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Europäisches Staatensystem.
Die östlichen Alpen zerfallen in drei große Hauptabtheilungen:—l) Die Kette der Narischen Alpen, vorn Gr. Glöckner ostwärts durchdas ganze östliche Salzburg, die Steicrmark, Nordkärnthen und Österreichbis an die Ungarische Ebene von Ödenburg mit einer Mittelhöhe von750*; — 2) die Kette der Karn i sch en oder Kärnthn er Alpen, vornMonte Pellegrinv an der Südseite des Draustusses bis zum hohen Tcr-glou an der Quelle des Sauflusses; — 3) die Kette der Juli sehen oderKrainer Alpen, vom Terglou, Lat. 46° 25^, Lvng. 11° 30^, 1466 *hoch, südostwärtS bis zum Dalmatiner Gebirge, wo sie vom Kleckberge andie Dinarischeu Alpen heißen, die außerhalb der Gränzen Deütschlandsfallen. Die Karnischen und Julischen mögen ebenfalls wie die Norischen,eine mittlere Höhe von 750* haben, und in allen diesen drei Abtheilungenist nicht mehr das Großartige in den Gebirgsfvrmcn und den außeror-dentlichen Gipfelerhebungen zu finden, welches die Tiroler, und ganz be-sonders die Schweizer Abtheilung der Central - Alpen auszeichnet. DieNorischen enden durchaus auf der Gränze zwischen dem ErzhcrzogthumÖsterreich und der Steicrmark. An die Stelle der wahren Alpen tretenhier bald Bergrcihen niedrer Art, die unter dem Namen des Semring,eines Hauptpasseö über diesen östlichen Flügel der Alpen, und des Kah-lenbergs gegen die Donau bei Wien ziehen.
Was die gevgnvstische Beschaffenheit der Alpen betrifft, so unter-scheidet man die Centralkette, d. h. die innerste Reihe des ganzen Gebirgs-gürtels von den an der Nord- und Südseite derselben streichenden Ketten;indem jene, der eigentliche Kern des Alpengebirgs, aus den Urfelsartendes Granits, des Gneises, Glimmerschiefers, körnigen Kalksteins u. s. w.besteht; diese dagegen die sogenannten Kalkalpen bilden, in denen jedochaußer dem Kalkstein des Übergangsgebirgs auch andere Formationen dieserPeriode der Gebirgsbildung, insbesondere der Thonschiefer, vorkommen.Die Uralpen, wie man die Centralkette nach ihrer Felsbeschaffcnhcit zunennen pflegt, treten beim Ortles in Deütschland ein, und streichen inununterbrochener Reihe über den Tiroler Gebirgsstock, und die Tauern bisnach der Steicrmark und an die Ufer der Murr in der Ungarischen Ebene.Die Kalkalpen auf der Nvrdseite der Uralpen streichen parallel mit diesenin zwei Ketten, von denen die aüßere, d. h. diejenige, welche unmittelbargegen die Plateaufläche von Baicrn abfällt, mit der Nagelfluh des ter-tiären Gebirgs überdeckt ist. Innerhalb dieser Kette und an ihrem Fuße,im Molasse-Gebiet, liegen die zahlreichen Seen, welche die Schönheit derAlpenlandschaften so sehr erhöhen, so der Kochel-, Walchen-, Tegern-,Schlier-, Staffel-, Ammer-, Würm- und Chiem-See in Baiern, derTachen-, Matten- und Waller-See in Salzburg. Die südlichen Kalkalpenziehen durch den südlichen Theil von Tirol, durch Unterkärnthen, Krainund Dalmatien, und erreichen hier eine außerordentliche'Breite von min-destens 20 deütschen Meilen, während sie bei ihrem Eintritt ins Tirolverhältnißmäßig nur schmal sind. In den nördlichen Kalkalpen findensich mächtige Ghpslager und ergiebige Steinsalzniederlagen bei Hall imTirol, Hall in der Steicrmark, bei Reichenhall, Berchtesgaden, Hallein,Jschl, Hallstadt und Aussen, deren oberste Lager zuweilen eine Höhe vonmehr als 800* über dem Meere erreichen, wie bei Hall im Tirol, bei