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Amerikanisches Staatensymstem.
Den Güter- und Personentransport zu einem Monopol der Regie-rung erheben zu wollen, oder Kanäle, Eisenbahnen und Straßen zu bauenund zu eröffnen, und größere Staatseinnahmen zu erzielen, ist in denVereinigten Staaten nie der Versuch gemacht worden. Man überläßtden ersteren seiner eigenen Entwickelung, wodurch allein nur ein Staat ge-winnen kann, und auch die letzteren durchaus der Privatthätigkeit, undnur in New-York und Pennsylvania haben die Regierungen eigene Ka-näle und Eisenbahnen zur Emporbringnng ihrer Staaten in Ausführunggebracht. Alle anderen Kanal-, Eisenbahn-, Brücken- und Straßenbau-ten entstanden durch Privatgesellschaften auf Aktien, welche gewöhnlichdie, dem projektirten Werk zunächst wohnenden Landbesitzer erwecken, weildurch die Ausführung der verschiedenen Unternehmungen der Werth ihrerBesitzungen gesteigert wurde. Nach Vollendung irgend einer derartigenUnternehmung wird die Rechnung mit allen Belegen der Regierung vor-gelegt, und diese bestimmt nun, nach einer annähernden Berechnung, mitBerücksichtigung der Unterhaltungskosten, das Brücken-, Wege- oder Ka-nalgeld. — So kommen in Amerika auf die einfachste und leichteste Weisedie größten, und vbschvn nur Privaten die Unternehmungen ausführen,die zweckmäßigsten Anstalten, bei denen keine Kosten gespart werden, da-durch zu Stande, daß die Regierung sich nicht in diese Angelegenheitenmischt, sondern den Bürgern freie Hand läßt. — Betrachtet man jetztdie Menge und den Umfang aller dieser Verbesserung und Einrichtungen,und die unglaublich kurze Heit, in welcher sie zu Stande kamen, denhohen Preis der Arbeit (25 bis 30 Dollars monatlich für einen Arbeiteran einer Eisenbahn oder einem Kanale) und die verhältnißmäßig dünneBevölkerung des ungeheuren Gebietes der Vereinigte» Staaten, so mußman sich gestehen, daß die Amerikaner in diesen Zweigen der National-Betriebsamkeit alle Völker übertreffen, und das Festland von Europa,trotz der Thätigkeit, welche sich in den letzten zehn Jahren in Deutsch-land, Frankreich und Belgien entwickelte, noch gar keinen Maaßstab desVergleichs liefert. Noch Jahrelang könnte die ganze gegenwärtige Be-völkerung der Union an der Ausführung der jetzt projektirten und bereitsbegonnenen Eisenbahnen und Kanälen Arbeit und Beschäftigung finden,und vielleicht ein halbes Jahrhundert hindurch nur in diesem Zweige derBetriebsamkeit beschäftigt sein, und doch findet dieses Volk, das an Zahlnach nicht der Hälfte der Bevölkerung Deutschlands gleichkommt, undüber einen zehnmal größer» Raum verbreitet ist, bei allen diesen Unter-nehmungen noch die nöthige Zeit zur Erweiterung seines Handels, seinerManufakturen und seiner Gewerbe!
Das Münz-, Maaß- und Gemichtssystem der Vereinigten Staatenist, mit Ausnahme des ersteren, dem britischen gleich, und selbst dieses,wenn auch mit verschiedenem Werthe, doch gleichen Benennungen, ineinigen der alten Staaten adoptirt. Im Allgemeinen rechnet man ge-genwärtig nach Dollars zu lvo Cents ü iv Mills. — Der Zahl-werth des Silberdollars ist sich bisher ziemlich gleich geblieben, und esgehen nach der gesetzlichen Ausbringung im Durchschnitt gegen 9°/» StückDollars auf 1 Köln. Mark fein Silber, wonach der Werth eines Dol-lars zu I Thlr. 13 Sgl. 0,923 Pf. prenß. Cvurant, oder etwa 2 fl. 30 kr.rhein. gerechnet werde» kaun. — Die Münzen, die in den VereinigtenStaaten geschlagen werden, sind in Gold: Adler (Laclos) io Dol-lars; halbe Adler -- 5 Dollars, und Viertel-Adler — 2'/- Dollars; —in Silber: Dollars, halbe Dollars, viertel Dvllarö und DimeS oder