Deutsches Volk.
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Am I. August 1806 ließ der Franzvsenkaiscr die Akte des Rhein-bundes bekannt machen, wobei er zugleich erklärte, daß er zwar das Da-sein der deutschen Reichsverfassung nicht mehr anerkenne, wol aber dievolle und unumschränkte Sonveränetät eines jeden der Fürsten, welche dasdamalige Deutschland ausmachten. Am 6. August desselben Jahres er-schien die Abdankungs-Urkunde Franz II. von Österreich, worin derselbeauf die deutsche Kaiserkrone verzichtete, seine Reichsrcgicrung niederlegteund seine deutschen Erbstaatcn von dem deutschen Reichskörper für getrennterklärte. So war also das deütsche Reich aus der Reihe der eüropäischenStaaten verschwunden! Wenige Wochen später ward die preüßischc Mo-narchie gesprengt; mehrere deütsche Fürsten verloren durch dieses Ereig-niß Land und Leüte, und es ward aus dem Raube ein neües Königreichgeschaffen, Westfalen genannt, an dessen Spitze der siegreiche Heerführereinen seiner Brüder als Scheinkönig setzte. Dies geschah 1807. DreiJahre spater entriß er demselben vieles Land, verjagte wiederum einigedeütsche Fürsten, die treü bei ihm ausgehalten hatten, und vereinigte soden ganzen Nordwestcn von Deütschland, vom Rheine bis zur Elbmündungund bis zur Ostsee, ein Raum von 54V deutschen Quadratmcilen, undvon 1,106,800 Deütschen bewohnt, mit seinem Reiche. Sie wurden eineunmittelbare französische Provinz; das übrige Deütschland, mit AusnahmeÖsterreichs und Preüßens, war eine mittelbare französische Provinz, undder Name Deütschland aus dem eüropäischen Staatsrccht gestrichen. Wäh-rend der höchsten Blüthe des Napoleonischen Kaiserreichs, zu Ende desJahres 1811, bestund der Rheinbund aus vier Königreichen, fünf Groß-herzogthümern, eilf Herzog- und sechszehn Fürstenthümern, wie folgendeÜbersicht näher nachweist:
känderbektand der Rheinbund-Staaten im Jahre 1811.
Staaten.
Areal
d. Q.M.
Volksmenge.
Staaten.
Areald. Q.M.
Volksmenge.
Königreiche I
Anbalt-Dcssau . . .
17
54,000
Baiern.
1760
3,450,000
Anhalt-Bernburg . .
16
36,000
Westfalen.
835
2,065,973
Anhalt-Käthen . . .
Fürstenthnmer:
15
34,«00
Sachsen.
750
i,ss8,eoo
Würtemberg ....
368
l,34»,000
Lippe-Detnwld . . .
24
70,540
Grvßherzogthümer:
Lippe-Schamnburg . .
10
20,14»
Baden.
289
869,30»
Schwarzburg-Rudvlstadt.
22
58,000
Berg.
280
728,000
Schmarzburg-SvnderShausen
23
56,000
Hessen.
223
572,000
Nassau-Wcilburg. . .
(bei
Usingen.)
Frankfurt.
92
299,800
Waldeck.
22
50,000
Würzburg ....
103
268,900
Jstnburg .
12
45,000
Herzogthünicr:
Hvhcnjvllern-Sigmaringen
19
31,000
Mecklenburg-Schwerin .
226
305.000
Hohenzollern-Hechingen .
6
14,000
Mecklenburg-Strelitz.
40
70,000
Renß-Greiz ....
7
21,800
Naffnn-ustngen . . .
103
272.000
Renß-Schleiz ....
6
16,560
Sachsen-Gvtha . . .
56
192,000
Reüß-Lobenstein-Lvbenstein
38,l4»
Sachsen-Weimar .
35
ll4,000
Reüß-Lvbenstein-Ebersdorf
Sachsen-Coburg . . .
19
62,000
Leyen .
2
4,50»
Sachsen-Meiningen .
18
54,306
Lichtenstein ....
3
5,000
Sachsen-Hildburabausen.
12
36.000
Lübeck.
9
19.000
Rheinischer Staatenbnnd 5,384 Q.Mcileni 13,475,82» Seele».