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Amerikanisches Staatcnsystcm.
glücklicher fühlen würden, wenn ihre Diener Röcke von mehr als einerFarbe trüge». — Der Name „Helfer lüoii'8)« wird den Dienenden all-gemein beigelegt, nie aber winden diese ihre Ansteller mit dem Namen„Herren" — master« — bezeichnen. Nur wenige amerikanische Dienerwürden die Behandlung europäischer Dienerschaft ertragen, aber sie sindauch nicht dieselben mnssigen, nachlässigen, anmaßenden und unwissendenMenschen, wie die größte Zahl dieser Klasse in Eüropa; — nur derMangel an Vermögen nöthigt den Amerikaner einen Dienst anzuneh-men; — er besitzt dieselbe Bildung, als sein Ansteller; er kann lesen»schreiben, und besonders rechnen; er hat ein Interesse an der Politikdes Staates, ist, wie alle Amerikaner, ein fleißiger Zeitiingsleser, wohntden öffentlichen Versammlungen bei, ist Mitglied der Miliz, und bei der-selben vielleicht Vorgesetzter seines Austellers; zahlt Taxen, und besitztdas Recht zu stimmen. — Hat er sich ein paar Thaler erspart, so schlägter auch schon einen Kramladen auf, und nicht selten bringt er es zumKaufmann oder Schiffseigenihumer. Amerikanische Dienstboten sindihrer Intelligenz wegen den meisten eürvpäischen vorzuziehen; sie arbei-ten mehr und schneller als Europäer; verrichten das, wozu in Europawenigstens 3—4 Personen nöthig wären, und sind. ungeachtet des hohenLohnes, von 72 bis 14« Dollars, nebst Kost und Wohnung, immer wohl-feilere Diener als Europäer. Ein amerikanischer Diener ist das Fakto-tum des ganzen Haushaltes: er ist immer zu Hause, immer thätig, undselbst an Sonntagen in keinem Bier- oder Weinhause anzutreffen. Stattin Amerika keine guten Diener zu finden, ist es blos schwierig, sie langezu behalten; denn es sind wenig« unter ihnen, deren Talente für denHandel und Gewerbe sie lange bei einer Beschäftigung ließen, welcheihren Wünschen und Neigungen so wenig entspricht. Die weiblichenDienstboten verlangen ebenfalls eine andere Behandlung als in Eüropa,und ihre Prälenstonen sind schon öfters von Reisenden lächerlich gemachtworden; indessen verdienen sie im Allgemeine» die verlangte Berucksich-tigung mit vollem Rechte, da ihre Erziehung und Bildung gewöhnlichbesser als die der männlichen ist. — Das moralische Übergewicht derWeiber über die Männer ist überall in den Vereinigten Staaten siebstbar und erstreckt sich auch auf die weiblichen Dienstboten, und selbst dieweiblichen „Helferinnen" in den Wirthshäusern besitzen einen eigene«Anstand, welcher den Gästen auch die geringste Unanständigkeit verbietet)selbst Mrs. Trollvpe, keineswegs eine Lobrednerin Amerika'S, konnte i«ihren meisterhaften Skizzen amerikanischer Dienstboten sie doch nicht derSittenlosigkeit oder Unehrlichkeit anklagen, und einzelne Beispiele vo«Hochmuth oder sogenannter Anmaßung, bei übrigens stets folgsame«Dienstmädchen, welche die Verfasserin anführt, beweisen eher einen hohe«Grad von Gefühlöadel und Selbstgefühl, von welchen in den Schrift«der Gebieterin auch nicht eine Spur sich nachweisen läßt.
Die Möglichkeit für Alle, Vermöge» zu erwerben, zur Selbststä»d>§/keit zu gelangen, und in Jedem seines Gleichen zu erblicken, ist derHanpthebel der sittlichen Kultur Amerika's, und fallen auch dort, «"*überall, Unbilden vor, wird von Vielen auch dort das Gesetz übertrete«'die Sicherheit der Person und des Eigenthums nicht geachtet» so n«^auch Vorkehrungen getroffen, jene Unbilden zu paralysiren. Recht ««Gerechtigkeit wird auch dort gehandhabt und das Gefängnißwerfen A>«^xika's, das Pönitentiarsyftem, als Muster in allen eürvpäischen Ländernachgeahmt. — Im Pönitentiarsystem hat Amerika den Kulmination^
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