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Die Wandgemälde von S. Angelo in Formis / Franz Xaver Kraus
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11
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VON FRANZ XAVER KRAUS

I I

vorgeführten Gleichnisses entspricht genau dem Malerbuche (§. 344, S. 225 f.). Abrahamsitzt olfenbar auf einer mit Teppichen behängten Sella.

11. Die Heilung des Wassersüchtigen (Luc. 14, 25), teilweise zerstört undkaum mehr zu erkennen. Die in der christlichen Kunst seltene Darstellung, derenauch das Malerbuch (§. 264, S. 192) gedenkt, begegnet uns hier in grölster Über-einstimmung mit der Scene in S. Georg auf der Reichenau (Taf. VIII), welche ichin meinem Texte (S. 10) mit den wenigen uns bisher bekannten Wiedergaben des-selben Sujets zusammengestellt habe.

12. Zerstört. Nur die Gestalt Christi lässt sich erkennen.

DRITTER (OBERSTER) HORIZONTALSTREIFEN.

Die acht durch die Oberlichter getrennten Scenen dieses Streifens sind nursehr schlecht erhalten, auch kann ich die Vermutung nicht unterdrücken, dass die-selben entweder von einer anderen, späteren Hand ausgeführt oder überarbeitetseien. Bemerkenswert ist jedenfalls auch der Umstand, dass die Proportionen derFiguren höher genommen sind.

1. Man kann an die Weisen aus dem Morgenlande vor Herodes (Matth . 7, 2)denken. Der König säfse dann nicht, wie im Malerbuch (§.212, S. 173) in einemZimmer seines Palastes, sondern vor demselben. Nur Einer der Magier ist guterhalten, ich erkenne überhaupt nur zwei vor Herodes stehende Personen. Da die-selben kein Attribut der orientalischen Weisen haben und kurze Kleidung tragen,vermute ich eher diejenige Scene, welche das Malerbuch (§. 217, S. 176) als zurfolgenden gehörig behandelt: eine Stadt, und Herodes sitzt auf dem Throne undzwei Soldaten daneben. Der Tyrann giebt den Befehl zum Kindermord.

2. Der Bethlehemitische Kindermord (Matth . 2, 1618), fast ganz erloschen. Manerkennt nur einige klagende Weiber und am Boden liegende Kinderleichen. Ähnlichist die Darstellung im Egbert-Codex (Taf. XIII).

3. Der Knabe Jesus unter den Lehrern im Tempel (Luc. 2, 4250). Genauwie im Malerbuche (§. 218, S. 177). Christus sitzt, aber als Erwachsener gebildet,auf einem Throne inmitten des Tempels, das geschlossene Buch in der Linken;rechts und links von ihm ein Schriftgelehrter. Hinter den Hallen des Tempels siehtman die Köpfe Marias und Josephs herausgucken. Ganz abweichend der CodexEgberti (Taf. XVII).

4. Eine ehrwürdige Greisengestalt mit Nimbus vor einem Baume, an welchensie ein Instrument anzulegen scheint; ihr gegenüber treten aus einer Stadt mehrerePersonen hervor. Die schlechte Erhaltung dieses Freskos macht die Erklärung un-sicher. Ich würde die einzige im Malerbuche zwischen Jesus im Tempel und dieTaufe eingeschobene Scene, nämlich Christus Begegnung mit Johannes Baptista (Matth . 3). vermuten, doch kann ich die Gestalt des Herrn nicht erkennen. So bleibtnichts übrig, als an eine andere zwischen jenen beiden Ereignissen liegende Scenezu denken, und ich linde keine andere, als Matth . 3, 10, die Predigt des Täufers vorden Juden, die aus Jerusalem kommen (eb. 3, 5) und denen er sagt, die Axt sei anden Baum gelegt securis ad radicem arborum posita est.

5. Die Taufe Christi (Joh. 1, 2932; vgl. Matth . 3, 16, Marc. 1, 10). Der Herrsteht, völlig entkleidet und ohne jegliche Bedeckung, im Jordan, Johannes (mitNimbus ausgestattet) hält seine Rechte Uber das Haupt Christi, auf welchen zwei