Das persische Reich.
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Divan saß, einen Augenblick hernach vor dem Könige in Vollziehungder Dienste eines Hofbedientcn zu schauen. Der Sohn sttzt nie vor sei-nem Vater, der Kronprinz steht wie seine Bruder, nur der Erste inder Reihe.
Vor dem Schah sitzen nur seine Seitenverwandten, Dichter, Gelehrte,fromme Männer und Botschafter, nie aber seine Minister und Hofwür-den. Der Ehrenplatz ist zur Linken. Wenn ein Niederer den Höherenbesucht, sitzt er in einiger Entfernung, und nicht auf derselben Filztapete.Wenn ein Diener vor seinem Herrn erscheint, macht er eine Verbeugung,Und wenn er sich entfernt, geht er rücklings bis zur Thüre. Im Rauchen>st nicht mindere Etikette zu beobachten, als beim Sitzen. Kein Niedererbegehrt seinen Kaliun bis der Höhere den seinigen begehrt hat, und Nie-mand darf vor dem Könige rauchen.
Der persische Große steht früh auf, verrichtet sein Morgengebet ge-wöhnlich mit lauter Stimme, geht dann aus seinem Harem in den erstenHof des Hauses, wo er eine Stunde lang seinen Vasallen und Unter-gebenen Audienz ertheilt; um elf Uhr frühstückt er Brod, Käse, Kraüter,Früchte. Er wäscht sich die Hände und den Bart, nimmt eine TasseKaffee und den Kaliun, und geht zur Aufwartung (Selam) des Königs.Der Kaufmann geht seinen Geschäften nach auf dem Markte; um Mit-tag ist das zweite Gebet; von zwei Uhr bis vier oder fünf, besondersMi Sommer-Sieste; bei Sonnenuntergang das dritte Gebet und das^achtmahl. Der Abend ist bei Reichen der Gesellschaft gewidmet, dieuch bis Mitternacht und darüber verlängert. Man raucht, nimmt Thee,Kaffee, Sorbet, und die Unterredung hat Wechselsweise Religion, PoesieM>d Literatur, nie Politik, zum Gegenstände. Manchmal haben präch-tige Nachtessen mit Musik und Tanz statt. Gesellige Vergnügungen"der, wie wir sie in Eüropa und den christlichen Ländern überhaupt ken-nen, finden im Morgenlande nicht statt, weil das weibliche Geschlecht^vn allem Verkehr ausgeschlossen ist. Die Perser sind größtentheils demjunk des Weins und Branntweins ergeben, lieben das Reiten, dasUaillespiel und das Dschiridwerfen zu Pferde, das Ringen und Weck-rufen, die warmen Bäder, die Jagd, die Hahnengefechte.
Türken und Perser lieben es, sich durch reiche Kleidung anszuzeich-^n> Erstere sind bis auf die untersten Stände herab stets reinlich ge-neidet, nie sieht man bei ihnen Lumpen, und beiLeüten der verschiedenstenAtassen bemerkt man keinen großen Unterschied in der Kleidung. DiePerser dagegen, wie alle Völker des innern Asiens, sind außerordentlichwalprvpre, und arme Leute gehen ganz zerlumpt, aber sie tragen überv^m zerrissenen Kleide etwas für'S Auge; einen hübschen Mantel oder'Ntn Shawl. Die Frauen lieben noch mehr den Staat, als die Män-doch sieht man überall in Asien, daß sie viel länger ein National-°er Lokal-Kostüm tragen, als die Männer, deren Kleidung minderWechselt, weil sie sich öfter sehen. Die Frauen lieben im AllgemeinenL' Flitterstaat und garniren ihre Kleider mit Tressen und Stickereien.
w verbrauchen eine Unmasse von Gold, Silber, Edelsteinen und Perlen,^er sie behängen ihren Kopfstaat über und über mit Münzen und. chmucksachen. Die Männer verzieren zuweilen ihre Kleider auch damit,nerer aber ihre Waffen, ihr Pferdegeschirr, die Türken ihre TabakS-Wlfen und Kaffeetassen, — die Perser ihre Kalinns.
„ ..Brokate, Kaschimirgewebe und Teppiche sind bei reichen Leuten alstywendige Dinge stets im Gebrauch gewesen; gegenwärtig aber hatA°rahaur, »d. vi. r. rmh. 7