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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Deutsches Land.

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Der nördliche und mittlere Abschnitt, welcher mit dem Thal desRegen-Flusses schließt, hat mehr den Karakter eines Plateau, als einesKcttenzuges; hier erreicht der Böhmer Wald nur eine Höhe von 34ü<bis 420h und sinkt gegen den Regen in eine Vertiefung, die ihn vvmsüdlichen Theile trennt, welcher sich als eine 67G hohe Berginsel imQuellbezirk des Regens und der Moldau erhebt. Ein Gipfel derselben,der Große Arber, Lat. 49° 6H Lvng. 10° 48' O. erreicht 756hg absoluteHöhe. Von dieser Berginsel laüft westwärts, zwischen dem Regen undder Donau, ein 500« hoher Zug ab, welcher Baierischer Wald genanntwird, und in ihrer südöstlichen Verlängerung streicht, zwischen derDonau und der Moldau, das Teüfelsgebirge, welches mit demPlateau in Verbindung tritt, wodurch Böhmen und Mähren geschie-den wird.

Granit und Gneis bilden die Hauptmasse des Böhmer Waldgebirges,insbesondere ist es die zuerst genannte Felsart, aus der die hohe Berg-Insel des Arbers, Rachels, Dreisesselbergs u. s. w. besteht, von wo siegegen das Fichtelgcbirge und südlich an die Donau, zwischen Dvnaustaufund Passau zieht, fast immer vom Gneis begleitet, stellenweise auchvom Glimmerschiefer und Urthonschiefer. Syenit und Hornblende-, auchChloritschiefer, so wie Urkalk, sind dem Gneis und Glimmerschiefer hinund wieder eingelagert. Die Felsarten des Uebergangs- und des Flöy-Gebirges finden sich erst in weiterer Entfernung vom Gebirge.

Die hier beschriebenen drei Bergzüge, in Verbindung mit den Su-deten, erzeügen eine Trennung des Plateau's von Deütschland in dreiTerrassen, die, wie aus der Lage der Scheideketten hervorgeht, aus eurermittlern, einer westlichen und einer östlichen bestehen.

Die mittlere ist die Scheitelfläche des Plateau's von Deütsch-land: zwischen dem Jura und dem Böhmer Waldgebirge, so wiezwischen den Alpen und dem Fichtelgcbirge liegt die Mitte des Plateau's,die wahre Scheitelfläche, bogenförmig ausgebreitet als Fußgestell der Al-pen, die Hochterrasse von Deütschland, ein meist wellenför-miges Tafelland von 250' mittlerer Höhe über dem Meere, an einigenStellen eine wahre Plattcbene, wie die Ebene von München, an der Jsar,und in mehreren Gegenden an der Donan. Der südwestliche Theil dieserHvchterrasse, welcher zwischen dem Genfer- und dem Boden-See, außerhalbder politischen Gränzen von Deütschland liegt, ist das Plateau der Schweiz;zwischen dem Boden-See und dem Jnn (von dessen Austritt aus denAlpen bis zu seiner Mündung in die Donau) liegt das Plateau vonBaiern, endlich zwischen der Donau und dem Fichtelgebirg das Pla-teau der Oberpfalz, das der kleinste und niedrigste Theil der Hoch-terrasse von Deütschland ist: es hat eine mittlere Höhe von 210h dasPlateau von Baiern eine mittlere Höhe von 260' (s. H. Band, S. 574579).Das Dvnauthal bildet die nördliche Gränze des Plateau's von Baiern;es bezeichnet aber auch seine absolut tiefste Lage; so liegen Sigmaringen,Long. 6° 55' O. 296h-, Ulm 265h Regensburg 156h-, und PassauLong. 11 ° 5' O. 145' über dem Meere; das Plateau erstreckt sich aufdieser Linie durch mehr als vier Grade des Parallels.

Zwischen dem dcütscheu Jura und dem westlichen Gränzgebirge des