Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
57
JPEG-Download
 

Das türkische Reich.

57

4lly Säulen getragen, und Süv Lampen erleuchten sie Tag und Nacht.Außer dem Grade Mohammeds sind hier die Gräber von Abubekr undOmar, seinen Nachfolgern. Dreißig Medressen oder höhere Scbulan-stalten bestehen in Medina, das für einen Hauptsitz der Gelehrsamkeitdes Islam gilt. Bemerkenswerth ist cö, daß die Bewohner Medina'Sfast ausschließlich von Almosen leben, die ihnen von der ganzen mo-hammedanischen Welt gespendet werden. Die Stadt hat eine Citadelle,die für die stärkste Festung in ganz Arabien gilt.

Med inet - el - Faju m, Hanptort der Provinz Fajum, eine dervolkreichsten und blühendsten Städte Mittel-Ägyptens, mit I2,vov I.,in der Nähe des Birket-el-Karun, des alten Monris-Sees, des Laby-rinths u. s. w.

Mehallet-el-Kebir, Hauptstadt der unter-ägyptische» Provinzgleiches Namens, früher von größerer Bedeütung, als gegenwärtig, abernoch immer mit 17,uvn I., die für die Zwecke des Statthalters vonÄgypten gewerbfleißig sind.

Mekka, diese heiligste Stadt des Mohammedanismus, weil sie derGeburtsort des Propheten, liegt in einer ebenen Gegend der arabischenLandschaft Hedschas, welche den Mittelpunkt des Ejalets Dscbidda aus-macht, zwischen nackte» Felsen, ohne Fluß, ohne Wasser. Offen ist dieStadt, aber sie hat drei Kastelle. Alles in dieser Stadt ist heilig, aberdas Allerheiligste ist die Kaba, ein kleiner, unscheinbarer, aber der vor-nehmste unter den Tempeln des Islam, wohin jeder Muselmann wenig-stens ein Mal im Leben wallfahrten muß, wen» er jenseits des Grabesdie Seligkeit erwerben will. Darum sieht man fromme Muselmännerin unzähliger Menge nach des Propheten Geburksstätte pilgern; ausallen Ecken der mohammedanischen Welt sieht man sie hier zusammen-strömen, aus Bosnien und'Albanien, aus Marocco, dem Innern Afrika»nd von der Ostküfte dieses Erdtheils, vom Ural, wie vom Himelaya,aus den Binnenländern Hochasienö, wie aus den malaischen Ländern desasiatischen Archipelagus; zu Lande, wie zu Wasser strömen sie herbei,die Pilger aller Länder, um die Seligkeit dadurch zu erlangen, daß sie,»eben Hersagung der vorschriftsmäßigen Gebete, auf einen -schwarzenStein einen Kuß drücken. Die seßhafte Bevölkerung von Mekka beträgt34,(»oft Seelen, aber zur Pilgerzeit steigt sie in manchen Jahren oftüber 2vv,vvtt, wodurch Mekka zugleich auch ein wichtiger Marktvrt vonArabien, ja zum wichtigsten in dem gesammten mohammedanischen Staa-iensysteme, zum beteütendsten in der ganzen Welt wird (vergl. weiterunten das Reich Marocco). Die Stadt und ihr Gebiet steht unter derVerwaltung eines erblichen Groß-Scherifs, der von dem Pascha vonDschjdda abhängig ist. Kein Christ darf in dieser heiligen Stadt desIslam wohnen, ja er darf sie nicht einmal besuchen. Wer von christli-chen Reisenden in Mekka war, wagte es nur unter muselmännischerVerkleidung.

Melenik, Stadt im Liwa Kustendil des Ejalets Rum-Jli, mito.Ovft I. und dem Sitz eines griechische» Erzbischofs.

Mersifnu, Hauptort eines Liwa im Ejalet Siwvs, mit mindestens-O.Ony I. Die Stadt ist durch die hier durchgehenden Karavanen-Züge^un Konstantinopel nach Ersernm bemerkenswcrth. In der Nachbar-schaft ist ein Kupferbergwerk in Betrieb. Mersifnu steht auf der Stelle°es alten Phasemon in Pontus.

Meschhed-Ali und Meschhed-Hossein, zwei auf der rechten