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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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tische Kolonien, die sich von der Herrschaft Großbritanniens lossagtenund zu einer Konfederation vereint, unabhängige Staaten bildeten. Nichtdie Theetaxe, nicht die wtempelakre waren es, die im Westen deS atlan-tischen Meeres die Revolution hervorriefen und ein neues Reich schufen,wie viele irrigerweise wähnen, sondern die Grundursache derselben lagin dem Charakter der Menschen, die diese Kolonien gründeten und kul-tivirten, und dem Charakter der Institutionen, welche sie mit aus demMutterland« gebracht. Der Entwickelungsgang, den diese Kolonien nah-men, einerseits, andererseits aber die mangelhafte und falsche Politikder Kabinette von St. James, Madrid und Paris war ihre Erzeugerin,und jene zufälligen Ereignisse beschleunigten nur deren Ausbruch, der docherfolgt , sein würde, da die Bewohner der Kolonien mit großer Eifer-sucht die angeborenen Menschenrechte bewahren wollten, die damals ge-rade zuerst ausgesprochen wurden.

Der ungeheure Landstrich, welcher jetzt die Vereinigten Staaten insich faßt, wurde bereits 1498 von Giovanni Cabvto entdeckt und fürEngland in Besitz genommen, aber erst hundert Jahre später kolonistrt.Die im Vergleich zu Westindien und Süd-Amerika rauhen Gegendenboten den Einwanderern weniger Reiz und Anziehung dar, als die gold-und Überreichen Staaten, die Columbus für Spanien aufgeschlossen,Und lockte auch anfänglich die Hoffnung, Gold zu finden, Walter RaleighUnd seine Gefährten nach Virginia, so sah man doch bald den Ungrunddavon ein und verließ das Land der jungfraüligen Königin, das keineReichthümer versprach. Erst später, unter Jakob l. begann die eigent-liche Kolonisirung des Landes durch zwei, sich in England bildenden Ge-lellschaften, der „Londoner- und der Plymouth-Campagny.« — BeideGesellschaften hatten das ausschließliche Recht der Niederlassung und desVerkaufs ihrer Ländereien, des Handels und einiger andern, freilich fürsie damals noch sehr unbedeutenden Rechte hinsichtlich des Gonverne-U'ents, von der Krone erworben, und zwar die Londoner für Süd- diePlymouther für Nord-Virginia. Im Jahre 1607 begannen sie mit einerschwachen Niederlassung von kaum hundert Menschen in Virginia, aberHunger und Mangel aller Art rieb diese Kolonie noch in demselben>iuhre bis auf ein Drittheil auf. 1699 im October war die Anzahl durchZuwachs wieder bis auf 599 gestiegen, aber innerhalb 6 Monaten durch°>Ue Hungersnoth bis auf 69 herabgeschmolzen. Bis zum Jahre I6ISU'ar i„ den Niederlassungen Gütergemeinschaft, und erst in genanntem^ahre fand eine Ländervertheilung an jedes Individuum statt. ImTsahre 1619 traten zum ersten Male die Repräsentanten der Kolonisteneiner Versammlung zusammen, um über die Angelegenheiten derL^chbagnie und ihre eigenen zu verhandeln. 1629 wurde ein eigenesMittel zur Vermehrung der Kolonie ergriffen, und 99 junge Mädchen"rch die Kompagnie hinübergeschickt, die nach Frauen Verlangen tra-Anden Kolonisten an ihre neüe Heimath zu fesseln, und jedes dieser-"udche,, ^ ,gg bis 159 Pfund Tabak an die heirathslustigen Pflanzererkauft. 1621 gab die Londoner Kompagnie den Kolonisten eine Art. Fassung, gab ihnen einen Gouverneur und einen Kolonialrath undoltattete den Einwohnern eine gesetzgebende Versammlung aus ihrertra/^ wählen. Im nächsten Jahre, wo der Jndianerkrieg begann,der, H"'6ckt>are Schläge die junge Kolonie, drohten sie ganz aufzurei-' und 347, Männer, Weiber und Kinder wurden aus's Grausamste> den Indianern niedergemetzelt. 1624 ward die Londoner Kompagnie