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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

Fürsten, welchem er eine neue Welt unterwürfig gemacht, mit Undankund Ketten belohnt, vereinigten sich bei der Ünabhängigkeitserklärungder spanischen Kvlonieen drei der freigewordenen Staaten zu seines Na-mens Gedächtniß, und suchten unter dem Namen Columbia den tief-verkannten Entdecker der neüen Welt zu verewigen, und in Nordamerikalebt der gleiche Name in Hunderten von Ortschaften, Städten, Flüssen,KantonS und in dem Vundesdistrikte der Union für ewige Zeiten fort. —

Amerika liegt auf der westlichen Hälfte unseres Erdballs und wird,ringsum vom Meere umgeben, im hohen Norden vom Arktischen Eis-meer, im Osten von demselben und dem Atlantischen Ocean, im Südenvom südlichen Weltmeer, und im Westen vom großen Weltmeere, derSüdsee oder dem stillen Meere und der BehringSstraße begrenzt. Bonnatürlichen Grenzen eingeschlossen, bildet das Festland Amerika ge-wissermaßen eine einzige große Insel, welche die westliche Hälfte dernördlichen und südlichen Halbkugel durchzieht, und die, in der MitteLurch Meeresfluthen eingebuchtet, denen ein durch die Anden gebildeter,über 3« Meilen langer und von 6 zu 12 Meilen breiter Isthmus, einennatürlichen Damm entgegenstellt, in zwei große Halbinseln, inNord- und Süd-Amerika, abgeschieden wird, und umfaßt außer-dem alle zu beiden Seiten der Küste liegenden Inseln, die Nord- undSüdpolarländer der westlichen Hemisphäre, die im Atlantischen Meerebefindliche Gruppe der Bermuden, und die, zwischen Nord- und Süd-Amerika sich ausbreitende, unter dem Namen „West-Indien" bekannteInselgruppe, die in einem nach Nordost und Ost gekrümmten Bogenden Golf von Mexico und das Caribische Meer vom Atlantischen Ozeantre,mt. — Die nur 50 bis 6V deutsche Meilen von der Küste Grönlandsentsernte Insel Island wird, obgleich ihre Entfernung von Europa dirdreifache Meilenzahl beträgt, doch zu diesem letzter« Erdtbeil gerechnet,und ist von uns auch bereits bei Dänemark (Ld. V. S. 72S.) mit auf-geführt worden. —

Nimmt man den Flächenraum Eürvpa's als Einheit an, so umfaßtAmerika fast vier solcher Einheiten, ist also nach Asien der größte Erd-theil, hinsichtlich seiner Ausdehnung aber der Erste des Erdballs, indemer sich vom Vorgebirge Sän Noque, in Brasilien, dem östlichstenPunkte, bis zur Weltspitze der Halbinsel Alaschka, im russischen Amerika,dem westlichsten Punkte, mehr als 129 Längengrade hinzieht, undvom Vorgebirge Froward, im Süden, bis zum Eiskap, im Nordeiz,über 127 Breitengrade in sich begreift. Noch höher binauf, bis überLat. 81° N., ziehen sich die, nur an den Küsten unvollkommen bekanntenPolarländer, und rechnen wir diese und alle die Inseln dazu, die ingeographischer Beziehung der westlichen Erdhälfte angeboren, so habenwir sür Amerika vom Osten nach Westen eine Länge von l«v, und vomSüden nach Norden eine Breite von 149 Graden.

Die beiden Halbinseln, aus denen Amerika besteht, haben, die nörd-liche, vom Osten nach Westen, von Herjoß Noß bis zum VorgebirgePrinz Wales, eine Ausdehnung vom 1590, die südliche, vom Vorge-birge Blanco bis zum Vorgebirge Sän Rvqne, von 765 deutschen^Mei-len. Die Länge des ganzen Erdibeils, vom Vorgebirge Horn im Süden,bis hinauf zum Eiskap im Norden, wird in gerader Linie auf 198Ldeutsche Meilen geschäht. —

Fast in der Mitte der westlichen Halbkugel liegend, doch Europanäher als Asien, durchzieht Amerika alle Zonen der südlichen und nördliche«