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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Deutsches Volk.

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Am I. August 1806 ließ der Franzvsenkaiscr die Akte des Rhein-bundes bekannt machen, wobei er zugleich erklärte, daß er zwar das Da-sein der deutschen Reichsverfassung nicht mehr anerkenne, wol aber dievolle und unumschränkte Sonveränetät eines jeden der Fürsten, welche dasdamalige Deutschland ausmachten. Am 6. August desselben Jahres er-schien die Abdankungs-Urkunde Franz II. von Österreich, worin derselbeauf die deutsche Kaiserkrone verzichtete, seine Reichsrcgicrung niederlegteund seine deutschen Erbstaatcn von dem deutschen Reichskörper für getrennterklärte. So war also das deütsche Reich aus der Reihe der eüropäischenStaaten verschwunden! Wenige Wochen später ward die preüßischc Mo-narchie gesprengt; mehrere deütsche Fürsten verloren durch dieses Ereig-niß Land und Leüte, und es ward aus dem Raube ein neües Königreichgeschaffen, Westfalen genannt, an dessen Spitze der siegreiche Heerführereinen seiner Brüder als Scheinkönig setzte. Dies geschah 1807. DreiJahre spater entriß er demselben vieles Land, verjagte wiederum einigedeütsche Fürsten, die treü bei ihm ausgehalten hatten, und vereinigte soden ganzen Nordwestcn von Deütschland, vom Rheine bis zur Elbmündungund bis zur Ostsee, ein Raum von 54V deutschen Quadratmcilen, undvon 1,106,800 Deütschen bewohnt, mit seinem Reiche. Sie wurden eineunmittelbare französische Provinz; das übrige Deütschland, mit AusnahmeÖsterreichs und Preüßens, war eine mittelbare französische Provinz, undder Name Deütschland aus dem eüropäischen Staatsrccht gestrichen. Wäh-rend der höchsten Blüthe des Napoleonischen Kaiserreichs, zu Ende desJahres 1811, bestund der Rheinbund aus vier Königreichen, fünf Groß-herzogthümern, eilf Herzog- und sechszehn Fürstenthümern, wie folgendeÜbersicht näher nachweist:

känderbektand der Rheinbund-Staaten im Jahre 1811.

Staaten.

Areal

d. Q.M.

Volksmenge.

Staaten.

Areald. Q.M.

Volksmenge.

Königreiche I

Anbalt-Dcssau . . .

17

54,000

Baiern.

1760

3,450,000

Anhalt-Bernburg . .

16

36,000

Westfalen.

835

2,065,973

Anhalt-Käthen . . .

Fürstenthnmer:

15

34,«00

Sachsen.

750

i,ss8,eoo

Würtemberg ....

368

l,34»,000

Lippe-Detnwld . . .

24

70,540

Grvßherzogthümer:

Lippe-Schamnburg . .

10

20,14»

Baden.

289

869,30»

Schwarzburg-Rudvlstadt.

22

58,000

Berg.

280

728,000

Schmarzburg-SvnderShausen

23

56,000

Hessen.

223

572,000

Nassau-Wcilburg. . .

(bei

Usingen.)

Frankfurt.

92

299,800

Waldeck.

22

50,000

Würzburg ....

103

268,900

Jstnburg .

12

45,000

Herzogthünicr:

Hvhcnjvllern-Sigmaringen

19

31,000

Mecklenburg-Schwerin .

226

305.000

Hohenzollern-Hechingen .

6

14,000

Mecklenburg-Strelitz.

40

70,000

Renß-Greiz ....

7

21,800

Naffnn-ustngen . . .

103

272.000

Renß-Schleiz ....

6

16,560

Sachsen-Gvtha . . .

56

192,000

Reüß-Lobenstein-Lvbenstein

38,l4»

Sachsen-Weimar .

35

ll4,000

Reüß-Lvbenstein-Ebersdorf

Sachsen-Coburg . . .

19

62,000

Leyen .

2

4,50»

Sachsen-Meiningen .

18

54,306

Lichtenstein ....

3

5,000

Sachsen-Hildburabausen.

12

36.000

Lübeck.

9

19.000

Rheinischer Staatenbnnd 5,384 Q.Mcileni 13,475,82» Seele».