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Hierauf gründet sich die Einteilung der Kennzeichen der Mi-neralien, in
1) Stereometrische oder Kennzeichen der Gestalt; sielehren uns die äußere Form der Mineralien kennen.
2) Physikalische Kennzeichen geben Aufschluß über äußereund innere Beschaffenheit der Mineralien, abgesehen von der Formund ohne Einwirkung auf die Mischung bei deren Untersuchung.
3) Chemische Kennzeichen machen uns mit der Zusammen-
setzung der Mineralien bekannt; bei ihrer Erforschung wird auf dieMischung eingewirkt, wodurch eine Zerstörung des Minerals er-folgt. '
I. Kennzeichen der Gestalt.
§. 13-
Bei Betrachtung der Körper ist das Erste, was uns in dieAugen fällt, die Form, unter welcher sich dieselben darstellen.Diese aber ist bei den Mineralien sehr verschieden; im Allgemeinenzeigen dieselben entweder eine regelmäßige oder unregelmäßigeäußere Gestalt: sie lassen eine durch regelmäßige Flächen umgebeneForm wahrnehmen, sind krystallisirt, oder sie haben diesen Gradder Formenausbildung nicht erlangt, erscheinen unregelmäßig, sindnicht krystallisirt. — Die flüssigen Körper besitzen schon an undfür sich keine Gestalt; es gibt deren aber auch zu wenige im Mineral-reiche, um für dieselben eine eigene Klasse aufzustellen.
§. 14.
Krystall heißt jedes Mineral das regelmäßige Begrenzungdurch eine gewisse Anzahl ebener Flächen besizt, die alle unter be-stimmten Winkeln zu einander geneigt sind. — Die Substanz, ausder Krystalle bestehen, war gewissen Gesetzen unterworfen, vermögewelcher sie sich zu festen Körpern von regelmäßiger und symmetrischerGestalt zu bilden strebte; die Ursache dieser Bildung wird Kry-stallisationskraft, der Prozeß aber, wodurch solche Formenerzeugt wurden und werden, Krystallisation genannt.
Nur die Krystalle können im Mineralreiche als Individuen be-trachtet werden, und sie haben für die Oryktognosie denselben Werthwie die Gestalten der Thiere und Pflanzen für Zoologie und Bo-tanik ; sie müsse» als wirbligstes Kennzeichen beim Bestimmen der