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Europäisches Staatensystem.
sie sich, auf der linken Seite, mit der Mulde, vom Erzgebirge, und mitder Saale vom Fichtelgebirge, auf der rechten Seite, mit der Havel,welche die von der Lauscher Terrasse fließende Spree aufnimmt.
Was endlich den letzten der Hauptflüsse Deütschlands, die Oder,anbelangt, so entspringt derselbe nicht im Gebirge, sondern in der Senke,welche zwischen dem Karpaten und dem Glatzischen Hochlande liegt, aufdem Plateau von Oberschlesien, das sich in die östlichen Gegenden vonMähren verbreitet. Hier ist der Ursprung der Oder am Lassels- oderLieselberge auf der Herrschaft Weselizko, in Lat. 49° 35h Long. 15° 15 hund in einer Hohe von 283^ über dem Meere. Da wo die Oder Mährenverläßt, was an der Mündung der, vom Glatzischen Hochlande herabkom-menden Oppa geschieht, befindet sie sich nur noch 118^ über dem Meere,und bald tritt sie von der Oberschlesischen Hochebene herab, um in dasflache Land von Niederschießen einzutreten, jenseits dessen sie die Branden-burgischen und Pommerschen Flächen bewässert, indem sie in diesen hinund wieder erhöhte Thalrändcr bespült, welche die Einförmigkeit der Ebeneanmuthig unterbrechen.
Von den Nebenflüssen der Oder ist die Warthe der größte und zu-gleich der bedeütendste, hinsichts feiner Stellung, in Verbindung mit sei-nem Zuflüsse Netze, zur Weichsel. Die Warthe mündet von der rechtenSeite bei Küstrin. Die Flüsse, welche die Oder von der linken Seite em-pfängt, stammen sämmtlich von den Sudeten; unter ihnen ist der Boberder ansehnlichste.
Noch ist der Ems zu erwähnen als eines selbstständigcn, unmittelbarins Meer sich ergießenden Flusses. In ihrem Gebiete zeigt sich, in Deütsch-land als einziges Faktum, die Erscheinung der Gabelthcilung eines Flussesaus der Verbindung entgegengesetzter Flußgebiete durch einen natürlichenWasserweg, in der Verbindung der zur Ems gehörigen Haase mit der zurWeser gehörigen Elfe (s. II. Band, S. 129). Die Ems ergießt sich durchdcn Dvllart ins deütsche Meer.
Endlich gehört zu den größten Flüssen Deütschlands auch .die Etsch,ein Alpenfluß, welcher nördlich vom Ortles entspringt, und, das Wasser-system des südlichen Tirols bildend, nach Italien übergeht, um sich in dasAdriatische Meer zu ergießen.
6een.
Deütschland hat zwei Zonen, die durch eine Reihe von Seen ausge-zeichnet sind, im Süden und im Norden.
Die südliche Zone zieht längs des Nordfußes der Alpen, indem ihreSeen theils noch innerhalb des Gebirges, theils an seinen Ausgängen,theils schon auf dem Plateaulande gelegen sind. Der größte von diesenSeen ist der Boden see, eine Wasserfläche von 26 deütschen Meilen Um-fang, über 8 Meilen Länge und 4 Meilen Breite an seiner breitestenStelle, mit einem Flächeninhalt von 8'/- deütschen Quadratmeilen. DerWasserspiegel dieses Sees erhebt sich, bei mittlerem Wasserstande 209^ überdas Meer, und der tiefste Pnnkt seines Bettes 59h so daß die größte