Amerika.
477
strömt, Hauptstadt des Landes, Sitz des Präsidenten und der Regie-rungsbehörden, mit 8 Kirchen, darunter eine schöne Kathedrale, 5 Klö-stern, t Schauspielhaus, schönen hohen Gebäuden, breiten geradenStraßen und zwei mit wahren Prachtgebaüden umgebenen öffentlichenPlätzen: Alta Gracia und Sau Francieco; einer Universität und meh-reren Schulen und anderen Unterricbtsanstalten, und einer schönenBrücke über den Aranco. Am 26. März 1812 durch ein furchtbaresErdbeben ganz zerstört und durch die Schrecknisse des verheerenden Bür-gerkrieges arg mitgenommen, hat sich die Stadt nur langsam erholt,und zäblt gegenwärtig nur 36,466 Einwohner, während sie vor demErdbeben bereits über 50,066 zählte. Der Handel der Stadt ist sehr be-deutend; Laguira oder la Guayra, der Hafen von Caracas, unterLat. 16° 36' IN" N., ist ein kleines, schlecht gebautes, heißes und un-gesundes Städtchen, an einem steilen Abhänge, nur 4 Stunden vonCaracas entfernt, wo alle reichen Kaufleüte der Hauptstadt ihre Comp-toirs haben; der Hafen ist gut und stark befestigt, aber nicht ganz sicher.—Maracaibo, auchNueva Zamora genannt, unter Lat. 16° 7' 7"N.,auf einer Landspitze an dem Meerarine, durch welchen der See mit demMeerbusen von Maracaibo in Verbindung steht; die Umgegend ist äußerstdürr und unfruchtbar; das Klima ist gesund, aber heiß, und Erdbebenund Stürme beunruhigen oft die Bewohner, deren die Stadt 21,285zählt; die Stadt selbst ist gut gebaut, besitzt sechs Kirchen und zwei Klö-ster, hat reiche Dörfer und Pflanzungen in der Umgegend, und treibtansehnlichen Handel und Schiffbau. — Varinas, auch Barinas,unter Lat. 7° 36' N., unweit des Flusses Sän Domingo, mit einerPfarrkirche, einem Barnabitenkloster, und 6,652 Einwohner». Die Lageder Stadt ist angenehm, die Umgegend reich und fruchtbar, und Handelund Plantagen bau die vorzüglichste Beschäftigung der Bewohner. —Achag uas, kleine Stadt am Apnre, mit einer Kirche und 3,860 Einw.— Cumana, am ManzanareS, unter Lat. 10° 27' 52" N., nur eineViertelstunde vom Meere entfernt, auf einem dürren Kalkboden, mitdrei Vorstädten, niedern Häusern, »»gepflasterten Straßen, zwei Pfarr-kirchen, zwei Klöstern, einem Theater ohne Dach, und 21,566 Einw.;der Manzanares trennt die Stadt in zwei, durch eine Brücke verbun-dene Theile, und dessen Ufer dienen den Bewohnern zugleich als Pro-menade. Die Forts Sau Antonio und Candelaria schützen die Stadt,sind statt der Pallisaden mit Cactnspflanzungen umgeben, die unüber-windlich sind, und in den Gräben der Festungen werden Orinocv-Cro-cvdille unterhalten. — Barcelonas, unter Lat. 10" 6' 52" N., einehalbe Meile von der See. ein schmutziger, meist aus Lehmhütten beste-hender Ort, mit 16,660 Einwohnern, der wegen seines guten Hafenssehr besucht wird; vor dem letztem liegen die beiden kleinen Piritvu-Jn-seln und Boracha, und etwas nördlicher von ihnen die sechs Caracas-Inseln. — Coro, die erste Niederlassung der Spanier in Venezuela,Mit nicht ganz sicherm, aber stark besuchtem Hafen, vier schönen Kirchen,geraden Straßen, 11,873 Einwohnern; starkem Plantagenbau und leben-digem Handel mit Vieh, Haüten, Cochenille und Indigo. — Merida,Unter Lat. 8° 3' N., in einem schönen und gesunden, von vielen Flüssenbewässerten Hochthals, mit 12,560 Einwohnern, zwei Kirchen, drei Klö-nern und einem Kollegium. — Barqni simeto, auch Nueva-Se-gvvia genannt, unter Lat. 9° 45'N., zwischen den Flüssen Turbeo und^laro, auf einer Hochebene, wo tropische Produkte und europäische Ce-