Buch 
Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen / von J.G. Ebel ; im Auszuge ganz neu bearb. von G. v. Escher
Entstehung
Seite
99
JPEG-Download
 

Baden.

99

als Vicus Thcrinarum. Als stra-tegisch wichtiger Punkt wurde esdurch ein Castell gesichert. DieBäder (deren schon Tacilushist. I,

67 erwähnt,), hiessen Aquae Ver-bigenae, oderThermac helvclicae;hier ging auch die Sir. v. Yindo-nissa n. Vitodurura hindurch.Riitn. Altcrlhiimer sind in der Um-gegend nicht selten. Goldene, sil-berne, kupferne Münzen , Siegel-ringe, eherne Bilder, Ucbcrblcib-scl v. marmornen Fussbodcn, einegrosse Menge v. 'Würfeln u. s. f.

Im Mittelalter war der Stein zuBaden als fester Ort berühmt; v.da aus bedrohte Kaiser Albrcchldie frei gewordenen Eidgenossen;hier wurden die Züge n. Morgar-ten u. Sempach entworfen Beider Aeehtung Herzog Friedrichsv. Oesterreich 1415 eroberten dieSchweizer das Schloss n. 1 tägi-ger Belagerung u. brachen es ab.

In der Milte des 17 Jhdts. bau-ten die Bürger v. Baden dasSchloss mit ungeheurer Anstren-gung wieder auf. Im J. 1712ward es n. kurzer Belagerungdurch die Zürcher u. Berner zer-stört. In Baden wurden auch v.1426 bis 1711 die allgemeinenTagsatzungen u. Jahrcsrechnun-gen, bisweilen auch ausserordent-liche Tagsalzungcn gehalten. 1526 |fand daselbst die Heligions-Dispu-tation Statt, wobei Dr. Meyer v.Eck an der Spitze der Katholiken,Oekolampad u. Ilaller an derje-nigen der Freunde der Reforma-tion standen. 1714 wurde hierder grosse Congrcss gehalten, aufwelchem der oben erwähnte Frie-den zw. Oesterreich u. Frank-reich geschlossen , u der spani-sche Successionskricg beendigtwurde. 1798 wurde Baden der

Bngnes Th.

Hauptor! des ephemeren helv. C.Baden; bei der Mediation 1803wurde cs zum C. Aargau ge-schlagen. Naturhistorisches : DieGeologen nehmen an, der Lägernu. der Schlossberg haben einstein Ganzes gebildet, u. das Lim-mat-Th. sey v. da bis n. dem C.Glarus u. Graubiindten v. einemSee bedeckt gewesen ; durch un-bekannte Katastrophen sey derDamm bei Baden gebrochen , u.die Fluthcn haben die, allenthal-ben in der Umgegend s. finden-den, mächtigen Geschiebe herbei-geführt. Uebcrhaupl ist die Um-gebung v. Baden in geognosti-schcr u. in botanischer Hinsichtsehr interessant. Schriften. DieBadefahrt v. Dav. Hess. Zürich1817. Die Gesundbrunnen u.Heilbäder v. Baden, v. Wclzlcr;die Bade- u. Trinkkuren v. Büsch ; Kotlinann überdie warmen Quel-len in Baden. Baden u. seine Um-geb., v. It. F. Diebold 1839. Low ig,ehern. Unters, über die Quellen zuBaden 1836. Mousson, Geolog.Skizzen v. Baden, Zürich 1840.Panorama v. der Baldegg bei Badengcz. v. F. Schmid.

Bacmks-Tii. im unt Wallis. EsölTnct s. bei Martinach u. steigtv. S. Kranchier in S.O .-Richtungder Brancc entlang bis an dieKette der Central - Alpen. DenEingang bildet eine enge Felscn-schlucht. Das Th. selbst ist frucht-bar u. reich an interessanten Na-turschönheiten, an seltenen Pflan-zen u. Mineralien. Beim I). Chabicist ein Bad mit starker Schwcfel-Q. Die traurige Berühmtheit die-ses Thals schreibt s. indessen v.Uebcrschw emmungen her, welchedasselbe 1545 , vorzüglich aber1818 heimgesuehl haben. 4 St.