Das persische Reich.
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Gewohnheit in diesen Gegenden die Frauen auf einige Art für die Ent-behrungen habe entschädigen wollen, welche sie auf der andern Seite zuertragen verbunden sind.
Die Ursachen dieses Zustandes der sittlichen Kultur bei den Perserndürfen größtentheils in der schlechten Regierung erkannt werden. Bür-gerlicher Krieg, sagt ein vierter Reisender, — diese größte und schicksals-entscheidendste Geißel einer politischen Gesellschaft, brütet über diesemmißbrauchten und verwünschten Lande, wo keine Sicherheit besteht wederfür Personen, noch für Eigenthum; wo die scheinbare Ruhe, oder viel-mehr das Schweigen der öffentlichen Stimme, nicht auS Zufriedenheit,sondern aus gegenseitigem Mißtrauen entspringt, wo das Selbstbewußt-sein von Verstellung dem Einen die Scheü desselben gegen den Anderneinflößt, wo Unterdrückung von Rang zu Rang stufenweise fortschreitet,wo Jeder ein Sklave derer, die über ihm, und ein Despot derer ist, dieUnter ihm stehen, wo Selbstsucht allen öffentlichen Geist erlöschend, dasverwüstende Übel von Armuth und HungerSuvth vermehrt. Das Volkin Städten, durch eine Gemeinschaft von Elend versammelt, ist demselbenohne Hülfsmittel und Linderung preisgegeben; kein Baum, viel wenigerein Wald beüt seinen Schirm in den verbrannten und dürren Wüstenumher. — Dieser Schilderung eines Engländers tritt ein anderer Rei-sender dieser erleuchteten Nation vollständig bei, indem er ausdrücklichsagt, daß die Falschheit, Lügenhaftigkeit und Wortbrüchigkeit der heuti-gen Perser im Ganzen leider nur zu wahr sind, wenn ihnen gleich ihregesellschaftlichen Vorzüge, ein angenehmer Fluß der Rede und Leichtig-keit im Umgang, und den kriegerischen Stämmen Großmuth und Tapfer-keit nicht abgesprochen werden kann. Von den Persern überhaupt zusprechen, mögen wir dieselben als einen schönen, thätigen, starken Schlagvon Menschen, von lebhafter Einbildungskraft, schneller Fassungskraft,von angenehmen und einnehmenden Manieren schildern. Ihre Lasterfind jedoch vorragender, als ihre Tugenden. Durch die Natur ihrerRegierung bei jeder Gelegenheit zum Zufluchtsmittel von Lift oder Ge-walt gezwungen, sind sie Wechselsweise unterwürfig und tyrannisch. Undboren wir dann noch einen sechsten Berichterstatter, ebenfalls einenEngländer, so sagt er uns: Die Perser seien gegen ihres Gleichen artig,g^gen ihre Oberen knechtisch, gegen ihre Untergebenen hochmüthig; allestände, die höchsten und die niedrigsten, gleich geizig und diebisch, Falsch-veit und Treülvsigkeit deücht ihnen als Mittel zu ihrem Zweck zu gelan-gen, lvbens- und empfeblenswerth. Kurz Persien ist die Quelle aller^rten von Erpressung, Tyrannei, Grausamkeit, Niederträchtigkeit undSchändlichkeit. Noch greller, sagt Hammer, noch greller, und im römi-schen Lapidarstyl haben ihr Urtheil über Persien, seine Bewohner und^Hne Regierung einige französische Reisende ausgesprochen, welche in demSchlosse von Armaghana (in der Nähe von Sendschan, Provinz Irakvdschem) die folgende Inschrift an der Wand zurückließen: Venimn«,^m>b»8 et malesiiximus kersisii, Ue§iqu6, ^ulsequs, kÜLAnstibusque,^vpulor,u6. Ili. I80S.
Die geistige Kultur der Perser bewegt sich innerhalb der Grenzen,welche der Islam ihr gezogen bat; doch sind sie bei diesem Volke etwaswe,ter gesteckt, als bei den Türken. Zahlreich sind Schulen und Me-inen, in denen die arabische, türkische und persische Sprache gelehrt, die Eloquenz, die Poesie, die Medicin und Astrologie. In Persien"'Vd geistige Bildung mehr geachtet, als in der Türkei; während hier