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Europäisches Staatensystem.
Plateau's pon Deüschland liegt die Terrasse vvn Schwaben undFranken, ganz in demselben Karakter der Oberfläche, wie die Hochter-rasse, aber um I2G niedriger stehend als diese. Sie fällt durch ihre west-liche Gränzkette in das Rheinthal hinab, das in seiner langen Erstreckungvom Austritt aus der Katarakten-Zone der Jurakette bis zum Eintritt indie Strudelzone des Niederrheinischen Schiefergebirgs als eine große Ein-senknng in der Mitte des westeuropäischen Berglandes erscheint.
Die dritte Stufe des Plateau's von Deutschland ist die Terrassevon Böhmen. Westlich vom Böhmer Walde und östlich von den Su-deten begranzt, wiederholt sich hier derselbe Karakter der wellenförmigenFläche, wie in den vorhergehenden Terrassen, im Allgemeinen in derselbenMittelhöhe als Schwaben und Franken. Im nördlichen Böhmen erhebtsich an der Elbe, dem Erzgebirge gegenüber, eine kleine, vereinzelt stehendeBerggruppe, das Mittelgebirge, das in seinen Uebergangspunkteneine Höhe von 24G bis 250, erreicht, in seiner höchsten Gipfelerhebungaber, dem Donnersberge, nach A. v. Humboldts" und meinen Messungenbis 435r,s ansteigt; und im südöstlichen Böhmen schwillt der Boden derTerrasse gegen die Wasserscheide der Elbe und der Donau ganz allmäligzu einem Höhenzuge an, der von dem Glatzischen Hochlande in südwest-licher Richtung laüft und an den Böhmer Wald sich anschließt. Er er-hebt sich zu einer mittlern Höhe von etwa 33V, und hat fast gar keineausgezeichneten Gipfelerhebungen; es ist ein Plateau mit niedrigen Auf-sätzen, unter denen der Kohantberg, Lat. 48° 45', Long. 12° 3V' und derKreüzberg, Lat. 49° 35', Long. 13° 35' O. die beträchtlichsten sind; jenerhat eine Höhe von 44G, dieser von 34G. Die Vergebenen haben keinegroße Ausdehnung, und die Thäler sind meistens enge. Man belegt dieseReihe von aneinander Hangenden Vergebenen mit dem Namen des böh-misch-mährischen Scheid egebirgs, das im Westen von Mährenaus einem großen Gneiszuge besteht, in welchem der alte, weltberühmteBergbau vvn Jglau liegt, der schon im zwölften Jahrhunderte blühte,von da über Böhmen und Sachsen verbreitete, und von dem nachmalshalb Eüropa die Grundlinien seiner Berggesetze entlehnte.
Diese Urfelsmassen verbinden sich mit denen des Böhmer Waldesund streichen bis an die Donau. Im nordöstlichen Theile tritt an dieStelle des Gneises und des Granits der Syenit, der von der rothenKonglomerat-Formation in einer schmalen Borde umgeben wird. Doch istin diesem Theile des Plateau's das Übergangsgebirge Thonschiefer und Grau-wacke, auch Bergkalk, vorherrschend, und der Kohlensandstein nimmt imInnern von Mähren eine nicht unbedeütende Erstreckung und Mächtig-keit ein. Auch die jüngern Gebirgsarten, Quadersandstein und Grobkalk,erscheinen in mehren Gegenden dieses Gebietes.
Die Felsarten, welche den Böhmer Wald, die Sudeten rc. zusam-mensetzen, erstrecken sich auch weit ins Innere der Terrasse von Böhmenhinein, deren östliche und nördliche Gegenden von einem reichen Stein-kvhtengebirge erfüllt und mit Erzen und andern nutzbaren Mineraliensehr reich ausgestattet sind, unter denen die edlen Metalle nicht zu denletzten gehören. Der Basalt und der Phvnolit setzen die malerisch geform-ten konischen Berge des Mittelgebirgs zusammen; und noch an mehreren