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Mohammedanisches Staatensystem.
Gesichtsznge der Tadschiks angenommen, die Adlernase derselben, ihrschwarzes, buschiges Haupt- „nd Barthaar.
Zahlreich sind die Araber in Cbnsistan, im flache» Lande dieserProvinz, und in Germsir von Farsistan und Kerman, und viele Gemein-ten dieses Volts sind seit den Zeile» der Herrschaft der Kalifen in Cho-rassan zerstreut. Armenier wurden unter der Regierung Schah Abbiödes Großen nach Irak adschem stn die Gegend von Jßfah'an verseht, wosie in der Vorstadt Dschulfa, dieser damaligen Hauptstadt des persischenReichs, eine Kolonie bildeten, welche bald durch ihre Industrie berühmtwurde. Die Bedrückungen indessen, welche diese Kolonie in der Folgeerlitt, hat ihre Bevölkerung sehr vermindert, und die Armenier habensich seit der Zeit in alle größeren Städte des Reichs zerstreut, in welchemihre Lage niemals so günstig gewesen ist, als in der Türkei. Juden gibtes in Persien wenige; sie leben ebenfalls in den großen Städten, amzahlreichsten noch m Meschhed. Hindu'S als Banianen finden sich nurin den Städten der südlichen Provinzen Fars und Kerman, als Zigeuneraber in ganz Persien, doch nur in kleinen Horden.
Die Perser sind Mohammedaner von der Shia-Sekte, deren Haupt-dogma darin besteht, daß sie nicht, wie die orthodoxe Sekte, die Kalifenanerkennt, welche von Mohammed bis auf seinen Schwiegersohn Ali ge-herrscht haben. Jede dieser beiden Hauptsekten enthält andere. So gibtes unter den persischen Kurden einen Stamm, die Gnrans, welche Alials Gott anbeten. Diese Sekte nennt sich Ali Allah und übt ihr Glau-bensbekenntnis; nur im Geheimen. Sie hat Anhänger in verschiedenenStädten Persiens, aber ihr Hauptsih ist bei Sinea in der Provinz Kur-distan. Eine ankere Sekte, die wahrscheinlich unter den muselmännischenHindn'ö ihren Ursprung genommen hat, ist die Sufi-Sekte, welche inPersien ihren Hanptsitz in Schiras hat. Die Sufi'S sind Mystiker, undbehaupten mit dem höchsten Wesen in unmittelbarem Verkehr zu stehenund Inspirationen zu empfangen. Jsmaeliten gibt eö in Irak adschem,woselbst sie zu Khekh ihr geistliches Oberhaupt haben. In Chusiftangibt es noch eine andere Sekte des Islam, die Sabier, deren Lehre«viele Ähnlichkeit mit denen der Jsmaeliten, zugleich aber auch mit denender Gebern oder Feüeranbeter haben, von denen sich noch Gemeinden i«Albors, vornehmlich aber in der Stadt Jesd der Provinz Farststan befinden-
Weniger fanatisch, als die Türken, sind die Perser, wie alle Mo-hammedaner, intolerant gegen Andersglanbende. Sie fürchten, sagtHagemeister, sich zu beschmutzen, wenn sie einen Kiafir berühren. Sieschecren »nd quälen einen Unglaübigen auf alle nur mögliche Weift/aber ihr Mangel an Energie und die wenige Gelegenheit, die sie gehabt,sich mit Christen zu messen, ist Veranlassung geworden, daß sie es nichtzu große» Anstrengungen des Enthusiasmus gebracht haben. Auch hatdie Hierarchie in Persien wenig Festigkeit gewonnen, mit AusnahmeJßfahans, wo die Würde eines Hohepriester« seit -10V Jahren in einerFamilie erblich ist. Der religiöse Fanatismus wird an andern Orte«-wie in Meschhed und Knm, durch die Aufbewahrung von Reliquien §e-nährt, die eine große Menge Pilger anziehen. Außer den Armenier«gibt es in Persien keine Christen. Die Sklaverei ist, wie in der Türkei,so auch in Persien üblich; aber hier gibt es noch weniger Sklaven «>dort, sie sind immer ein Gegenstand des Luxus, und wohl nie werdesie zur Landarbeit gebraucht, wie in den Ländern Turans, deren Bewohnner nicht selten auf Sklavenjagd nach Persien kommen.