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Europäisches Staatensystem.
21. Gouvernement ögra.
Es wird von mehreren Kykladen gebildet. Syra oder SyroS,eine Insel, die der Mittelpunkt des griechischen Handels nnd jetzt diebedeutendste der Kykladengruppe geworden ist, besteht aus Glimmer-schiefer, der mit Kalk bedeckt ist und in dem sich Granaten finden. Ihregrößte Höhe beträgt 4000 Fuß. Die Insel hat wenig Vegetation, dochbaut man Getreide und Wein, und i» den Schluchten wachsen Feigen-und Johannisbrodbaüme; der Wein ist nicht besonders, dagegen derhier gewonnene Honig ausgezeichnet. Bedeutende Jagd auf Turteltaubenund Wiedehopfe. Hermupoliö, Hptstdt. mit 2708 Familien, dieHandel und Seefahrt treiben. Museum, sicherer Hafen, der einen gro-ßen Halbzirkel bildet und einen herrlichen Anblick gewährt; mehrere Kir-chen, Hospital, eine hellenische Schule, Theater, Quarantäne, Sitz desGouvernements und der Konsuln mehrerer Nationen; 12,300 I. Östlichvon der Stadt steht man auf einem Felsen mehrere Windmühlen mit12 Flügeln. Zea, eine Insel, früher Kos genannt, gehört znr Schie-ferformation und ist mit krystallinischem Kalk bedeckt. Ihr höchster Gi-pfel erhebt sich mehr als I60V Fuß über das Mittelmeer, und sie liegtvon den Kykladen dem festen Lande am nächsten. Ihr Flächenraum be-trägt 5'/- Q.M. Die Erzeugnisse dieser Insel sind: Gerste, Wein,Baumwolle, Mandeln, Citronen, Apfelsinen und Rosinen. Die Zahlder Inwohner beträgt nur 3Svo. Zea, Hptstdt. auf den Trümmern deralten Stadt Julis; Neste alter Mauern aus großen Quadern von Thon-schiefer. '/, Stunde von der Stadt liegt ein aus dem Fels ausgehane-ner großer Löwe von 20 Fuß Länge und 5 Fuß Höhe. Mai na, Klo-ster, in dessen Nähe sich ein antiker Thurm befindet. Mykvnvs,bedeütende Insel, südöstlich von Tinos, von 2 Q.M. Umfang, ist eingroßer Granitfels, der nicht sehr angebaut ist. Das Klima ist sehrgesund. Der Ackerbau hat hier noch wenig Fortschritte gemacht, dochbaut man Gerste, Weizen/ Mengkorn und Wein. Von Thieren findetman Rindvieh, «Schafe, die eine ziemlich gute Wolle liefern und ausderen Milch man Käse macht, Pferde, Maulesel, Esel und Ziegen.Die Sitten der Inwohner sind sebr roh, auch verlieren sie zeitig dieHaare und Zähne. Mykoni, St. an einer Bucht der Westseite;5000 I., die Seefahrt treiben. Offene Nhede, die für kleine Schiffe ge-gen die Nordwinde ziemlich geschützt ist. Gyaros oder Giura, eineaus Glimmerschiefer bestehende Insel, die während des Winters einigeZiegenheerden ernährt, liegt zwischen Zea und TinoS, erhebt ihre schrof-fen Felsen bis 600 Fuß über das Meer und ist unbewohnt. Thermia,sonst Kythnos genannt, westlich von Syra, eine Insel von 2 Q.M.Umfang; das vorherrschende Gestein ist Glimmerschiefer, und in Kalk-stein streiche» Eisengänge. Man findet bier heiße Quellen. Erzeügnissesind: Gerste, Wein, Öl, Baumwolle, Seide, Honig, Wachs, Rindvieh,
Schafe und Ziegen. Die Bevölkerung besteht aus 3000 I. Thermia,
unfern des Hafens St. Irene, und Syllaka oder Driopis, am
Hafen St. Stephanos, die einzigen Ortschaften der Insel. In der
Nähe des letztere» Dorfes ist der Eingang in eine der merkwürdigstenHöhlen Griechenlands. Seriphvs, auch Serphanto oder Serphvgenannt, zwischen Kythnos nnd Siphnvs, eine Insel, die reich an Me-tallen, besonders an Eisenerzen, aber sonst sehr arm ist, und einen Um-fang von 1 Q.M. hat. Die Luft ist gesund. Die Insel liefert Gerste,