schäd-lichen Insekten verdienen die vielen Wanzen, Flöhe, die Muskitos unddie Scorpionen Erwähnung, und unter den nutzbaren Insekten behaup-ten die Kermeswanze und die Biene einen hohen Rang. Letztere bereitetden klassischen Honig auf dem Hymettos und ihre Zucht ist ein nichtunwichtiger Gewerbszweig der Griechen. Auch die Seidenraupe gedeihtvorzüglich und machte im Mittelalter eine Hauptquelle des NeicbsthumsGriechenlands aus. Unter den Kriechthieren ist die Schildkröte sehrhaüfig, doch wird sie nicht gegessen; auch gibt es mehrere giftige Schlan-genarten. .
Geflügel ist in Menge vorhanden, und unter den Vögeln, die ent-weder als Standvögel hier sind, oder als Zugvögel sich hier fortpflan-zen, sind folgende bemerkenswerth: der fahle Geier (Vultur fistvus) i"großer Anzahl; der graue Geier (weniger haüfig); der Aasvogel (6a-lüartis xeronopterus); Geieradler (O^psetos barbatus), in großer An-zahl in den Schluchten des Parnaß; der Gold- oder Steinadler, .sehrselten, auf Santvrin; der große Fischadler (t^quila vssitrnAg.) ziemlichhäufig; von den Falken finden sich fast alle hier; von den Eulen si>'°der Uhu, 8tnx otus, brAvfi^otus, soops, 8trix pssserias und die ge-