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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerika.

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im W. von Neu-Granada begrenzt wird, und einen Flächenraum von18,960 deutschen (402,85V enqi.) lH Meilen umfaßt, der nach den An-gaben der Regierung aber sich auf 35,961 C! Leaques oder 24,228'/.»dentsche O Meilen belaufen soll, zu welchem außerdem die Regierungfür die Provinz Guyana noch 6,V0Ü lH Leagues, theils von dem an-grenzenden Brasilien , theils von dem britischen Guyana, in Anspruchnimmt. —

Längs den Küsten zieht sich von Westen nach Osten ein Ausläuferder Andenkette hin. südlich von welchem sich ausgedehnte Savannen oderLlanvö eröffnen, an welche sich undnrchdring'iche Waldungen anschließen,die nur auf den Flüssen und Strömen des Landes zugänglich sind. DerCharakter des Lautes ist im Allgemeinen nach diesen drei Abtheilungensehr abwechselnd: Längs der bergigen Küste zeigt sich die Landschaft lieb-lich, und voll pittoresker Schönheit, und wo sich die Gebirge, wie inCaracas, zu bedeutender Ööbe erheben, wird auch die Landschaft erhabenund großartig. Beim Übergang über die Gebirge nach Süden, über-rascht die Unermeßlichkeit der ausgedehnten Ebenen und Viehtriften; dieWaldungen hingegen, nach dem Orinoco und seinen Zuflüssen zu, brin-gen eine Art düstern Gefühls und Beklemmung hervor. Eben so ver-schieden und abgegrenzt wie das Land, ist auch der Krrltnrgrad der Be-wohner desselben, und in den so scharf getrennten aufeinanderfolgendenGebieten stellt sich auch die Stufenfolge izienichlicher Kultur hier dar:das Bergland der Küste mit seinen verschiedenen Klimate« und abwech-selnden Landschaften, bewohnt der Landmann und der Handelsmann;Landbau, Civilisation, Industrie und selbst wissenschaftliche Bildung ha-ben hier ihre Reize über das schöne Land verbreitet, volkreiche Städtesind entstanden und in den zahlreichen guten Häfen sind Niederlagenfür die Produkte dreier Welttheile. Man erkennt, daß hier der Hauchder Civilisation und der geselligen Verhältnisse aus Europa herüberge-weht bat. Anders ist es in den Ebenen und Viehtriften, wo die Fort-schritte in der Civilisation bei weitem geringer sind; es haben sich zwarauch da einzelne zerstreute Städte erhoben, doch sind sie fern von einan-der; und betrachtet man die einzelnen mit Leder und Thierhaüten be-deckten Wohnungen der Llauueros, so glaubt man sich in die Mitteasiatischer Nomaden versetzt. Die Menschen sind hier bieder und gast-srei, aber roh und derb. Ihr Reichthum, ihre Nahrung ist zwar reichgenug, aber nicht mannigfaltig. Sie leben im Überflüsse des Nothwen-digen, aber im Mangel des Bequemen. Es ist die Mittelstufe zwischenCivilisation und Barbarei, und die letztere zeigt ihre rohe Übermacht urden Wäldern, die sich nach Brasilien zu ausdehnen. — Die Zahl derEinwohner Venezuelas beläuft sich, nach dem letzten Census, auf 945,364Seelen, die Dvlksdichtigkeit des Landes mithin, den Flächeninhalt zu^8,960 deütsche lü Meilen angenommen, zu 49 Seelen auf die Qu. Meile,^iach der Arealangabe der Regierung aber, auf 26,2s auf die m Leagne.^>e Gesammtbevölkernng bestand aus 26V,V0V Weisen, 425,Ovv gemisch-ter Rasse, 5«,364 Sklaven, 150 ,vvv unterworfenen Indianern und 6V,VV0freien Indianern; obgleich die Zahl der letzter» zu gering angeschlagenfein dürfte, und trotz der vielen Missionsplätze, noch Niemand eine Zäh-mung in den Waldungen des Südens angestellt haben wird.

Die vollziehende Gewalt der Republik übt ein Präsident, gegenwär-tig der General Sublette. Jede Provinz hat einen Gouverneur undtheilt sich in Kantons, jede unter einem Xele xolitieo; die Kantons