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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das türkische Reich.

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ihnen unterjochten Völker, ganz besonders aber vor den Griechen aus-zeichnen , die nnö i» den allermeisten Fällen als ein sittlich-verderbtesVolk geschildert werden. Von einer intellektuellen Bildung, im Sinneder christlichen Kultur, kann im türkischen Reiche, wie in der gesammtenmohammedanischen Welt nicht die Rede sein. Aber andrer Scits würdeman sehr irren, wenn man annehmen wollte, das mohammedanischeNeligionö-System wäre mit der Verbreitung des Unterrichts unverträg-lich, und setze ihr, dem Grundsatz nach, Hindernisse entgegen. So ist esin der That nicht. Dem lebendigen Gefühle für Mild- und Wohlthä-tigkeit, das die mohammedanischen Volker, insbesondere die Türken undSlraber, beseelt, verdanken diese Völker zahlreiche Schulen und Untcr-richts-Anftalten, die in Städten und Dörfern von Individuen, wie vonKorporationen seit uralten Zeiten gegründet worden sind, und aus eigensdazu gestifteten Fundationen unterhalten werden; und es läßt sich inWahrheit sagen, daß bei den Türken selbst die ersten Elemente allerKenntnisse, das Lesen und Schreiben, weit allgemeiner verbreitet sind,als bei den christlichen Völkern unter ihrer Botmäßigkeit, ja sogar all-gemeiner, als bei mancher Nation des christlichen Staatensystems. Aberdas ist der Charakter des Islam, daß er konservativ über alle Maßenist, ein Freünd der Ruhe und des Stillstandes, ein Feind des Fortscl-rittS,daher ein Hemmschuh aller Aufklärung. So lange der Islam an seinenalten Gebrauchen und Gewohnheiten hängt, so lange er seiiie alten Reli-gions-Vvrschriften nicht modifizirt, so lange er sie gegen das christlichePrincip hermetisch verschlossen hält, so lange ist für die Verbreitung derwahren Aufklärung unter den Völkern des mohammedanischen Staaten-syftems Nichts zu hoffen. Aller Unterricht beschränkt, wie gesagt, aufdie ersten Elemente, aus'S Lesen, Schreiben und Rechnen, womit dasLesen und Erklären des Koran, des NeligionS- und bürgerlichen Gesetz-buches verbunden wird. Die mohammedanische Gelebrsamkeit hat denKoran zur Grundlage; je vollständiger Einer dieses Buch inne hat, jevollkommener er die Vorschriften desselben nach Anleitung alter Jnter-pretatoren auszulegen vermag, desto gelehrter ist der Muselmann. DieseGelehrsamkeit beschränkt sich' eben deßhalb auch auf die Theologie undJurisprudenz. In allen übrigen Wissenschaften sind die mohammedani-schen Völker sehr zurück. Mit Ausnahme historischer Schriften, die fürdie christlichen Nationen eine tiefe Fundgrube des Wissens und der Er-kenntniß sind, haben sie keine oder doch nur höchst wenige Werke derErudition. Bei ihrer Starrheit im konservativen Princip, das sie anden Koran bindet, ist ein Fortschreiten des menschlichen Geistes, daherauch die Erhebung des Geistes zum selbstftändigen Denken, bei ihnen un-möglich. Sollten aber dereinst die Ketten spr.ngen, worin der Korandiese Völker geschmiedet hat, so ist es wohl nicht mit Unwahrscheinlich-keit zu erwarten, daß aus ihrem Schooße große Geister hervorgehenwerden, die, mit der Gluth ihrer morgenländischen Phantasie alleSchranken überspringend, in den Mittelpunkt eines Kreises sich stellen,von dem aus, sonnenartig, Strahlen des Lichts über das ganze Men-schengeschlecht ausgegossen werden. Jene Gluth der Einbildungskraftspricht sich in ihren Dichtungen aus, an denen wir mehr als Eine Licht-seite preisen; bilderreich sind ihre Poesien, pomphaft die Sprache, diesich in diesen.bewegt. Die Völker des mohammedanischen Staatensystemshaben sich lange Zeit hindurch vor den Eindrücken bewahrt, welche Völ-ker anderer Neligionssysteme auf sie machen konnten; aber seit dem