Karte 
Erster Band, enthaltend in vier Abtheilungen die Erscheinungen der anorganischen Natur: 1. Meteorologie und Klimatographie. 2. Hydrologie und Hydrographie. 3. Geologie. 4. Tellurischer Magnetismus
Entstehung
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Dritte Abtheilung.

über einander erheben, daher sie von den englischenSeefahrern das flache Eiland genannt worden ist.Die innere Fläche hat, wie schon erwähnt, in ihrerMitte einen Vulkan von 90 Fuss Höhe.

Auf der Nord- sowol als Ostseite von Reguain istdas Meer sehr seicht. Die Länge der ursprünglichenInsel beträgt 1% deütsche Meilen, ihre grösste Breite9 / 100 Meile; in ihrer derzeitigen Gestalt (1840) ist dieInsel von Nord nach Süd über 4 deütsche Meilenlang und 1 1 / 2 Meilen in der grössten Ausdehnung vonWest nach Ost breit.

Die zweite unserer Nebenkarten, die, welche dieVulkanreihe von Java enthält, ist eine Verklei-nerung von Horsfields geologischer Karte, die sichauf Raffles grosser topographischer Karte von Javabefindet. Diese spezielle Darstellung rechtfertigt sichdurch die Betrachtung, dass Java, wie in jeder an-dern Beziehung, so auch als Glied in der langenKette der Sunda-Vulkane höchst ausgezeichnet ist.Blicken wir auf die Karte No. 9 der vorliegenden3 ten Abtheilung, um den Zug der sundaischen Vul-kan-Reihe ganz zu übersehen, so erkennen wir, dassdieser Zug die Inseln des Chinesischen Meeres alsaüsserer Saum tungürtet. Auf Java haüfen sich dieFeüerherge in fast unglaublicher Zahl; sie sind fastalle auf der Längenachse der Insel vereinigt, undnur wenige berühren die Küste, die auf der Nord-seite sowol, als auf der Südseite aus Felsen vonKalkstein bestehen, den die Vulkane sehr wahr-scheinlich durchbrochen und aus der Tiefe emporge-hoben haben. Jenseits dieser Kalksteinberge scheintdas Innere der Insel, gegen die Vulkane hin, mehroder minder basaltisch zu sein; primitive Gesteinesind sehr selten. Von Bimsteinen ist hei den Aus-brüchen nie die Rede; ebenso wenig glaubt man einBeispiel zu kennen, dass die heftigste und zerstö-rendste Eruption je von einem Lavaerguss begleitetgewesen sei; mindestens sind Lavaströme bisher sehrselten, und auf einzelne Vulkane beschränkt geblieben.Obsidian kommt selten vor, ebenso der Trachytseihst; nur einer der Vulkane, der Tilo, besteht ganzdaraus, und eben so ist das Grundgestein der Kette,welche den Slamat oder Gede von Tagal mit demPrahu verbindet, Trachyt.

Was von Höhenmessungen der Vulkane auf Javazu meiner Kenntniss gelangt ist, enthält die folgendeUehersicht, die ich hier einschalte, weil die Zahlenauf der Karte selbst nicht Platz finden konnten, ohneder Deütlichkeit Eintrag zu thun. Die Hypsometrieder Insel Java, zu der man bisher nur einzelne Da-ten hesass, ist im Jahre 1840 durch Junghuhn durchzuverlässige Barometer-Messungen wesentlich be-reichert worden. Sie sind im Verzeichniss an denDezimaltheilen der Toise zu erkennen, wenn nichtein anderer Gewährsmann genannt ist.

Java-Yulkanc, in der Reihenfolge von Ost nach West.Taschem, od. Idjeng (mit einem 400' tiefenKrater) ungefähr 1000

Dasar. lIOO,o

Ardjuna.1664

Wilis.. ... 1326 ,i

Lawu. 1677,5

Merapi... 1440,o

Merhabu." 1598,3

Sumbing (mit einem 500' tiefen Krater). 1724,6

Sindoro.. 1545,o

Prahu oder Prau.1312,i

Di-eng, Plateau am Südfuss des Prahu. 1050 ,3

Gede oder Slamat, Berg von Tagal oder Tegal (höchster

Gipfel der Insel Java). 1771,6

Talaga-Bodas, nach Reinwardts Messung. 858,5

Tschikura oder Tschikurai. 648

Papan dayang, Kratermitte.1100,o

Gunong Guntur (d. h. Donner-Berg, weil er beständig

kracht). 1033,3

Wayang oder Wyahan . ;. 961,6

Malabar oder Malawar.1181,6

Sumbung. 873

Tilo oder Tilu. 948

Tombak-Pacyong. 922

Paduha, oder Baduwa (mit zwei Krateren, davon der eineüber 700' tief ist) . . .

Tankuban Prahu.

Geda, nach der Messung von

Manellawangie, S.-O.-Rand des Kegels.

Salak.

Gagak ...

Karang (von den Seefahrern Golgatha genannt)

Blume . .Junghuhn

1236.61005,o

1544.7

1538.3

1554.311211126,6

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Die Karte von Java ist nach den vorwaltendenGehirgsformationen geologisch illuminirt. Das Asch-grau angelegte Gebiet.a

ist das vulkanische Feld der Insel Java, welches

durch ein grosses, auf der Karte Gelb .. d

angelegtes Thal in zwei Hälften getheilt ist. DerBoden dieses Thaies besteht aus Grand und Sand,hin und wieder auch aus anstehendem Gestein.

Die rothe Färbung.b

bezeichnet eine Formation neürer Bildung der vul-kanischen Kräfte, wo Kalksteinberge, namentlichan der Seeküste ahwechseln. Das Hellgrün . . . . Cangelegte Gebiet besteht aus Kalkstein; das Dun-kelgrün .e

colorirte Gebiet gehört dem jüngern Schwemmlandeoder der Alluvial-Bildung an.

Die dritte Nebenkarte enthält die Vulkanreihevon Luzon, nach meiner grossen Karte von denPhilippinen [1832] (Atlas von Asia, No. 13), wo dieMehrzahl dieser Feüeressen, insofern sie auf derHalbinsel Camarines liegen, zum ersten Mal in diephysische Erdbeschreibung eingefuhrt worden sind.Auf einer Linie von kaum dreissig deütschen Meilenzählt Camarines nicht weniger denn zehn Vulkane,die in der Richtung von S.-O. nach N.-W. eine fort-laufende Reihe bilden. Im Durchschnitt ungefähreine deütsche Meile vom Meere entfernt, erhebensich die Kegel keinesweges auf dem Rande, nochviel weniger auf dem Kamm der Gebirgskette, wel-che die Halbinsel der Länge nach durchzieht, sondernam Fuss der Bergkette, unmittelbar auf der öst-lichen, schmalen Küstenterrasse, analog der Lagedes Vesuvs vor den Apenninen, des Etna vor denGebirgen Siciliens, der Vulkane von Guatemala vorder Bergkette dieses Landes. Von der Höhe dieserFeüeressen ist nichts bekannt, auch von Ausbrüchenweiss man wenig, mit Ausnahme des Albay oderMahon, der furchtbare Eruptionen gehabt hat.

Zum Studium der Bergketten u. s. w. von Asien verweiseich auf: _

A. de Humboldt, Asie Centrale. Rechereb.es sur les Chainesde Montagnes et la Climatologie comparde. Paris, 1843. 3 Bändein 8, mit Karte. Deütsch übersetzt von W. Mahlmann. Ber-lin, 1844. 2 Bände in 8.

A. von Humboldt, Ansichten der Natur, mit wissenschaftlichenErlaüterungen. 3« Ausgabe. Stuttgart, 1849. Bd. I, p. 92_126,354_356.

Diese beiden Werke ^machen jedes andere Buch über diephysische Erdkunde von Asien überflüssig.