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Mohammedanisches Staatensystem.
den Kontrast zwischen beißen Sommern und kalten Wintern, und dabeiim Verhältniß zur beißen Golsknste und znm feüchtschwülen Kaspiufer,beständige Kühle, ja Kälte auf den Randgebirge» des Plateaus; daherkonnte der junge Cyrns mit Recht zum L'enophon sagen: „das Reichmeines Vaters ist so groß, daß man an dem einen Ende vor Kaste er-friert, während man an dem andern vor Hitze erstickt!" So ist es nochheut zu Tage.
Serdsir und Germstr sind die persischen Ausdrücke zur Bezeichnungjenes Kontrastes. Serdsir ist das kalte Land, Germsir das warme, dasheiße. Unter Serdsir verstehen die Perser das gestimmte Plateau mitseinen Gebirgsmanern, vorzugsweise aber begreifen sie darunter die ent-sprechenden Landschaften der Provinz Farö, in der die auch wegen ihresköstlichen Klima hochberühmten Ebenen und Thäler liegen, welche wiroben namhaft gemacht haben. Ganz besonders gilt Sebiras wegen derewigen Milde, wegen der ewigen Heiterkeit seines Himmels für denschönsten Fleck in ganz Persien; den» dieses Thal von Sebiras liegt aufeiner Übergangßstufe vom eigentlichen Serdsir des Tafellandes zum Germsirder persischen Golfküste, zu diesem Lande trockener Hitze, auf das dieWasser des Meerbusens nur geringen Einfluß üben, das gegen dasfeuchte, ja nasse Masenderan einen großen Kontrast bildet, wo unterder tropenähnlichen Wärme die Baumwolle wächst, das Zuckerrohr, diePalme.
4. Das Volk.
Die Bewohner des persischen Reichs bestehen zwar auch, wie die destürkischen Reichs, aus einem Gemenge verschiedener Völkerschaften, aberdieses Gemenge ist bei weitem nicht aus so zahlreichen Bestandtheilenzusammengesetzt, als hier, und läßt sich auf verhältnißmäßig wenigezurückführen, auf die Urbewohner des Plateaus von Iran, die Nach-kommen der allen Perser, aus Völker türkische» Stammes, auf Araber,wenige Juden, Armenier und Inder, oder Hindn's.
Die Persen oder Tadschiks sind als Urbevölkerung über das ganzePlateau von Iran und die Angrenznnge» von vura» verbreitet, von denGrenze» des chinesischen Reichs bis zu den Küsten des Kaspi-Sees undzn denen des persischen Golfs. Stets friedfertig und gewerbfieißig wurdedieses Volk der Reihe nach von all' den Horden unterjocht, die seit denälteste» Zeiten von den Tafelländern des innern Asiens hervorgebrochensind. Aber auch von Westen her ist dieses Volk heimgesucht worden,von den Arabern nämlich, die ihm die Lehre des Propheten gebrachthaben, im 7te» Jahrhundert nach Chr. Geb. Überall zogen sich dieTadschiks vor den einbrechenden Fremden in die Gebirge zurück, so daßauf dem Tafellande selbst kein reiner Altperser mehr zu finden ist; nurin den Thälern des Albors und auf einzelnen Gebirgsstufen der ProvinzF-ars leben noch einzelne Gemeinden reinen Stammes, der auch seineSprache, das Pehlwi, erhalten hat, welches au die Stelle des Zendwa,derjenigen Sprache, in welcher die heiligen Bücher der Altperser geschrie-ben waren; diese Bücher sind unter dem 'Rainen der Zend-Avesta be-kannt. Anf das Pehlwi folgte das Parsi, ein wohlklingender Dialekt,der heütigeö Tages noch in seiner ganzen Reinheit im Distrikte Jsinaider Provinz Farö gesprochen wird, wo er entstanden ist; auf das Pailfolgte der Deri-Dialekt, oder die Hofsprache, das moderne Persisch, wi