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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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943
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österreichische Mvnaräiie.

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»eüe volkreiche Ortschaften. Da aber die ungrische Verfassung nur we-nigen der letzter» teu Rang und die öffentlichen Vorrechte der Städte ein-räumt, sv bleiben die anderen in ihrem vvrigcn politischen Verbände,wenn ibnen gleich die Aussicht eröffnet ist, nach Maaßgabe ihrer gewon-nenen Bcdeütung in die Zahl der F-reistadte aufgenommen zu werden. Ausdiesem Grunde finden sich auch die meisten der, durch ihre Vvlkszahl aus-gezeichneten Marktflecken in denjenigen Theilen des Reichs, wo es diewenigsten Städte giebt, eben weil sich daselbst im Mittelalter, aus wel-chem die Mehrzahl der freistädtischen Privilegien herrührt, die damalsnoch dünne und arme Bevölkerung nur selten noch in volkreiche, politischwichtige Ortschaften, denen jene Privilegien zugänglich gewesen wären,vereinigt hatte. Späterhin aber, besonders im letzten Jahrhundert, eilteder Anwuchs der Bevölkerung, und die Ausdehnung der umfangreichenWvhnplätze sv schnellen Schrittes vorwärts, daß das beinahe abgeschlosseneGebaüde der Verfassung, trotz mancher Erweiterung, nicht alle die ncü-entstandenen Bedürfnisse zu berücksichtigen vermochte. Immerhin bleibendie großartigen Märkte Ungcrns die ergiebigste Quelle für die Ergänzungdes städtischen Elements, indem sie den breiten Übergang von ländlicherEigenhörigkeit zu freien Municipal-Einrichtungen bilden. Nicht wenigerals dreißig Märkte sind es, von denen jeder mehr als 10,000 Inwohnerbesitzt, und es sind darunter mehrere, welche manche deütsche Haupt- undResidenzstadt an Vvlkszahl übertreffen.

Diese bedeütenden Märkte sind, in Verbindung mit einigen anderen,minder volkreichen, in alphabetischer Ordnung folgende:

Alten bürg (Ovar), in der Wicselburger Gespannschaft, nahe beimEinfluß der Lcitha in die Donau; hier stand zur Römer-Zeit daslüsxllm. Der Markt hat ein Schloß, ein Piaristengymnastum und vor-treffliche landwirthschaftliche Einrichtungen, die ein ökonomisches Lehrin-stitut hervorgerufen haben. 1610 I. Apathyn, im Bacscr Ko-mitat, an der Donau; hier fängt eine der langen Reihen noch deütlicherkennbarer Römerschanzen an, die sich bis an die Theiss, bei Gvspodinge,erstrecken, während die andere Reihe bei Neüsalz an der Donau anhebtund bei Tschureph, unfern der Theiss, endigt. Apathyn hat 5400 I., fastlauter Deütsche, die mit Waid-, Krapp- und Hanfbau, so wie mit Seiden-zucht sich beschäftigen. Arv k-Sza l l os, in der Landschaft Jazygien,7706 I.

Baja, im Bacser Kvmitat, an der Donau, Schloß, Sitz der Gc-richtstafel des Komitats, kathol. Gymnasium; 14,834 I., starke Schweine-zucht und große Schweinemärkte. Balassa-Gyarmath, Haupt-ort des Neograder Komitats im Kr. d. d. D. Schloß, 2 Kirchen, Sy-nagoge, 3474 I. Zwei Meilen nördlich von hier sind die Ruinen desSchlosses Kekkö, des Stammsitzes der berühmten Familie Balassa.Bekes, im gleichnamigen Komit. des Kr. j. d. Th., am Körös, 14,682 I.Acker- besonders Hirsebau, große Viehmärkte.

Csanad, bischöfl. Markt im gleichnamigen Komitat, am rechtenüfer der Maros. Die Stiftung des hiesigen Bisthums rührt vvm Heili-gen Könige Stephan her, und König Samuel wählte Csanad zu seinerResidenz. Csongrad, im gleichnamig. Komit. des Kr. jens. der Th.