Österreichische Monarchie.
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scheu Dialekte herrschend sind; Juden giebt es in Brünn nicht; sie „dür-fen nicht« in Mährens Hauptstadt wohnen, deren Gesetzgebung in diesemPunkt hinter der Zeit zurück ist. Sehr bedeütend ist der Gcwcrbfleiß,den die Bewohner Brünn's in vielen Zweigen der technischen Kultur ent-wickeln, und namentlich ist es die Tuch- und Kasimir- so wie Baumwoll-zeüg-Fabrikation, die hier in voller Blüthe steht, was auch von demHandelsverkehr gilt, der sich nicht auf Kleinhandel beschränkt, sondern denTransit vorzüglich im Auge hat, zwischen Böhmen und den übrigen öster-reichisch-deütschen Ländern und Polen, Rußland u. s. w. — Nikols-burg, St. an der südl. Landesgränze, mit einem fürstl. Dietrichstcin'-schen prachtvollen Schlosse, das sehr viele Natur- ttnd Kunstsammlungenenthält, 8489 I. Philosophische Lehranstalt und ein Gymnasium derPlansten; Tuch- und Wvllzeügweberei, Produktenhandel, Alaungruben zuDirnowitz. — Boskowitz, St. mit gräfl. Dietrichstein'schem Schloß,4647 I. Berlinerblaufabrik, Vitriol-, Glashütten und Pottaschsiedereien.— Wisch au, St. an der Hanna, 327! I. — Au spitz, St. 2779 I.
Austerlitz, St. an der Littawa, mit fürstl. Kaunitz'schcm Schloßund Garten, und 2452 I.; berühmt in der Kriegs- und politischen Ge-schichte durch die Schlacht, welche hier 1805 zwischen den vereinigtenÖsterreichern und Russen und den Franzosen vorfiel, und die den Friedenvon Preßburg herbeiführte, wodurch die Österreichische Monarchie für eineZeit lang eine andere Gestalt erhielt. — Kanitz, St. an der Jglawa,Schloß, 2519 I. Tuchweberei. — Göding, St. und Schloß an derMarch, 2910 I., große Ökonomie auf der hiesigen k. k. Familienherr-schaft. Tischnvwitz, an der Schwarz«; Pvhrlitz, mit Schloß an derJglawa; Kostet, an der Taya, kleine Städte.— Raygern, ein reichesBenediktinerstift, das in der Nähe einen Marktflecken gl. Namens besitzt.Eis grub, mit 1800 I., und Lundenburg, mit 1600 I., sindMärkte der fürstl. Licchtensteiu'scheu Herrschaft gl. Namens; in Eisgrubist eine der größten Baumpflanzungen Dcütschlands, ein Gestüt und einePottaschsicderci. Im Mkte. Budschvwitz, unfern Austerlitz, befindet sicheine Tuchfabrik, und zu Adamsthal ein Eisenhüttenwerk, und Jagdschloßmit Park, in dessen Nähe die Berghöhle Begiskala. Dieses Werk, so wieder Erdfall Mazodha, Mährens größte Naturmerkwürdigkeit, gehört zurfürstl. Liechtenstein'schen Herrschaft Posonitz, die in der sogenanntenmährischen Schweiz gelegen ist. In der Wallfahrtskirche zu Wranauist die fürstl. Familiengruft. — Blansko, Mkt. und Schloß der gräfl.Salm'schen Herrschaft gl. Namens, so wie die altgräfl. Salm'sche Herr-schaft Raitz, beide durch landwirthschaftliche und industrielle Anlagenhöchst ausgezeichnet.
47. Der Hradischer Kreis, im südöstlichen Theil der Markgraf-schaft. — Hradisch, St. aus einer Insel der March, Sitz des Kreis-amts; 1500 I. Hauptschule. In früheren Zeiten war dieser Ort gegenUngern eine Gränzfestung, deren Fortifikatiouen erst unter der RegierungJosephs H. geschleift, und in Gärten verwandelt worden sind. — Ung-risch-Brod, St. und Schloß an der Olschowa, Hauptort einer bebrü-tenden Herrschaft; 3381 I. Zur Herrschaft gehören die Orte Nezdcnitzund Suchvlosa mit einem Gesundbrunnen, deren es in dieser Gegend auch