Deutsches Land.
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einer Mächtigkeit, die zu Hallcin auf 272< steigt. Überhaupt sind dieAlpen auch reich an Metallen, besonders an Eisen, Kupfer, Blei undQuecksilber. Die bebrütenden Bergwerke liegen in der Steiermark undKärnthen, wo namentlich das Eisen den Gegenstand des lebhaftesten berg-und hüttenmännischen Betriebes ausmacht. Weit und breit berühmt sinddie Quecksilbergruben von Jdria, die im schwarzen Mergel, der unterstenLage des Übergangskalkstcins liegen, und auch an edlen Metallen ist dasGebiet der östlichen Alpen noch nicht ganz verarmt, wie wir in einemfrühern Abschnitt dieses Buches bereits nachzuweisen Gelegenheit ge-habt haben.
Haup Müsse.
Deütschlands größte Flüsse sind die Donau, der Rhein, die Weser,die Elbe und die Oder. Nur die drei zuletzt genannten Flüsse gehörenihm allein an; nicht aber die Donau und der Rhein; letzterer entspringtim Auslande und geht ins Ausland über, die Donau hat zwar in Deütsch-land ihre Wiege, aber auch sie geht, bevor sie das Mannesalter erreichthat, in Länder fremder Jungen über. Sie ergießt sich ins SchwarzeMeer, der Rhein, die Weser und die Elbe ins deütsche Meer, die Oderin die Ostsee.
Die Donau hat ihre Quelle aus dem Schwarzwald. Ihr Quellbe-zirk schließt die beiden Flüsse Brigach und Brege ein, die beide dieStammflüsse der Donau sind, von denen der erstere südwestlich von St.Georgen am Hirzwald, der zweite bei der Martins-Kapclle, in Lat. 48° 6HLong. 5° 4!1H in einer Höhe von mehr als 5lM über dem Meere ent-springt. Beide vereinigen sich bei Donaueschingen, Lat. 47° 38h Long.6° 10h in einem Niveau, das 354^ über das Meer erhoben ist, und bil-den einen neüen, größer» Fluß, der gleich Anfangs an hundert Fuß breitist, und von setzt an Donau heißt. Der Lauf der Donau ist nach Ostengerichtet über die Hochterrasse von Deütschland, von der sie bei Paffauherabgleitet in das österreichische Stusenland, durch das sie sich in Strom-engen und Stromerweiterungen, mit Strudeln und Wirbeln, dreißig deütscheMeilen hindurchwindet, um bald unterhalb Wien in die Ungarische Ebeneeinzutreten, und somit Deütschlands Boden zu verlassen. Bei Passau liegtdie Donau noch 145^ über dem Meere, bei Wien aber nur 76h«, und ander Gränze von Ungarn nur noch 67h,.
Die wichtigsten Nebenflüsse der Donau, während ihres Laufs durchDeütschland, sind, auf der rechten Strvmseite, von oben nach unten ge-zählt: die Jller, der Lech, die Jsar, der Jnn, die sämmtlich aufdem Plateau von Barern in die Donau fließen; die Traun, die Ennsmit der Salza, im österreichischen Stufenlande. Von den nicht innerhalbder deütschen Gränzen mündenden Nebenflüssen auf der rechten Seite sinddie Drau und die Sau die vornehmsten, die für sich allein sehr ansehn-liche Flußgebiete bilden. Alle diese Nebenflüsse stammen aus den Alpen;es sind reißende Gcbirgsströme, welche eine unermeßliche Menge Wassersin den allgemeinen Rinnsal des größten Stromes Westeüropa's schütten.Die wichtigsten Nebenflüsse der Donau auf der linken Seite, die jenenAlpenströmen weder an Länge des Laufs noch an Wassermenge gleich kom-