Buch 
4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
950
JPEG-Download
 

95 «

Europäisches Staatensvslem,

benser Komitat, an der Marosch; einst die Residenz der siebenbürgischenDürsten, Sitz des römisch-katholischen Bischofs von Siebenbürgen und sei-nes Domkapitels, bischvfi. Seminar, kathol. Gymnasium, Normalschule,Sternwarte, Bibliothek reich an Handschriften und Inkunabeln. Die ausUngern, Sachsen, Walachen, Armeniern und Juden gemischte Bevölkerungbeträgt ungefähr 5VVV Seelen. Den Jude» ist diese St. allein in Sie-benbürgen landesgesehlich zum Wohnort angewiesen; sie haben hier zweiSynagogen, eine für die deütschcn, die andere für die türkischen Juden.Der Gewerbfleiß beschränkt sich, außer einer Salpetersiederci, auf dengewöhnlichen Handwerksbetrieb. '/» Stunde von der Festung liegt, amUfer des Flusses, Maros Porto, die vorzüglichste Niederlage des sieben-bürgischen Steinsalzes zur Versendung nach Ungern.

Armenier st adt, Szamosujvar, wat. Gyerla, k. Freistadt imInner Solniker Kvmitat, an der Samos, mit einem Kastell, das früherzu den ansehnlichsten festen Plätzen des Landes gehörte, jetzt aber bloszum Strafgefangenhauö dient; diese Stadt, so wie Elisabethstadt, wurdenvon den, in der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts eingewandertenArmeniern angelegt, deren Nachkommen auch jetzt fast die ausschließlicheauf 3400 I steigende Bevölkerung ausmachen. Handel, vorzüglich mitVieh, machen den Hauptnahrungszweig aus. Mineralbäder auf demjenseitigen Ufer des Flusses.

(b) Im Lande der Sekt er

befindet sich nur eine Stadt, nämlich:

Maros Vasarhety, zu deütsch Neümarkt, walach. Oschorhej,k. Freistadt au der Marosch. Sie ist der Sitz der k. Gerichtstafel, d. i.des Appellativnsgerichts für die ungrische und Sekler-Nation, und derStuhlsverwaltung des Maroscher Stuhls. Kathol. Gymnasium und Se-minar; reformirtes Kollegium mit Bibliothek und Buchdruckcrei; sodannöffentl. Bibliothek. Festes Schloß in der Stadt. 7000 I. Obst-, Wein-und Tabacksbau. Taback wird in sehr großer Menge gewonnen, undnach allen Gegenden des Landes verführt.

(o) Im Lande der Sachsen.

H e rm a u n st a d t, Nagy Szeben, wal. Sziben, k. Frei- und Haupt-stadt des ganzen Sachsenlandcs, am Cibinflusse, bestehend aus der, aufeiner bedeütenden Höhe liegenden Ober- und der Unterstadt, welche letzterevon drei Vorstädten und zahlreichen Lust-, Obst- und Küchengärtcn umgebenist. Von den Gebaüden und vielen Kirchen zeichnen sich aus: die großegothische Kathedrale der Evangelischen, die kathol. Parochialkirche, dirSpitalkirche, die reformirte Kirche, das Vethaus der nicht unirten Grie-chen, der Palast des Nativnal-Museums, das Landhaus, das Rathhaus.Hermannstadt ist der Sitz des Militair-General-Kommando's von Sieben-bürgen, des k. Thesaurariats, d. h. der obersten Finanz-Behörde, des k.Ober-Landes-Kommissariats, des Grafen der sächsischen Nation und derNativnalkanzleien und Archive, des griechischen nichtunirtcn Bischofs undKonsistoriums; ferner ist hier der Versammlungsort der sächsischen Na-jious-Universität und des lutherischen Oberkonsistoriums. 4 katholische