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IV. Alle Regionen mit Ausnahme der australischen und alleProvinzen mit Ausnahme der westindischen bewohnen die Raubtiere(Carnivora, 10 Familien, 49 Gattungen, ca 344 Arten) und V. die Huftiere(Ungulata, 5 Familien, 10 Gattungen, 44 Arten). Im ganzen Gebietmit Ausnahme Madagaskars finden sich ziemlich gloiehmäfsig Hunde(Canidae, 3 Gattungen, 54 Arten), Katzen (Felidae, 3 Gattungen,06 Arten) und Ottern (Lutridae, 10 Gattungen, 23 Arten); nur gehendie erstem höher nach Norden hinauf. Marder, Wiesel und Fjäll-frafse (Mustelidae, 7 Gattungen, 42 Arten) fehlen in Südafrika . Dachse(Molidao, 8 Gattungen, 29 Arten) finden sich dagegen nicht in Afrika nördlich vom 10° N. Br. und in Vorderindien. Bären (Ursidae,5 Gattungen, 15 Arten) sind wohl eigentlich paläarktisch undneoarktisch, bewohnen aber in einigen Arten die orientalische Regionund in einer versprengten die Anden von Chile und Peru . Zibethkatzen(Viverridae, 9 Gattungen, 98 Arten) werden in allen heifsen Landernder Alten Welt inkl. Spanien und Sizilien aiigetroffen; ähnlich sind dieHyänen (Hyaonidao, 1 Gattung, 3 Arten) verbreitet, fehlen aber gegen-wärtig in Europa und auf Madagaskar und gehen in Asien wenigerweit östlich und südlich. Neuweltlich sind die Waschbären (Procy-onidae, 4 Gattungen, 8 Arten), und lokalisiert treten folgende Familienauf: die Erdwölfe (Protelidao, 1 Gattung, 3 Arten) am Kap, die merk-würdige, eine besondere Familie (Cryptoproetidac) bildende Fossa aufMadagaskar und die Pandas (Aeluridao, 2 Gattungen, 2 Arten) in denosttibetanisclicn Borgen. Interessant ist die Verbreitung der Huftieresowohl im ganzen wie in den einzelnen Familien, ln der Neuen Welt,wahrscheinlich ihrem Kntstehungshord, sind sie offenbar im Aussterbenbegriffen und nahezu zwischen den Wendekreisen beschränkt. Schweine(Suidae, 5 Gattungen, 22 Arten) finden sich hier nur noch in wenigenaltertümlichen Formen, haben sich aber in der Alten Welt besondersgut entwickelt, betreten hier sogar die exklusive australische Regionbis und mit Neuguinea . Tapire (Tapiridae, 2 Gattungen, G Arten)werden im zentralen Südamerika angctrofi'cn, dann 160 tropische Längen-grade davon auf Malakka und den grofson Sundainseln, fehlen aber inAfrika , während in dessen kontinentalem Teil sowie in Ilinterindionmit den grofson Sundainseln die Nashörner (Rhinocerotidae, 1 Gattung,G Arten), und nur in Afrika die Flu fspferde (Hippopotamidae, 1 Gattung,1—2 Arten?) gefunden werden. Pferde (Equidae, 1 Gattung, 8 Arten)bewohnen den südlichen, nicht europäischen Strich der paläarktischenRegion bis zum Baikalsee und das ganze Festland von Afrika .
VI. Universell mit Ausnahme der australischen Region und derwestindischen und maskarischen Provinzen ist auch das Vorkommender Wiederkäuer (Ruminantia, 7 Familien, 47 Gattungen, ca 186Arten); Hirsche (Corvidae, 8 Gattungen, 22 Arten) fehlen in deräthiopischen Region, wennschon sie das nordwestliche Afrika be-wohnen und die australische Region, aber wahrscheinlich durch Ver-mittelung dos Menschen eben betreten. Die Antilopen (Antilopidae,21 Gattungen, ca 113 Arten) sind über das ganze kontinentale Afrika ,über ganz Indien bis (aber oxkl.) Java und Borneo verbreitet, gehennördlich entlang der Alpen -Pyrenäen -Kette (Gemsen) und in Asien bis zum 55° N. Br. Die Rinder (Bovidao, 6 Gattungen, 17 Arten);Schafe (Ovidae, 2 Gattungen, 23 Arten); Moschustiere (Traguliclac,2 Gattungen, 6 Arten;; Kamele (Tylopoda, 2 Gattungen, 6 Arten) sindversprengt verbreitet, was auf einen Rückgang der Familie deutet.Schafe finden sich von den Mittclmeergcbirgeu an quer durch Asien bis Kamtschatka , isoliert in Abessinien, den Nilghoris und auf domFelsengebirge. Eine Art, welche vielleicht eine besondre P’amilie bil-det (der Moschusochse), ist zur Zeit auf das arktische Nordamerika und Grönland zurückgodrängt, Die Rinder haben zwei Zentren ihrerVerbreitung: das eine im kontinentalen Afrika , das andre in Indien bis und mit Java und Celebes. Sie finden sich versprengt im Plima-laya (Yak ), im Kaukasus und in Nordwest-Rufsland ( Auerochs) und, vorder vordringenden Kultur rasch schwindend, im zentralen Nordamerika (Büffel). In England hielt sich eine Art (das Chillingham-Rind) unterSchutz des Menschen. Moschustiere finden sich in der orientalischenRegion bis in die südöstliche paläarktischc hinein und isoliert, ähn-lich wie die Pittas unter den Vögeln und die Ornithoptcren unter denSchmetterlingen in Westafrika . Wilde Kamele sind gegenwärtig aufdas gemäfsigto und gebirgige Südamerika und einen kleinen DistriktZentralasiens beschränkt. Giraffen (Camolopardelidac, 1 Gattung,2 Arten) sind zentralafrikanisch, und eine ausschlicfsliche Bewohnerindos Felscngcbirgcs ist die seltsame, eine eigne Familie (Antilocapridae)bildende Gabelantilope.
VH. Als tropische Bewohner der Alten und Neuen Welt, mit Aus-nahme der zugehörigen Teile der australischen Region und von Mada gaskar sowie Westindien sind die Affen (Primates, 25 Gattungen, ca220 Arten) und die VIII. Zahnarmen Säugetiere (Fdentata, 14 Gattungen,41 Arten), wenn schon die erstem in die paläarktischc und die letztemin die gomälsigte nootropischc Region Vordringen. Rein neuweltlichsind■ die platyrrhinen Affen (Cebidae, 10 Gattungen, ca 78 Arten undHapalidac, 2 Gattungen und 32 Arten); rein orientalisch die Gibbons(Hylobatidao, 2 Gattungen, 8 Arten) während die dolichokephalon Meer-katzen (Oercopitliecidae, inkl. der ausschliofslich äthiopischen P’amilieder Paviane, Cynoccphalidac, zusammen 7 Gattungen und G7 Arten) undbrachykephalen Schlankaffen (Semuopithecidac, 3 Gattungen, 30 Arten),ebenso wie die Menschenaffen (Simiae, 3 Gattungen, 4 Arten) orientalischund äthiopisch, aber mit beschränkterem Verbreitungskreise, sind. DieF'amilien der Zahnarmen verteilen sich so, dafs die Gürteltiere (Dasy-podidae, 6 Gattungen, 17 Arten), Faultiere (Bradypodidac, 3 Gattungen,12 Arten) und Ameisenfresser (Myrmecophagidae, 3 Gattungen, 5 Arten)ausschliofslich der neotropischen Region, in welcher mithin das gegen-wärtige Zentrum der Verbreitung der Ordnung liegt, angehören, dieErdferkel (Orycteropodidae, 1 Gattung, 2 Arten) aber der äthiopischen,während die Schuppentiere (Manidac, 1 Gattung, 2 Arten) sowohl diesewie die orientalische Region bewohnen.
IX. In den Tropen der Alten Welt, aber namentlich in Madagaskar finden sich die als Ordnung im Niedergange begriffenen Makis (Prosi-miae, 3 Familien, 13 Gattungen, 56 Arten). Von der Familie derLemuren (Lemuridac, 11 Gattungen, 54 Arten) werden 6 Gattungenund 13 Arten auf Madagaskar angotroffen, während das wunderbareFingertier oder Aye-Aye (die Familie der Chiromyidac mit einer Artbildend) nur hier vorkommt. Die übrigen Lemuren sind teils konti-nental-äthiopisch, teils orientalisch, der abenteuerliche Koboldmaki(Tarsiidae, 1 Gattung, 1-2? Arten) und die systematisch unsicliernFlattermakis (Galeopithecidae, 1 Gattung, 2 Arten) auschliofslichorientalisch.
X. Tropisch altweltlich, aber auf Madagaskar fehlend sind dieElephanten (Proboscidea, 1 Gattung, 2 Arten); die zusammengeschmol-zenen Roste einer einst weit verbreiteten Sippe.
XI. Auf die australische und die wärmern Teile der beiden ameri kanischen Regionen, mit Ausnahme von Neuseeland und Westindien beschränkt ist die Ordnung der Beuteltiere (Marsupialia, 8 Familien,
15 Gattungen, ca 118 Arten), und zwar sind die Opossums (2 Familien:Didolphidae, 2 Gattungen, 20 Arten und llyracodontidac, 1 Gattung,1 Art) amerikanisch, die übrigen 7 Familien mit 12 Gattungen undca 100 Arten sind australisch
XII. Tropisch-äthiopisch, und zwar kontinental jedoch bis Arabienreichend, sind die altertümlichen Klippdachse (Ilyracidae, 1 Gattung,10 Arten) und
XIII. ausschliefslich australisch die wunderbarsten aller Säugetieredie Kloaktiere (Monotremata, 2 Familien, 2 Gattungen, 3 Arten).
b, Wasserbewokneiicle Säugetiere.
Die Seeraubtiere(lY.) treten in drei Familien auf: die Seehunde(Vho-cidae, 4 Gattungen, 21 Arten) bewohnen die kalten und gemäfsigtenMoore beider Hemisphären, gehen aber an der Ostküste Nordamerikas entlang bis Westindion und finden sich rolikt im Baikal -, Aral -, undIvaspisee. Die Ohrenrobben (Otariidac, 1 Gattung, 8 Arten) bewohnendie arktischen und antarktischen Gestade der vom Stillen Oeean be-spülten Kontinente, verbreiten sich aber auch an der Ostseite des ge-mäfsigten Südamerikas . Das eine eigene Familie (Trickeehidae, 1 Gat-tung, 1 Art) bildende Walrofs hat zwei Verbroitungsbezirke: dereine westliche liegt um Spitzbergen , Nowaja-Semlja, von wo das Tierwestlich bis Grönland und Labrador und östlich gelegentlich bis insWcifsoMccr geht. Der östliche Vorbreitungsbezirk erstreckt sich überdie Nordostküste Asiens und die Nordwestküste Südamerikas .
XIV. Die Waltiere (Cotacca, G Familien, aber eine ganz unsichereZahl von Gattungen und Arten) kommen als Delphine (Delphinidae) inallen Meeren vor und gehen in den Amazonenstrom, Indus und Ganges als besondere Gattungen. Der Narval (Monodontidae, 1 Gattung, 1 Art)bewohnt das Eismeer nördlich von 70° N. Br. Spermwale (Cato-dontidao) finden sich sowohl in den warmen wie gemäfsigten undkalten Meeren, die Spitzköpfe (Hypcrodontidae) mehr in den warmen,gehen aber doch (der Butzkopf) im Sommer bis in das ost-spitzliergi-sclio Meer. Echte Wale (Balaenidae) lieben die kalten und gemäfsig-ten Gewässer um beide Pole, ebenso, aber weiter nördlich, treten dieFinnwale (Balaenopteridae) auf. Die krautfressenden Sirene . (Mana-tidac s. Sirenia, 2 Familien), welche mit den Waltieren nicht entferntverwandt sind, finden sich nur auf der südlichen Halbkugel. DieManatis (Manatus, 2 Arten) bewohnen die Ostküsto des tropischenSüdamerikas bis in den Amazonenstrom hinein und die WestküsteAfrikas mit allen gröfsern hier befindlichen Strömen, nach neuernForschungen auch die grofson Seen des Innern, selbst (was auf derKarte nicht vermerkt) den Tschad-See . Dngongs (llalicore, 1 Art)finden sich entlang allen Küsten Ostafrikas von Sansibar an, Arabiens,Indiens , und bis zur Nordküsto Australiens .
II. Yöi>(*l.
(Blatt III und IV.)
Auf den beiden, die Verbreitung der Vögel behandelnden Karten(cinscliliefslieh das Nebenkärtchen auf dem zweiten Blatt) ist dasgeographische Vorkommen von etwa 50 Familien und tihor 100 wich-tigem Gattungen und besonders auffallenden Arten zur Darstellunggelangt.
Zum schnellen Zurechtfinden sei folgendes bemerkt.. Insonderheithaben alle Familien von beschränkter Ausbreitung in ihrer GesamtheitBerücksichtigung gefunden, während von den die ganze Erde be-wohnenden Gruppen nur einzelne hervorragende Formen von örtlichbegrenztem Vorkommen aufgeführt sind. Sucht man z. B. die fürMadagaskar charakteristischen Vogelformen, so findet man auf Tafel Iunter „blau und weifs senkrecht gestreift“ in den Erklärungen: Mesites,Pteroclidae, Scopidae, Numida, Gymnogenys, Coracopsis, Sericosomus,Leptosomus &c. Das PI auf Madagaskar zeigt ferner das Vorkonnnenvon Hemipodiidac, die rote Punktlinie längs der Westküste dasjenigevon Dromadidae an. Auf Tafel II ist Madagaskar .„blau und weifsschräg gestreift“ und damit das Vorkommen von Francolinus , Palae-ornithidae, Meropidae, Ploceidae, Zosterops und Nectariniidae an-gozeigt. Die umgebende rote Punktlinie weist auf Alectroenas, Eury-ceros, Vanga und Artamia hin. P’erner sieht man auf Tafel IIMadagaskar innerhalb von Verbreitungsgebieten gelegen, deren Grenzendurch verschiedenfarbige Linien (blau, orange, rot &c.) angegebensind und die Verbreitung von Upupa, Treron, Sturnidae &c. dar-stellcn. Auf das Nebenkärtchen in Tafel II beziehen sich diejenigenGruppen-Namen in den Erklärungen von Tafel II, welche durch eineingeklammertes Sternchen hinter der wissenschaftlichen Bezeichnungkenntlich gemacht sind, also Caloenas, Euplocamus, Campephagidae,Oriolus und Dicrurus, Brachypodidae und Phyllornis. Mit Bezug aufdies Beispiel würde somit die Rosafarbe von Madagaskar auf demNebenkärtchen, das Vorkommen von Campephagidae, Oriolus, Dicrurusund Brachypodidae daselbst anzcigen.
Die Familien sind in systematischer Folge und in aufsteigenderReihe und zwar nach dem vom Verfasser entworfenen System („Vögelder Zoologischen Gärten“; Leipzig , Kittier) aufgeführt. Die Gruppeder Capitonülae (Bartvögel) z. B. findet sich auf Tafel II in derdritten Rubrik aufgefübrt, und zwar mit den Farben „violett, blau,blau und weifs und blau und rot senkrecht gestreift“. Mit diesenFarben sind bezeichnet: das nördliche Südamerika (violett), das tropischeAfrika , Indien , Ceylon , Malakka , Sumatra , Java, Borneo , Philippinen (blau), Hinterindien (blau und rot), Celebes , Papuasien mit den Salo monen (blau und weifs), womit ein vollständiges Bild der Verbreitungdieser Familie gegeben ist.
Vor einigen Namen der Erklärungen findet sich ein [S], so aufTafel I in der ersten Rubrik bei Choristoptus und Cereopsis, in derzweiten bei Rhinochetus &c. Dies bedeutet, dafs das Vorkommendieser Gattungen durch den eingedruckten vollen Gattungsnamenauf der Karte angegeben ist. Also: Cereopsis und Choristopus sindin Australien eingedruckt, welches die Heimat beider Formen ist.Rhinochetus findet sich für Neulcalodonien angegeben. Ebenso istdas Vorkommen einiger Gattungen und Familien durch den Anfangs-buchstaben bezeichnet, z. B. auf Tafel I Ocydromus mit 0 auf Neu-kaledonion, Lord Howe- Insel und Neuseeland . Andre Gattungensind durch besondere Zeichen nachgewiesen, z. B. durch einen rotenStern in Neuguinea auf Tafel II das Vorkommen von Megapelia,Otidiphaps, Reltops, durch ein stehendes schwarzes Kreuz in Neu-seeland Prosthemadera u. a.
Ein besonderer Hinweis dürfte sich noch für die Linienzeichnungin einigen Erdteilen empfehlen. 8o sieht man auf Tafel II einen Teilvon Nord- und Mittelamorika schräg nach links, Südasien schräg nach