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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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EüropäjscheS Staatensystcm.

Temperatur von Deutschland, auk einer Meridian-Linie,von Norden nach Süden gezählt.

Orte.

Polhöhs.

Absol.

Höhe.

Mittlere Temperatur des

Jahres.

Winters.

Sommers.

kältesten

Monats.

wärmsten

Monats.

Stralsund. .

54» ig-

8^

8°,z

>°,i

4- I7°,i

3°.s

-l- >7°,7

Berlin . . .

52 30

22

8,9

0,z

-i- -7,g

2,9

18,7

Gotha . . .

so L7

158

7.g

1,3

4" 15,z

3,2

-4-16,8 ,

Baircüth . .

49 57

175

7-g

- 1,7

4- >6,g

- r.g

-1- 17,2

NegenSburg.

4g gl

197

S.s

o.g

4- 17,8

2,g

-l- >8,5

München .

48 Iv

271

8-s

>-o

-t- I S.g

',6

-i- >8,s

Innsbruck. .

47 16

298

9,0

- 0.8

4- >7.8

- 2,7

-i- >9,7

Mittel. .

50° >/z

175

8.5

- l.y

ck >7,2

2.7

-z- >8

Vergleicht man mit dem Mittelwerte dieser Nachweisung die ein-zelnen Angaben, sv ergiebt sich auf den ersten Blick, daß die Bewegungum den Mittelwert ein sehr geringer ist, nicht allein in der mittlernTemperatur des Jahres, sondern auch in der der Jahreszeiten und derentgegengesetzten Monate. Diese Tabelle drückt die Temperatur-Verhältnisseeines großen Theils von Deütschland aus, und offenbar des größtenTheils, der zu beiden Seiten der Meridianlinie liegt, welche durch dieMitte des Landes gezogen ist.

In den südlichsten Gegenden von Deütschland steigt die mittlere Jah-restemperatur um 4° höher. Auf der Halbinsel Jstrien hat Rovigno,Lat. 45" 5H eine Jahreswärme von 12",»; Fiume, das um >// nördlicherliegt, I2°,g, und Trieft, Lat. 45° 38^ wird sogar mit 15°,s angegeben;allein auf diesem, wie schon oben erwähnt, kleinen Fleck, herrscht schonitaliänische Natur und Art; deutsche Natur und Art ist hier schon erlo-schen, wenn gleich deütscher Wille seit Jahrhunderten befolgt wird. Gleichunmittelbar über dem schmalen Küstensaume, wo der südliche Himmel diese,im eigentlichen Deütschland unbekannte Wärme des warmen Erdgürtelsverbreitet, erhebt sich das Gebirgsland in kühlere, und selbst kalte Luft-schichten.

Doch hat Deütschland auch mildere Klimate, als dasjenige ist, wel-ches in der obigen Tafel nachgewiesen wurde. Ein großer Theil der nord-westlichen Gegenden, die dem Meere zugewendet sind, stehen unter demEinfluß der oceanischen Luftströmungen, sie liegen schon mehr in einemKüstenklima. Das Nheinthal ist mit den ihm zunächst liegenden Gegendenseiner Nebenthäler tief eingesenkt im Verhältniß zu den Berg- und Pla-teau-Landschaften Deütschlands. Darum genießt das Rheinthal des glück-

Nach achtjährigen Beobachtungen auö den Mannheimer Ephemcriden. Ist, so kann manfragen, das Klima ron München kalter geworden? Laniont sagt:nach vieljährigen Beobach-tungen beträgt die mittlere Temperatur auf der Sternwarte nur 7", 2 g." Es wäre sehr zuwünschen, daß der gelehrte Konservator der Münchener Sternwarte diese vieljährigen Beobach-tungen in seinem trefflichen Jahrbuch ausführlich bekannt machte.