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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Das persische Reich.

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Brunnen der Hindn'S heißt, sagen die morgenländischen Schriftsteller,ihr Wasser sei so beiß, daß Vögel, welche darüber wegfliegen wollen,verbrannt niederfallen.

3. Klimatische Beschaffenheit.

Zwischen dem 26° und dem 39° nördlicher Breite gelegen, gehörtdas persische Reich derjenigen Klima-Zone au, welche man die ÜbergangS-Zone nennt, weil sie in der Mitte zwischen dem heißen und dem ge-mäßigten Erdgürrel steht. Die südlichen Küstenstriche von Persien habennoch fast durchweg die hohe Temperatur der Tropen, und selbst über denOiutergrund des persischen Busens streift noch die Jsvthermkurve von2.'»°, mir dem ihr eigenthümlichen geringen Wärme-Wechsel der entgegen-gesetzten Jahreszeiten, während die Provinzen Gilan nnd Masenderan,oder die Küstengebiete des südlichen Kaspi-Sees nur 2'/-° kühler sind,denn über diese geht die Isotherme von 22'// hinweg, und auch in ihnenist der Unterschied zwischen Sommerhitze nnd Winkerkälte gering, Folgedes Einflusses, welchen das kaspische Meer ausübt. Diese beiden Pro-vinzen sind sehr schmal zwischen dem Seenfer und dem Albors, der ge-rade hier, in der Mitte der Uferstrecke, seine größte Höhe erreicht, undin außerordentlicher Zähigkeit gegen den See herabstürzt. Durch dieseBildung der aüßern Gevirgsformen entsteht in Gilan und Masenderaneine Concentration der Sonnenstrahlen, die diese Provinzen gleichsamzum Glühofen machen; und dazu kommt, daß der aus dem Kaspt auf-steigende Wafferdampf, indem er sich an den steilen, zackigen Abhängendes Kohulbürs kondensirt, einen Niederschlag erzeügt, wie fast innerhalbder Wendekreise. In Gilan und Masenderan herrscht stets eine seüchteSchwüle, und der Regen stürzt in Strömen auf die Berge hinab, underzeügt Gießbäche, die in gewaltigen Kaskaden nnd Tobeln znr Tiefeeilen, die zum größten Theil aus einem großen Snmpfmorast besteht.

Ganz anders stellen sich die klimatischen Verhältnisse, wenn manvom Scheitelrncke:, des Albors auf kurzem Abhang hinabsteigt nachSüden zum Innern des Landes. Ganz Persien ist, wie gesagt, ein Tafel-land, dessen Höhe westwärts vom Meridiane des östliche» Kaspi-Ufers4,NUN Fuß und darüber beträgt, ostwärts von demselben aber etwas ge-ringer zu sein scheint. Durch die hohen Gebirgsmanern ganz abgeschlos-sn vom Zugang feuchter Lnftströme, unter denen die südwestlichen alsdie herrschenden in der nördlichen Hemisphäre, ihre Eigenschaft, derRegenwino zu sein, auf ihrem Zuge über die afrikanisch-syrisch-arabischenWüsteneien schon ganz eingebüßt habe», zeichnet sich das Klima desTafellandes von Iran durch eine Trockenheit aus, wie wenige Länderder Erde; daher der große Mangel an Wasser auf diesem Tafellands,daher der wolkenlose Himmel, der Jahr aus Jahr ein über diesem Tafel-lands sich wölbt, daher der völlige Regenmangel, ja der Mangel an Thau,

allem Wasserdampf, der so vollständig ist, daß Stahl und Eisen-^ahre lang in freier Luft liegen können, ohne einen einzigen Rostfleckäu bekommen, und weder ein vegetabilischer Körper noch ein animalischer'/erwest; daher die ewige Heiterkeit und Reinheit der Atmosphäre, diew klar und durchsichtig ist, daß man nicht beim Mondenschein, nein,veim Sternenlicht die feinste Schrift zu lese» vermag! Das Plateau, " Iran hat ein Kontinentalklima im strengsten Sinn des Worts:«eben jener Trockenheit den Wechsel der jahreszeitlichen Temperatur,