Österreichische Monarchie.
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Czernvwih (sprich Tschernvwitz) oder Czernivwce, Hauptstadt derBukowina, auf einer Anhöhe unfern des Pruth. Sitz des gricchisch-nicht-unirtcn Bischofs und General-Konsistoriums, des Kreisamtcs, des Buko-winer Landrcchteö und Kriminalgerichts. Mehrere anschnl. Gebäude: diegriechische Kathedrale, die kathol. Dechantkirche, rc. Philosophische Lehr-anstalt, Gymnasium, Kreishanptschule, eine griechisch-nichtunirtc Klcrikal-schule, ein ständisches Hebammen - Lehrinstilut. 9713 I., theils deütscheGewerbs- und Handelsleute, theils Juden, Armenier, und Bojaren, d. h.inheimische Edclleüte. Berühmte Gold- und Silbcrmaaren und Wagen-bauarbeiten. Blühender Handel nach und von der Moldau und Walachei.
Dobromyl, St. im Sanokcr Kreis, bekannt wegen ihrer stark be-suchten Mastochsen-Zahrmärkte.
Drohobicz, St. im Samborer Kreise, mit einer Probstei, einerDechantkirche, die das schönste Denkmal alter Bankunst in ganz Galizienist; Hauptschule, Synagoge, stark besuchte Korn- und Vichmärkte. 7465 I.Große Saline, die mit den nahe liegenden zu Mvdrycz, Solec und Steb-nik jährlich gegen 74,009 Ctr. Salz produzirt. In der Nähe dieser St.ist auch Truskawiec wegen seiner reichen Asphalt-Quellen, und Orowwegen eines Eisenwerkes bemerkenswerth. Die Bereitung des Bergvls,welches zu Truskawiec armsdick hervorbricht, wird auf k. k. Kostenbetrieben.
Dukla, St. im Jaslver Kreise, an der Jasielka, am Fuß der Kar-paten; 2300 I. Hier blüht Tuch- und Flancllweberej, vorzüglich aberist diese Gränzstadt an der nngrischen Hauptstraße berühmt wegen desWeinhandels. In der Nähe sieht man die Kapelle des h. EinsiedlersJohannes von Dukla, dessen Reliquien die Bernhardinerkirche zu Lembergbewahrt. Das Duklacr Schloß hat einen schönen Park.
Dynow, kl. St. an der Sau, im Sanoker Kreise, 2673 I., istder Hauptmarktplah für Leinwand von Käufern aus Ungern und Polen.
Gorlice, aus deütsch Görliü, einer der wohlhabendsten und be-triebsamsten Marktflecken im Jaslver Kreise, an der Nvpa, mit 2547 I.,die Lein- und Wollenzeügwebereicn, und mehrere Lcinw.anddleichen unter-halten, und bedeütenden Handel mit Getreive in die Gebirgsgegenden unddem nördl. Ungern, so wie mit Leinwand und Ungerwein treiben.
HaliczStädtchen oder Mkt. im Stryer Kreise, am Dniester, mitkath., griechisch-unirter Kirche, 2 Synagogen; 1730 I. Seifensiedereiensind hier im Gange. Die Mehrzahl der J»w. sind Juden von der ka-raitischen Sccte. In der Nähe sind, außer Salzquellen, die Ruinen derResidenz der alten Beherrscher des Königreichs Halizien oder Galizien.Gegenwärtig ist Halitsch Hauptvrt einer wichtigen k. k. Kameralherrschaft.
Jarvslaw, oder Jaroslau, St. am linken Ufer des Sau, imKreise Przemisl, hat 7964 I., eine Tuchmanufaktur, die gute Montur-tücher liefert, Rosogliofabr., Wachsbleichen und Wachslichtfabriken; dieBienenzucht ist sehr ansehnlich in der Umgebung. Der Handel mit Holz-waaren, Leinwand, Honig, Wachs, Ungerwein, der von hier aus in derRichtung auf Danzig betrieben wurde, hat sehr abgenommen; nichtsdesto-weniger ist der Handel hier noch immer sehr bedeütend, und belebt durchzahlreich besuchte Messen. In der St. ist ein fürstl. Czartorynskysches