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Mohammedanisches Staatensystem.
letzten halben Jahrhundert sind sie von den christlichen Nationen fastringsum begrenzt und gedrängt worden, und es ist wohl nicht chimärischdie Meinung, die den Zeitpunkt beschleunigt, wo das mohammedanischeSraatensystem zerfallen wird. Das türkische Reich, schon jetzt eine Ruine,muß dem ersten kräftigen Stoße weichen; seiner wartet das Geschick,das erste zu sein, welches dem Drängen der christlichen Völker zu unter-liegen bestimmt ist; an den Pforte» der Christenheit belegen, schwanktund wankt es hin und her; die leiseste Erschütterung noch, und die inihren Fundamenten unterwühlte hohe Pforte stürzt zusammen. Dannerst, wenn in Konstantinopelis auf der Kuppel der heil Sophia statt desHalbmondes das Kreuz wieder prangt, dann erst werden die Versuchewirksam in's Leben treten, die seit den letzten zwanzig Jahren in Kon-stantinopel sowohl als in Ägypten gemacht worden sind, um die Bahndes Fortschritts zu betreten. Diese Versuche sind in der That wenigerder Völker wegen gemacht worden, die die Grundmacht des türkischenReiches bilden, als zur Selbsterhalkung der Machthaber im Staate, mit-hin zu selbstsüchtigen Zwecken; doch laßt es sich nicht verkennen, daß siedereinst auf das Volk und die Beförderung seiner Wohlfahrt Einflußüben werden. Hier sind vor allen Dingen die Anstalten, welche der Statt-halter von Ägypten für den Unterricht errichtet hat; nach eüropäischenMustern angelegt, und meistens von Eüropäern geleitet, kann es nichtfehlen, daß diese Schulen auf die Entwickelung der technstchen und gei-stigen Kultur des ägyptischen Volkes wohlthätig einwirken werden. Dazukommen die neuen militärischen Einrichtungen, welche sowohl in Konstan-tinopel als in Ägypten der eüropäischen Militär-Verfassung asstmilirtworden sind, die auch ihrer Seits zu einer Umwälzung der mohammeda-nischen Anschauungsweise, der Sitten und Gebrauche sehr viel beitragen;und ferner der sehr lebhafte Veikebr, in welchen die Völker des türki-schen Reichs mit den Nationen des eüropäischen Staatensystems seit demletzten halben Jahrhundert durch den Handel getreten sind, das Zuneh-men wissenschaftlich gebildeter Reisenden zur Erforschung von Land undVolk des Türkenstaats, das sind alles Momente, die bei der Regenera-tion seiner Völker thätig sind. Konstantinopel, Kahira, Bagdad und dieheiligen Städte Arabiens sind eben so viele Mittelpunkte der mohammedani-schen Gelehrsamkeit. Im ganzen türkischen Reiche ist mit jeder Moschee eineElementarschule, Mekteb, verbunden; selten fehlt sie auf dem Lande, in denDörfer» und in den großen Städten besitzt manche Moschee mehr als eineSchule. In Konstantinopel bestehen 1255 solcher Schulen. Nehmen wiran, daß jede Schule 41) Schüler zähle, so gibt das über 50,000 Schüler»blos mohammedanischen Glaubens, was, mit der Gesammtbeoölkernvgverglichen, die auf 61)0,1)0« Seelen geschätzt wird (Muselmänner »"dChristen zusammengerechnet), i Schüler auf 12 Inwohner gibt. Seinsgelehrt« Bildung empfängt der Muselmann in Medressen, UnterrichtsAnstalten, die sich etwa mit unsern Gymnasien vergleichen lassen; einigeunter ihnen, die ihren Sitz in den großen Städten des Reichs haben,kann man auch mit unsern Universitäten in Parallele stellen, weil siezur Bildung junger Leiste für die höheren geistlichen Stellen und bürger-lichen Ämter diene». Konstantinopel besitzt überdem eine mathemalim'Schule, eine medizinisch«, eine Navigations- und eine Militärscbnle.solche Anstalten gibt es in Kahira und Alexandrien. Zahlreich st"h .öffentlichen Bibliotheken in allen großen Stätten des türkischen Reim»namentlich in Konstaistinvpel; und Kahira ist der größe Büchermar ,