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Stadt und 8 Vorstädten bestehend, mit 16,115 I. .Sitz eines römisch-katholischen Bischofs und Domkapitels, und eines griechisch-unirten Bi-schofs. Prämonstratenser-Abtci, königl. Akademie, kathvl. Gymnas., adel.Konvikt. Der Gcwerbfleiß beschränkt sich auf Handwerksbetrieb, dochzeichnen sich die Seidenweberei und Töpferei vvrtheilhaft aus. 1 Meilevon Grvß-Wardein liegen bei dem D. Hajo die sogenannten bischöfliche»und felicianischen Bäder.
Werschetz (Nersecz), k. Freistadt im Temeser Komitat des Banats.Sitz eines griechisch-nichtunirten Bischofs. Die Raizen haben eine latei-nische Schule und ein Alumneum für arme Studircnde, die Katholikeneine Hauptschule. Wein- und Reisbau, Seidenzucht und Seidenspinnereisind die Hauptbeschäftigung der 15,788 Inw.
Wessprim (Vcszprem), St. und Komitatshauptort gl. Namens imKr. j. d. D., zum Theil auf einem hohen Felsen, zum Theil im Thaleam Scdflufse. Sitz eines Bischofs und seines Domkapitels, das eineprächtige Kathedrale besitzt; bischöfl. Schloß; Piaristen-Colleg. und Gym-nasium, bischöfl. Alumnat, Domus-Emeritorum, kathol, Hauptschule; Sy-nagoge. 9006 I. Bedeutender Handel mit Getreide, Wein und anderenLandesprvdukteu. In der Nähe wichtiger Weinbau, Pottaschsiedcreien,Glashütte. Der Badeort Füred am Platten-See.
Avmbor, k. Frei- und Komitats-Hauptstadt der Bacser Gespann-schaft im Kr. d. d. D., Sitz der Kameral-Berwaltung. Schullehrer-Se-minar der nichtunirten Griechen und kathol. Hauptschule. 21,086 I., diefast alle Raizen sind. Die Stadt hat viele schöne Gebaüde; darunterzeichnen sich aus: die kathol. Psarr- und die beiden griechischen Kirchen,das Komitatshaus, das Kameralgebaüde, u. s. w. Ackerbau und Vieh-zucht sind die Hauptgewerbe der Znw., so wie der Handel mit den darausentspringenden Produkten. Die wellenförmige Ebene, welche die Mittedes Bacser Komitats ausmacht, und von Zombor gegen Maria-Thcrcsia-nopel zieht, heißt die Telecska-Ebeue. Am südlichen Rande dieser Ebenezieht der, schon in der allgemeinen Beschreibung erwähnte, Franzens-Kanal, der, zur Verbindung der Donau, bei Mvnostvr-Szegh, mit derTheiß, bei Földvar, in den Jahren 1792 — 1807 angelegt worden ist.Seine Länge beträgt 14'/2 Meile, und seine Gefalle von der Donau zurTheiß, 27 Fuß, das durch die Schleusen und Niveau gehalten wird. DieTrächtigkeit ist 8 bis 9000 Centner.
Die wichtigsten Marktflecken des Ungrischen Reichs.
Ungemein groß ist die Anzahl volkreicher Märkte, und das ist eineEigenthümlichkeit, welche kein anderes eürvpäischcs Land in gleichem Ver-hältnisse mit Ungern gemein hat. Czörnig bemerkt, daß die Ursache die-ser Erscheinung in der politischen Verfassung liege. Unabhängig vondieser, wird die Bildung ausgedehnter Wohnplätze lediglich durch dasBedürfniß, die Zahl, die Beschäftigung und Gewohnheiten der Inwohner,so wie durch die Boden-Verhältnisse bedingt; wirken dieselben förderndauf das gesellschaftliche Beisammenlcben ein, so drängen sich die Woh-nungen der Menschen näher aneinander, so vergrößern sich und entstehen