Deutsches Land.
33
Verbindung zwischen dem Main und der Altmühl, also zwischen dem Rheinund der Donau bewirken soll; man wird mithin künftig vom deutschenMeere quer durch ganz Eürvpa bis ins schwarze Meer schiffen können.Die Wupper wird hier, trotz ihres kurzen Laufs, unter den wichtigstenNebenflüssen des Rheins mit aufgezahlt, weil in ihrem Thäte der deütscheGewerbfleiß die höchste Stufe seiner Entwickelung erstiegen hat: Elber-feld und Barmen, in diesem Thäte gelegen, schreiten an der Spitze deüt-schen Manufaktur- und Fabrikationswesens! Unter den Nebenflüssen,welche der Rhein auf der linken Seite innerhalb Deütschlauds Gränzenempfängt, kommt nur allein die Mosel in Betracht; sie entspringt inFrankreich, auf den westlichen Gehängen der Vogcsen, und durchfurchtauf deütschem Gebiete, in engem, ausgezackten Thäte das NicderrheinischeSchiefergebirge, um sich bei Koblenz mit dem Rheine zu vereinigen.
Die Weser, die Elbe und die Oder entspringen im Hercynischen Berg-system, die zwei zuerst genannten Flüsse auf der innern, gegen das Pla-teau von Deütschland gerichteten Seite des Bergwalls, die Oder dagegenauf der aüßeru Seite, die dem Flachlande zugewendet ist. Da aber auchjene ihren Lauf nach dem Flachlande richten, so folgt, daß sie, um dahinzu gelangen, den Bergkranz durchbrechen müssen.
Die Weser hat zwei Stammflüsse; die Werra, welche auf dem süd-lichen Abhänge des Thüringer Waldes in einer Hohe von 363< über demMeere entspringt, und die Fulda, die von den nördlichen Gehängen desRhöngebirgs herabkommt; beide vereinigen sich innerhalb der hessischenTerrasse bei Münden, und hier tritt der Name Weser auf. Der Flußdurchbricht das Hercynische Bergsystcm in der westfälischen Pforte beiMinden, von wo er seinen Lauf durch das deütsche Flachland zur Nordseefortsetzt. Im Berglande nimmt die Weser keinen Nebenfluß von Bedcü-tung auf; der bedeütendste im Flachland ist die Aller, welche die Wasserdes westlichen Harzes und des östlichen Theils der Weser-Terrasse sam-melt, um sie von der rechten Seite in den Hauptfluß zu ergießen.
Die Elbe hat ihre Quelle auf der Südseite des Riesengcbirgs-Kammes. Diese Quelle ist der sogenannte Elbbrunn, auf der Naworeroder Elb-Wiese, südlich und unterhalb der Veigel- oder Veilchensteine,nach des Grafen von Schweinitz Messung in einer Höhe von 71.V. DieElbe stürzt, einen Wasscrfall bildend, als wilder Bergtobel durch dasEngthal des Hochgebirgs, und hat bei ihrem Eintritt in das südlicheVorgebirge nur noch eine Höhe von 241^, bei Hohenalb nur noch 230^.Die böhmische Terrasse bewässernd durchbricht sie zwischen Lobvsitz undTetschen das Mittelgebirge und seine östliche Fortsetzung, so wie zwischenTetschen und Pirna das Lausitzer und Erzgebirge, um in die schöne Thal-weitung von Dresden einzutreten, die bei Meißen wiederum geschlossenist. Hier ist ein zweiter, kleiner Durchbruch, zugleich der letzte; dennnun befindet sich die Elbe im Flachlande Deütschlands, welches sie imruhigen Laufe der Quere nach, in nordwestlicher Richtung, durchschneidet.
Die wichtigsten Nebenflüsse, welche die Elbe innerhalb ihres Laufesauf dem Plateau, d. h. in der Terrasse von Böhmen, die ganz zu ihremFlußgebiete gehört, empfängt, sind die Moldau, vom Böhmer Walde,und die Eger, vom Fichtclgcbirge kommend. Im flachen Lande verstärkt
Berghaus, Bd. rv. 8