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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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S02

Amerikanisches Staatensystem.

Jmportation von Thee, Wein, Kaffee, Zucker, Syrup, Gewürze, Indigound Papier gelegten Abgaben, müsse der Kongreß den Verbrauch allerenglischen Waaren untersagen und alle Ein- und Ausfuhr verbieten.Allen Vertheidigern der Kvlonieen im Parlamente sage man übrigensseinen Dank.«

Mit dieser in Form einer Bittschrift abgefaßten Erklärung sandteman Anfangs des Jahres 1775 eine Deputation von drei Abgeordneten,unter denen auch Franklin war, nach England; allein die Ministerwußten das Parlament für die strengsten Maßregeln zu gewinnen, unddieses beschloß am 26. Jan. 1775 die Abweisung der Bittschrift deramerikanischen Gesandten mit 218 Stimmen gegen 68, bei welcher Gele-genheit Franklin noch überdies vom englischen Pöbel beleidigt wurde.Im Februar 1775 verbot man Massachusetts und New-Hampshire dieFischerei auf den Bänken von New-Foundland, auf welcher der ganzeHandel dieser Provinzen mit England, Spanien und Westindien beruhte,und verbot den übrigen Kvlonieen allen Handel mit den gesammtenenglischen Besitzungen, weil alle gleich schuldig wären.

Jetzt begann man indeß in Amerika ernsthaft auf Widerstand zudenken. Man übte die Landmiliz in den Waffen, legte Pulvermühlenan, verschaffte sich durch den Schleichhandel mit den Antillen, da Groß-britannien die Ausfuhr aller Kriegsbedürfnisse aus England verbotenhatte, Pulvervorräthe, und in Nhode Island bemächtigte sich das Volk4V Kanonen, welche der Krone gehörten. Von englischer Seite aber be-schloß man, alle fernere Volksversammlungen durch Truppen aufhebenzu lassen, und für diesen Zweck sogar die Gewalt der Waffen anzuwen-den. AIs daher im Frühling 1775 eine Prooinzialversammlung zu Con-cvrd in Massachusetts gehalten ward, sandte General Gage 1866 MannTruppen ab, um diese Versammlung aufzubeben und die Kriegsvvrräthewegzunehmen. Auf dem Wege dahin stießen die Briten zu Lexingtonauf eine Masse bewaffneter Kolonisten. Es kam zum Kampfe; 8 Kolo-nisten fielen, mehrere wurden verwundet, und die Engländer drangen inConcord ein, wo sie einen Theil der Kriegsvvrräthe zerstörten. So floßjetzt das erste Blut in diesem denkwürdigen Kriege; aber bei demAnblick dieses Blutes seiner Kinder erhob sich Massachusetts in Masse,von allen Seilen strömten die Provinzialmiljzen herbei; die Briten muß-ten Concord verlassen, und verloren, von den Amerikanern verfolgt, aufdem Rückzug 25V Mann an Todten und Verwundeten, die Amerikanernur 6V, — und so war der Krieg ausgebrochen, der Großbritannien sei-ner schönsten und kräftigsten Kolonieen beraubte. — Dies Gefecht gabdas Zeichen zur allgemeinen Bewaffnung der Provinzen, deren Milizennun von allen Seiten herbeikamen, den General Gage zu Boston vonder Landseite her einschlössen, und ihn in Boston förmlich belagerten-Die Pennsylvanier besetzten Philadelphia; mehrere kleine Forts gingendurch Überrumplung an die Amerikaner über, und noch im Laufe deSJahres 1775 war die Revolution allgemein. Ein Krieg, der fast zehnJahre dauerte, entspann sich, dessen endliches Resultat Amerika's Freiheilim Frieden zn Paris den 3. Sept. 1783 war. Ein Senat, vom ganzenVolke erwählt, ohne Erfahrung in Kriegs- und Staakssachen, trat jetz-kühn der größten Macht Eürrpa's entgegen, nicht stürmisch und hrw-fahrend, sondern ruhig die Macht seines Gegners überlegend und erklä-rend: »er verhehle sich die Gefahren dieses Kampfes nicht, aber er kenn»auch nichts Schrecklicheres, als freiwillige Knechtschaft;« — und so a»H