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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

Republiken, gegenwärtig 19 und 5 Territorien, ist aber durch die Fak-tionen ehrgeiziger Heerführer, in dreien seiner östlichen Staaten, nochfortwährend in großer Aufregung; Central - Amerika oder Guatemalaaus 5, Nio de la Plata oder die argentinische Republik aus 14 verei-nigten Staaten. — Das alte Columbien hat sich neuerer Zeit in drei,nicht vereinigte Staaten geschieden, die aber wahrscheinlich auch, trotzdaß sie gegenwärtig untheilbare Republiken bilden, nachmals Foederativ-Regierungen werden müssen, und dasselbe Schicksal steht wahrscheinlichauch Peru, Chile und Brasilien bevor. Die Überzeügung von der Noth-wendigkeit einer solchen Maßregel ist so groß, daß jede der alten Con-foederationen sich selbst die Mittel gegeben hat, in sich neüe Staaten zubilden, sobald die Bevölkerung so zugenommen und über diejenigen Land-strecken sich ausgedehnt hat, die jetzt noch unbewohnt und verödet sind. —

Die Freistaaten von Nord-Amerika, Mexiko, Guatemala und laPlata sind also keine Staaten im gewöhnlichen Sinne des Worts, denender strenge Begriff der Einheit unterliegt, sondern Confoederationen, d. h.Staatenvereine, in welchen mehrere, unter sich und in ihren innern An-gelegenheiten ganz unabhängige und sich selbst regierende Staaten, inHinsicht auf ihr aüßeres Verhältniß zu einem Gemein- oder Bundesstaatsich zusammengethan haben, und durch eine gemeinschaftliche, aus alleneinzelnen Staaten zusammengesetzte Central-Gewalt, der „General-Con-greß" genannt, dessen Beschlüsse eine gemeinschaftliche executive Macht,an deren Spitze ein Präsident steht, vollzieht, regiert und geleitet werden.

Amerika zerfällt, politisch betrachtet, überhaupt: I) in selbftstän-dige Staaten; — 2) in freie, noch unknltivirte Völker (Indianer),und 3) in Kolonieen, welche letzten beide Verhältnisse indeß keinGegenstand vorliegender Staatenkunde Amerika'S sein, und die Kolonieennur mit Hinweisung auf daö Mutterland kurz berührt werden können.— Die selbstständigen Staaten theilen sich wiederum in republikanischeund in monarchische, und zerfallen, nach der Verschiedenheit der Natio-nalität ihrer Gründer, in vier natürliche Gruppen, deren erste,die Gruppe mit britischer Nationalität, sich nur in Nord-Amerika ausbreitet, — die zweite, die Gruppe mit spanischer Na-tionalität, in Nord- und Süd-Amerika sich Staaten gebildet hat, —die dritte Gruppe, mit portugisi scher Nationalität, die mo-narchische Form aus Eüropa nach Süd-Amerika übertrug, und die vierteGruppe» mit gemischter afrikanischer Nationalität, nachdemsie in Westindien ihre Freiheit erkämpft, erst ebenfalls der monarchi-schen Form huldigte, später aber als Neger-Republik sich die An-erkennung aller Staaten zu verschaffen wußte.

Uebersicht des amerikanischen Staatensystems.

Amerika zerfällt in 20 souveräne Staaten, von denen iv auf Nord-Amerika und 10 auf Süd-Amerika kommen, und von welchen 19 einerepublikanische Negierungsfvrm angenommen haben. Von diesen bilden3 Föderativ- oder Bundes-Staaten und 16 selbstständige ungetheilte Re-publiken.

Erste Gruppe. — Staaten britischer Nationalität:

1. Die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika, mit17,068,666 Einwohnern; selbstftändig seit 1776.

2. Die Republik Texas, mit 250,ooo Einwohnern» seit 1836.